GROS­SE LEIN­WAND

Nicht um­sonst sind gu­te Heim­ki­nos tief­schwarz. Jeg­li­ches Licht auf der Lein­wand, das nicht vom Bea­mer kommt, ver­lei­det Schwarz­wert und Far­ben. Ste­warts neue Lö­sung des Pro­blems heißt Phan­tom.

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EinTuch, das High Dy­na­mic Ran­ge un­ter­stützt? Die Phan­tom HALR von Ste­wart kann noch mehr.

Die Pro­duk­te der ame­ri­ka­ni­schen Ma­nu­fak­tur Ste­wart Film­screen gel­ten als Re­fe­ren­zen. Die Bild­wän­de ha­ben be­reits tech­ni­sche Os­cars ge­won­nen und auch wir von vi­deo sind mit un­se­rer Gray­hawk G3 im Scree­nin­graum und Film­screen 100 im La­bor über­aus glück­lich. Doch die­se Räu­me sind stark ab­ge­dun­kelt und bei den Mes­sun­gen tra­gen wir so­gar schwar­ze Klei­dung. Das Ge­heim­nis ei­ner per­fek­ten Pro­jek­ti­on ist, dass kein Fehl­licht auf die Lein­wand ge­langt. Und dies muss nicht ein­mal Ta­ges­licht sein. So­gar Filmin­hal­te, die von De­cke, Wän­den, Bo­den oder Mö­beln zu­rück auf die Lein­wand re­flek­tie­ren, trü­ben den Film­spaß enorm. Am liebs­ten soll­te die Ein­rich­tung al­so auch kom­plett tief­schwarz sein. So ein de­pres­si­ves Am­bi­en­te ist für die Heim­ki­no­qua­li­tät för­der­lich, je­doch in an­dern Zim­mern als dem Kel­ler­ki­no nicht um­setz­bar. Die Lö­sung für ei­nen bes­se­ren Pro­jek­ti­ons­kon­trast sind spe­zi­el­le Lein­wän­de, die nicht ein­fach nur re­fe­ren­zweiß sind, son­dern Licht schlu­cken und len­ken. Es gibt sie seit vie­len Jah­ren und im

Wohn­zim­mer­ein­satz sind sie sehr be­liebt. Gu­te Kon­trast­lein­wän­de sind da­bei nicht al­lein grau ein­ge­färbt, son­dern re­flek­tie­ren Licht be­vor­zugt vom Bea­mer kom­mend zum Zu­schau­er. Es wird al­so we­ni­ger über­haupt erst in Rich­tung Wand ab­ge­strahlt – und was zu­rück­kommt, wird um­so stär­ker ge­dämpft. Hier galt die Bild­wand Ste­wart Fi­re­hawk jah­re­lang als High­light, doch der An­bie­ter hat jetzt mit der Phan­tom HALR ein Tuch ent­wi­ckelt, das noch­mals deut­lich über­le­gen sein soll. Spe­zi­el­le Schich­ten wür­den di­rek­te Re­fle­xio­nen be­vor­zu­gen, oh­ne ei­nen Hots­pot zu er­zeu­gen, und Sei­ten­licht enorm min­dern.

Wie das im Ver­gleich zu un­se­ren Re­fe­ren­zen aus­sieht, in­ter­es­sier­te uns so, dass uns der deut­sche Ver­trieb Screen Pro­fes­sio­nal (www.screen pro­fes­sio­nal.de) ei­nen Be­such mit ei­ner gro­ßen por­ta­blen Phan­tom ab­stat­te­te. Die­se Lein­wän­de wer­den bei Ste­wart nicht als grau, son­dern als schwarz ge­führt, ha­ben sie doch ein

„High Am­bi­ent Light Re­jec­tion“im Na­men, al­so den Hinweis auf höchs­te Dämp­fung von Raum­licht.

Kun­den­wün­sche er­fül­len

Das Kon­zept, das al­le Screens von Ste­wart so gut, teu­er und ein­zig­ar­tig macht, ist die In­di­vi­dua­li­sie­rung. Es gibt kein Tuch von der Stan­ge, son­dern je­des Ex­em­plar wird nach Kun­den­wunsch ge­fer­tigt. So kann selbst der letz­te Zen­ti­me­ter je­des Heim­ki­nos per­fekt ge­nutzt wer­den. Grö­ße, For­mat und akus­ti­sche Per­fo­ra­ti­on (Mi­cro­perf auch 4K-taug­lich) sind ge­nau­so kon­fi­gu­rier­bar wie Rah­men oder Mo­tor – bei der Phan­tom bis 27 Me­ter Bild­brei­te.

Un­ser Test­mus­ter war auch mit ei­nem Zehn­tel die­ser Grö­ße schon be­ein­dru­ckend und dank Druck­knöp­fen schnell und si­cher in sei­nem Rah­men fi­xiert. Die Ver­ar­bei­tung der Stre­ben war sehr hoch­wer­tig, wie man auf www.tech­ni­te.vi­deo in un­se­rem Un­boxing und der In­be­trieb­nah­me nach­schau­en kann.

Ralf Lu­lay von Screen Pro­fes­sio­nal hat­te auch DIN-A4 Mus­ter an­de­rer Tü­cher da­bei, so­dass wir nicht nur ge­gen un­se­re Re­fe­ren­zen tes­ten und mes­sen konn­ten. Beim Shoo­tout dien­te un­se­re D-ILA Bea­mer-Re­fe­renz von JVC als Bild­ge­ber, er­gänzt durch den 4K DLP Acer V7850. Schon im ab­ge­dun­kel­ten Raum zeig­te sich der enor­me Kon­trast der Phan­tom, die bei un­se­ren Mes­sun­gen al­ler­dings nur ei­nen Gain von 0,75 er­reich­te. Sie ist da­mit aber hel­ler als un­se­re Ki­n­o­lein­wand Gray­hawk bei ähn­lich gu­ter Farb­neu­tra­li­tät.

Und schon im dunk­len Raum wirk­te Schwarz sat­ter und die Far­ben rei­ner. Den ein­ge­schränk­ten Blick­win­kel, der laut Her­stel­ler ei­nen mi­ni­ma­len Ab­stand des Bea­mers vom 1,8-fa­chen der Bild­brei­te er­for­dert, emp­fan­den wir als ver­nach­läs­sig­bar. Al­le Zu­schau­er un­se­res Scree­ning-Ki­nos sa­ßen im Sweetspot. Die Phan­tom kon­zen­triert ihr Licht sym­me­trisch, be­vor­zugt al­so we­der ho­ri­zon­tal noch ver­ti­kal, oben oder un­ten. Da­bei ist sie po­la­ri­sa­ti­ons­neu­tral, eig­net sich al­so auch für die­se 3D-Va­ri­an­te. Das da­mit ein­her­ge­hen­de Glit­zern ist durch Ver­klei­ne­rung der Struk­tu­ren nur aus un­mit­tel­ba­rer Nä­he wahr­nehm­bar.

Frap­pie­rend wur­den die Ef­fek­te, als wir et­was Licht ins Ki­no lie­ßen. Das wei­ße Re­fe­renz­tuch war völ­lig un­brauch­bar, Gray­hawk be­kam mehr Durch­zeich­nung hin, doch die Phan­tom lie­fer­te noch ei­nen dop­pelt so gu­ten Schwarz­wert. Im Ver­gleich zum bis­her füh­ren­den Boos­ter Fi­re­hawk zeig­te die Phan­tom sicht­bar mehr De­tails na­he Schwarz bei mi­ni­mal we­ni­ger mit­ti­ger Bril­lanz, je­doch mit na­tür­li­che­ren Far­ben. Kurz ge­sagt ist der Bild­ge­winn der Phan­tom HALR im Ver­gleich zu klas­si­schen Bild­wän­den phä­no­me­nal.

Fa­zit

Die­se Lein­wand er­höht die Dy­na­mik in je­dem Heim­ki­no deut­lich – und im Wohn­zim­mer wirkt sie wah­re Wun­der. Wä­re sie nicht so teu­er, müss­te sie wirk­lich je­der ein­set­zen.

Ralf Lu­lay (r.) vom Ver­trieb Screen Pro­fes­sio­nal brach­te uns ein 2,7-m-Mus­ter im Rah­men­ge­wand. Er er­läu­ter­te uns die Funk­ti­ons­wei­se, und wir führ­ten ers­te Tests durch.

Wir ha­ben Mus­ter un­ter­schied­li­cher Ste­wart-Tü­cher hier fron­tal be­leuch­tet und seit­lich fo­to­gra­fiert. Wäh­rend die Re­fe­renz (un­ters­tes Samp­le) ih­re Hel­lig­keit un­ter Win­kel kon­stant hält, dämpft die Phan­tom HALR (oben) seit­li­ches Licht deut­lich ab.

Rechts: Mit­tig ist der Gain (Ver­hält­nis wei­ße/graue Kur­ve) 0,75, bei 20° schon 0,44, bei 40° 0,25

Links: Von der idea­len Zu­schau­er­po­si­ti­on zeigt sich die Phan­tom et­was dunk­ler als die Weiß­re­fe­renz, je­doch mit er­heb­lich bes­se­rer Sei­ten­licht­dämp­fung.

Die Ein­fär­bung der Lein­wand hat ei­nen küh­len Cha­rak­ter. Sie dämpft über Win­kel gleich­för­mig dif­fus und macht das Bild be­son­ders licht­star­ker Bea­mer sat­ter. Gray­mat­te

Die Fi­re­hawk galt die letz­ten Jahre als Op­ti­mum zur Kon­trast­stei­ge­rung. Sie dämpft vor al­lem un­ter Win­kel deut­lich stär­ker als die Gray­hawk, wirkt aber auch käl­ter. Fi­re­hawk

Schon bei die­ser Mes­sung un­ter leich­tem Win­kel fällt die Lu­mi­nanz um über die Hälf­te ab. Al­le Farb­fre­quen­zen wer­den bes­tens re­flek­tiert, die Neu­tra­li­tät ist der Fi­re­hawk deut­lich über­le­gen. Phan­tom

Die­se Lein­wand gilt in Hol­ly­wood als Farb­re­fe­renz.Und in der Tat konn­ten wir ei­ne wirk­lich nur mar­gi­na­le Dif­fe­renz ge­gen­über der ge­norm­ten Weiß­ka­chel nach­mes­sen. Stu­dio­tek100

Der Fre­quenz­gang ist li­nea­rer als bei der Fi­re­hawk, fällt im Ul­tra­vio­let­ten aber ab. Hier wird ge­gen­über der Stu­dio­tek et­was Kon­trast ge­won­nen bei recht na­tür­li­cher Far­big­keit. Gray­hawk

RO­LAND SEIBT, STV. CHEF­RE­DAK­TEUR

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