Mit Charme und Schlös­sern

Urlaubsmagazin MV - - SCHWERIN & GÜSTROW -

Re­si­denz­stadt Schwe­rin: ma­gi­sche Mo­men­te am Was­ser

Zwei Rei­se­zie­le wie aus dem Mär­chen­buch: Schwe­rin und Güs­trow ver­zau­bern Be­su­cher mit ih­rem gro­ßen Charme. Bei­de Städ­te lo­cken mit ei­nem präch­ti­gen Schloss, das al­lein ei­nen aus­gie­bi­gen Be­such wert ist. Die ur­ba­nen Schön­hei­ten bie­ten aber noch vie­les mehr – Vor­schlä­ge für ei­nen ge­lun­ge­nen Ur­laubs­tag fin­den Sie auf den fol­gen­den Sei­ten

So viel ist klar: Für Schwe­rin soll­te man sich Zeit neh­men – auch wenn die We­ge im his­to­ri­schen Zen­trum kurz sind, blei­ben Sie un­be­dingt über Nacht. Ein gu­tes Früh­stück ist dann die rich­ti­ge Grund­la­ge für den per­fek­ten Ur­laubs­tag, egal ob man es im Ho­tel ein­nimmt oder ei­ne von Schwe­rins kul­ti­gen Früh­stücks­adres­sen auf­sucht. An­schlie­ßend spa­ziert man ent­spannt zum Schwe­ri­ner Schloss – mit sei­nen vie­len Tür­men und Türm­chen, Er­kern und Ni­schen wird es auch „Neu­schwan­stein des Nor­dens“ge­nannt. Der Prunk­bau im Stil der Neo­re­nais­sance samt Gar­ten, Mu­se­um und Oran­ge­rie ist Ort gro­ßer Ver­an­stal­tun­gen, und bei Füh­run­gen wie „Vom Kel­ler bis zur Kup­pel“lernt man al­les genau ken­nen – kein Wun­der, dass das mär­chen­haf­te An­we­sen auch auf der An­trags­lis­te als Unesco-Wel­ter­be steht.

Das Pracht­schloss liegt auf ei­ner In­sel di­rekt im Stadt­kern, von hier ge­langt man schnell und be­quem fast über­all hin. Vor­bei an Staat­li­chem Mu­se­um und Thea­ter geht es durch die his­to­ri­sche Alt­stadt zum Markt und Schwe­ri­ner Dom – wer die 220 Stu­fen im Turm be­zwingt, wird mit ei­nem groß­ar­ti­gen Blick über Stadt und Land be­lohnt. Ein paar Schrit­te ent­fernt lockt dann der in­ner­städ­ti­sche Bin­nen­see na­mens Pfaf­fen­teich mit sei­nen schö­nen Vil­len am Ufer zur klei­nen Pau­se – sei­ne Som­mer­ter­ras­sen sind be­lieb­ter Treff­punkt, und das Fähr­schiff „Pe­ter­männ­chen“ver­bin­det die vier An­le­ge­stel­len auf der wohl kleins­ten Kreuz­fahrt der Welt.

Wel­len rau­schen, der Wind zer­zaust das Haar: Ein gro­ßer Spaß ist dann die Rund­fahrt mit ei­nem Damp­fer der Wei­ßen Flot­te, die über die vie­len gro­ßen Se­en rings um die Lan­des­haupt­stadt glei­ten – al­ter­na­tiv lässt sich üb­ri­gens auch ein tol­ler Flo­ß­ur­laub ma­chen. In Schwe­rin hat man über­all dicht am Was­ser ge­baut, kein Ein­woh­ner, so heißt es, lebt mehr als 200 Me­ter vom feuch­ten Ele­ment ent­fernt. Ei­ne wei­te­re be­que­me Art, die Stadt zu er­kun­den, ist der Dop­pel­de­cker-Ca­brio­bus, der al­le Se­hens­wür­dig­kei­ten an­steu­ert – bei die­ser Hop-on-Hop-off-Rund­fahrt steigt man an je­der ge­wünsch­ten Lo­ca­ti­on zur Be­sich­ti­gung aus und fährt ein­fach mit dem nächs­ten Bus wei­ter.

Wenn nun am Nach­mit­tag noch Zeit ist, lo­cken ein Be­such im schöns­ten Land­schafts­zoo der Re­gi­on und im Klet­ter­wald, oder man er­kun­det die Obst­gär­ten und al­ten Bau­ern­häu­ser im Frei­licht­mu­se­um in Mu­eß. Zum Son­nen­un­ter­gang wird dann über die neu ge­stal­te­te Pro­me­na­de am Zie­gel­see fla­niert, spä­ter viel­leicht ein Ab­sa­cker in ei­ner ge­müt­li­chen Kn­ei­pe wie Frei­schütz oder Ang­ler II oder ein kul­tu­rel­les Event im Spei­cher oder Werk3 – schö­ner kann ein Ur­laubs­tag wohl kaum sein.

Bar­lach­stadt Güs­trow: die sanf­te Schö­ne

Wer ein Zim­mer am Schloss­park ge­bucht hat und wo­mög­lich mit Blick auf das Wahr­zei­chen der Bar­lach­stadt Güs­trow auf­ge­wacht ist, der wird gleich gut auf ei­nen per­fek­ten Ur­laubs­tag ein­ge­stimmt. Das mar­kan­te Schloss mit La­ven­del­gar­ten und Bu­chen-Lau­ben­gang zählt zu den be­deu­tends­ten Re­nais­sance-An­la­gen im nord­eu­ro­päi­schen Raum, sei­ne his­to­ri­sche Gar­ten­an­la­ge wur­de – an­knüp­fend an al­te Plä­ne – auf­wen­dig sa­niert, die Mit­tel­al­ter­samm­lung ist Teil der „Eu­ro­päi­schen Rou­te der Back­stein­go­tik“. Vor ei­ner aus­gie­bi­gen Be­sich­ti­gung steht aber na­tür­lich ein opu­len­tes Früh­stück, et­wa in ei­nem der vie­len Ca­fés na­he der 600 Jah­re al­ten Markt­kir­che oder in ei­nem ma­le­ri­schen Hin­ter­hof. Nach dem Schloss­be­such folgt dann ein Bum­mel durch Güstrows al­te Gas­sen mit klei­nen fei­nen Ge­schäf­ten zum his­to­ri­schen Rat­haus. Der na­he­zu ge­schlos­se­ne mit- tel­al­ter­li­che Alt­stadt­kern mit vie­ler­lei Samm­lun­gen und Mu­se­en (Tipp: er­mä­ßig­te Ein­tritts­prei­se mit der Güstro­wer Er­leb­nis­Card) wur­de in den ver­gan­ge­nen 20 Jah­ren lie­be­voll sa­niert, so konn­ten vie­le der denk­mal­ge­schütz­ten Bür­ger­häu­ser al­ler Stil­epo­chen er­hal­ten wer­den.

Nach ei­nem über­wäl­ti­gen­den Rund­blick vom Pfarr­kirch­turm und ei­nem Im­biss am Markt­platz lockt dann et­wa ein Spa­zier­gang ent­lang der Stadt­mau­er durch die his­to­ri­schen Wall­an­la­gen, die all­jähr­lich auch Schau­platz des be­lieb­ten Kin­der­fes­tes mit En­ten­ren­nen sind. Von Eis­vö­geln be­glei­tet, geht es zu Fuß oder mit dem Fahr­rad wei­ter ent­lang der ge­mäch­lich da­hin­flie­ßen­den Ne­bel zum Wild­park mit sei­nen vie­len hei­mi­schen Tier­ar­ten, da­nach vor­bei am In­sel­see (wo all­jähr­lich das tra­di­tio­nel­le In­sel­see­fest statt­fin­det) zum Ernst-Bar­lach-Ate­lier­haus. Der gro­ße Künst­ler (1870–1938) leb­te und ar­bei­te­te lan­ge in Güs­trow, wo er auch sei­ne Haupt­wer­ke schuf – Ar­bei­ten des Bild­hau­ers sind un­ter an­de­rem im Dom und in der Ger­tru­den­ka­pel­le zu se­hen. Mit ei­nem ge­müt­li­chen Abend­es­sen klingt der ab­wechs­lungs­rei­che Ur­laubs­tag schließ­lich aus – oder gön­nen wir uns viel­leicht noch ei­ne ro­man­ti­sche Nacht­wäch­t­er­füh­rung durch die Alt­stadt?

AT­TRAK­TIO­NEN für Ur­lau­ber: die wei­te Se­en­land­schaft, ro­man­ti­sche Alt­stadt oder ein ent­spann­ter Flo­ß­ur­laub

MÄR­CHEN­HAF­TE KU­LIS­SE: Die Schloss­fest­spie­le Schwe­rin sind das jähr­li­che Ver­an­stal­tungs­High­light der Stadt

DER „GROSSHERZOG“ge­lei­tet in vol­lem Or­nat durch sein Schloss – die­ser QR-Co­de führt Sie di­rekt zum Vi­deo.

PRUNK­VOLL ist der Ster­nen­him­mel in der Schwe­ri­ner Schloss­kir­che

GÜSTROWS STOL­ZER DOM be­her­bergt Bar­lachs „Schwe­ben­den“

IN­SEL­SEE und das Bar­lachA­te­lier­haus – Na­tur und Kul­tur in lie­be­vol­ler Ver­bin­dung

WAHR­ZEI­CHEN DER STADT ist das präch­ti­ge Schloss im Stil der Re­nais­sance

HO­HE KUNST: Cra­nachs „Ve­nus und Amor“auf Schloss Güs­trow

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