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Uhren-Magazin - - Inhalt -

Spek­ta­ku­lä­re Fir­men­ge­bäu­de tra­gen zur Fas­zi­na­ti­on von Un­ter­neh­men und Mar­ken bei. Aber nicht vie­le Fir­men ge­nie­ßen das Pri­vi­leg, ei­nen un­ge­ho­be­nen Schatz vor der Tür ste­hen zu ha­ben. Der Uh­ren­stel­ler Jung­hans im In­dus­trie­städt­chen Schram­berg im Schwarz­wald hat die­ses Glück. Der Ter­ras­sen­bau, ein Werk des Stutt­gar­ter Ar­chi­tek­ten Phil­ipp Ja­kob Manz aus den Jah­ren 1916–1918, ist zu­min­dest in Eu­ro­pa das wohl ein­zi­ge Bei­spiel für ei­nen In­dus­trie­bau in Ter­ras­sen­form. Je­des der neun Ge­schos­se be­steht aus ei­nem lan­gen, ho­hen Raum, in dem die Mit­ar­bei­ter bei Ta­ges­licht ar­bei­ten konn­ten. Lan­ge lag das Ge­bäu­de brach. Der Un­ter­neh­mer Hans-jo­chem Steim, seit 2009 Ei­gen­tü­mer von Jung­hans, ließ es in­stand set­zen und in ein Uh­ren­mu­se­um um­bau­en. Seit Ju­li ist es ge­öff­net. Das Jung­hans-ter­ras­sen­bau-mu­se­um er­zählt die Ent- wick­lung der Jung­hans-uh­ren und bet­tet sie in die Ge­schich­te der Schwarz­wal­d­uh­ren ein. Die Jung­hans-his­to­rie ist reich an Hö­he­punk­ten: An­fang des 20. Jahr­hun­derts war man der größ­te Uh­ren­her­stel­ler der Welt. In den 1960er-jah­ren brach­te der Her­stel­ler in Ko­ope­ra­ti­on mit dem Bau­haus-künst­ler Max Bill die gleich­na­mi­ge Arm­band­uhr her­aus. 1972 war Jung­hans of­fi­zi­el­ler Zeit­neh­mer der Olym­pi­schen Spie­le in Mün­chen. Die 1990er-jah­re präg­te die Mar­ke mit Funk­uh­ren fürs Hand­ge­lenk. Heu­te stellt Jung­hans wie­der me­cha­ni­sche Uh­ren in gu­ter Qua­li­tät her. Ein Be­such des Mu­se­ums kann so­wohl Uh­ren- wie Ar­chi­tek­tur­lieb­ha­bern emp­foh­len wer­den. Es lohnt sich, bis zur Däm­me­rung zu blei­ben. Dann er­strahlt der Ter­ras­sen­bau durch die be­leuch­te­ten Eta­gen so­gar noch schö­ner als am Tag.

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