Heim­ki­no des Mo­nats

Muss es im­mer 5-Punkt-Ir­gend­was sein? Der Be­sit­zer die­ses schö­nen, bo­den­stän­di­gen Wohn­zim­mer­ki­nos setzt auf dop­pel­tes Ste­reo, denn er hört auch gern Mu­sik. Was den Tech­ni­ker sonst noch in­spi­rier­te, le­sen Sie im Fol­gen­den.

video - - Video | Inhalt - Au­tor: Ste­fan Schi­cke­danz // Re­dak­ti­on: An­to­nia Lai­er // Bil­der: heim­ki­no­markt.de

Zim­mer mit Aus­sicht

Le­sen för­dert die Fan­ta­sie, sagt man. Im Fall die­ses Ki­no­be­sit­zers hat­te der re­gel­mä­ßi­ge Kon­sum ei­ner Ihnen si­cher nicht ganz un­be­kann­ten Zeit­schrift na­mens vi­deo weit­rei­chen­de Fol­gen. Der Groß­va­ter, bei dem Herr L. auf­wuchs, war Abon­nent der ers­ten St­un­de und ver­erb­te sein Abon­ne­ment nach sei­nem Tod im Jahr 1997 an den tech­nik­be­geis­ter­ten En­kel wei­ter. Der blieb da­mit nicht nur mit Tests und Be­rich­ten auf dem Lau­fen­den, er fass­te so­gar durch die jah­re­lan­ge Lek­tü­re sei­nen Be­rufs­wunsch: „Ich bin ei­ner der letz­ten Rund­fun­kund Fern­seh­tech­ni­ker“, ver­rät un­ser treu­er Le­ser nicht ganz oh­ne Stolz.

Der Au­tor er­in­nert sich noch ganz gut, wie es sich vor fast 30 Jah­ren an­fühl­te, für die Ma­ga­zi­ne zu schrei­ben, die man selbst un­ter der Schul­bank ge­le­sen hat­te und kann da­her si­cher ganz gut er­mes­sen, wie es sich für Herrn L. an­füh­len dürf­te, wenn er jetzt die­se Zei­len über sein ei­ge­nes Heim­ki­no in „sei­ner“Zeit­schrift liest. Nicht dass Sie den­ken, wir hät­ten ihm ei­nen Treue­bo­nus ein­ge­räumt, weil er es mit sei­ner Ste­reo-In­stal­la­ti­on so

weit ge­bracht hat. So schön Sur­round auch ist, das Wich­tigs­te an ei­nem Heim­ki­no ist vor al­lem ein gro­ßes schar­fes Bild und ein sau­be­rer, breit­ban­di­ger Ton – und ge­nau das bie­tet das „Room with a View Ci­ne­ma“aus der Nä­he von Rammstein.

Ge­lun­ge­ne In­te­gra­ti­on

Au­ßer­dem taugt es als ge­lun­ge­nes Bei­spiel für ei­ne per­fek­te In­te­gra­ti­on ins Wohn­um­feld. Mit sei­nen 13.000 Eu­ro Bud­get bie­tet es nach ei­ni­gen kost­spie­li­gen Lö­sun­gen von AV-Profis wie FAIRLAND Stu­dio oder Hi­Fi Fo­rum ei­ne bo­den­stän­di­ge, gleich­wohl leis­tungs­fä­hi­ge Vor­la­ge zur Nach­ah­mung. Das Kon­zept geht auf das Jahr 2011 zu­rück und nahm nach und nach die heu­ti­ge Form an. Das Heim­ki­no ent­stand in ei­nem kom­plett aus­ge­räum­ten Wohn­zim­mer im Haus, das Ur­groß­el­tern des heu­ti­gen Be­sit­zer 1874 ge­baut hat­ten. Im Zu­ge ei­ner Re­no­vie­rungs­ak­ti­on war der Weg frei für ei­nen mul­ti­me­dia­len Neu­start. Da­bei kam Herrn L. zu­gu­te, dass sei­ne Frau sei­ne Lei­den­schaft für Mu­sik und Fil­me teilt: „Wir schau­en bei­de ger­ne Block­bus­ter, vor al­lem aus dem Sci­ence-Fic­tion-Be­reich, am bes­ten auf der gro­ßen Lein­wand.“In die- ➜

sem Satz steckt ne­ben der Freu­de über den idea­len Part­ner noch ein Hinweis dar­auf, dass die 2,4 x 1,45 Me­ter gro­ße Mo­tor­lein­wand Screen­ma­xxx nicht al­ter­na­tiv­los ist. Für nor­ma­les Fern­se­hen steht noch ein 16:9-LED-TV Samsung UE46D7090 (46 Zoll 3D Ful­lHD mit 1.920 x 1.080 Bild­punk­te) zu Ver­fü­gung.

Prä­gen­des Er­leb­nis

Kaum zu glau­ben, dass beim Schlüs­sel­er­leb­nis, das zum heu­ti­gen Heim­ki­no führ­te, von ei­ner so schi­cken In­te­gra­ti­on nicht mal im An­satz et­was zu er­ken­nen war. Herr L. er­in­nert sich leb­haft: „Mei­ne Frau und ich sa­ßen auf Cam­ping­s­tüh­len in ei­nem kah­len Raum, vor uns ein aus­ge­lie­he­ner Fir­men­bea­mer auf ei­nem Bei­stell­tisch, der das Pro­gramm un­se­res Tech­niSat-Re­cei­vers auf die nack­te Wand ge­gen­über pro­ji­zier­te. Der Sound kam aus ei­nem klei­nen Ak­tiv­laut­spre­cher­sys­tem – doch die Be­geis­te­rung des Kin­ofee­lings pack­te uns so­fort … und ließ nicht mehr los.“

Ein Tech­niSat-Re­cei­ver mit 500-GB-Fest­plat­te steht auch heu­te noch als Qu­el­le be­reit. Au­ßer­dem gibt es ei­nen Blu-ray-Play­er Ma­rantz UD5005. Doch be­son­ders viel Freu­de be­rei­tet dem Be­sit­zer sein zu­letzt hin­zu­ge­kom­me­ner Trans­ro­tor Avo­rio 25/60. Wenn er dar­auf Mu­sik aus sei­ner gro­ßen Vi­nyl­samm­lung „von Abba bis Zap­pa“auf­legt, macht es Herrn L. min­des­tens ge­nau­so viel Spaß wie ei­nen Film zu schau­en. Da­mit bei­des op­ti­mal klingt, hat sich der B&W-Fan für vor­ne zwei Bo­wers & Wil­kins CM9 ge­gönnt. Auch für sei­ne bis­he­ri­gen Qua­dral Pla­ti­num M4 fand der Klang­gour­met ei­ne sinn­vol­le Ver­wen­dung: „Das neue Bo­xen­paar von B&W braucht ei­ne Grund­laut­stär­ke. Das ist toll zum in­ten­si­ven Plat­ten­hö­ren, aber wenn Be­such kommt, ma­che ich qua­si ‚Quat­tro‘ und las­se die hin­ten auf­ge­stell­ten Qua­drals mit­lau­fen. Dann ver­teilt sich die Wie­der-

ga­be und die M4 kommt lei­se oh­ne­hin schon gut zur Gel­tung.“

Die nö­ti­ge Elek­tro­nik zur Be­feue­rung die­ses hoch­ka­rä­ti­gen Bo­xen­quar­tetts kommt von Ma­rantz. Der AV-Re­cei­ver SR7005 hat mit sei­nen 125 Watt pro Ka­nal die Bo­xen bes­tens im Griff. Er steht in ei­nem Rack, das in Ver­bin­dung mit der ge­sam­ten Raum­ge­stal­tung ein rich­ti­ger Hin­gu­cker ist. Der Be­sit­zer schwärmt: „Da un­ser Jahn­ke TV-Rack mit sei­nem schlich­ten wei­ßen Art­de­sign und den un­glaub­li­chen Un­ter­brin­gungs­mög­lich­kei­ten jeg­li­chen Zu­be­hörs be­reits vor­her zen­tra­ler Mul­ti­me­dia-Blick­punkt war, lag die Ent­schei­dung ei­ner fest in­stal­lier­ten Lein­wand na­he, die auf­grund des py­ra­mi­den­ar­tig nach hin­ten zu­lau­fen­den Racks per­fekt mit­tels ei­nes Wand­schal­ters vor­ne­dran her­un­ter­ge­las­sen wer­den kann und so­mit im Be­darfs­fall das in­te­grier­te 46 Zoll Samsung Pa­nel ver­deckt.“

Schö­ne Aus­sich­ten

Na­tür­lich wol­len wir vom Er­bau­er wis­sen, wo­her der un­ge­wöhn­li­che Na­me kommt, denn al­lein der An­blick die­ser De­si­gner-Mö­bels oder das im Ge­gen­satz zu Kel­ler­ki­nos vor­han­de­ne Fens­ter kann ei­gent­lich nicht den Aus­schlag ge­ge­ben ha­ben. In der Tat ver­birgt sich hin­ter dem „Room with a View“ei­ne klei­ne Ge­schich­te. Zum Freun­des­kreis der zwei­köp­fi­gen Fa­mi­lie L. zäh­len ei­ni­ge Mu­si­ker. Und ei­ne klei­ne Un­der­ground-Band hat ein Lied mit glei­chem Na­men per­formt, das Ein­druck mach­te. (Es han­delt sich da­bei aber nicht um den Ti­tel­song aus dem Pe­ter-Maf­fay-Film „Der Jo­ker“). Ob Herr L. auch ei­nen Jo­ker bei der Le­ser­wahl zum Heim­ki­no des Jah­res hat, wird sich zei­gen.

1 Die schö­ne Op­tik und das Fens­ter al­lein sind nicht für den Na­men „Room with a view Ci­ne­ma“ver­ant­wort­lich. Es steckt auch ein Song ei­ner be­freun­de­ten Un­der­ground-Band da­hin­ter.

2 Die „Re­ar-Spea­ker“von Qua­dral sor­gen nur für gleich­mä­ßi­ge­re Ver­tei­lung des Ste­reo­tons.

3 Das Wohn­zim­mer­ki­no mit sei­nem schi­cken Jahn­ke TV Rack ist für gro­ßes Bild mit ex­zel­len­tem Ton in Ste­reo op­ti­miert.

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