DJI Spark // 599 Eu­ro

video - - Bild | Test: Video-Drohnen -

Die DJI Spark möch­te ei­ne un­kom­pli­zier­te Droh­ne für den täg­li­chen Ge­brauch sein. Sie ragt mit­samt ih­ren vier Ro­to­ren kaum über ei­ne grö­ße­re Hand­flä­che hin­aus und mu­tet da­her bei­na­he wie ein Winz­ling an. Doch un­ter­schät­zen soll­te man sie kei­nes­wegs: Das klei­ne Flug­ob­jekt ist mit je­der Men­ge Elek­tro­nik ge­spickt.

Funk­tio­nen

Die Spark ver­fügt über um­fang­rei­che Tech­nik zum selbst­stän­di­gen Flie­gen – Flight Au­to­no­my heißt es bei DJI. So er­kennt die Spark Hin­der­nis­se mit­tels ei­nes 3D-Sicht­sys­tems. An der Un­ter­sei­te vor­ne sind ein 3D-In­fra­rot­mo­dul so­wie ei­ne Sicht­ka­me­ra ein­ge­baut. Mit­tels ei­nes Po­si­tio­nie­rungs­sys­tems kann die Spark eben­so auf ei­ner Stel­le schwe­ben wie au­to­ma­tisch zum Start­punkt zu­rück­keh­ren. Zu­dem be­herrscht sie meh­re­re au­to­ma­ti­sche Flug­ma­nö­ver, kann Ob­jek­te und Per­so­nen er­ken­nen und ver­fol­gen. Doch wie funk­tio­niert das al­les in der Pra­xis?

App-ge­ho­ben

Zu­nächst möch­te die Spark ak­ti­viert wer­den. Da­für lädt der Droh­nen­pi­lot die App DJI Go 4 auf sein Smart­pho­ne oder Ta­blet. Für die In­stal­la­ti­on der App ist ein recht aktuelles Smart­pho­ne er­for­der­lich. Bei­spiels­wei­se muss es ein iPho­ne 5 oder neue­res App­le-Mo­dell sein. Nach der App-In­stal­la­ti­on folgt ei­ne Re­gis­trie­rung mit Nut­zer­na­men und E-Mail-Adres­se. Im­mer­hin ent­fällt ei­ne Be­stä­ti­gung der E-Mail-Adres­se. Bei der An­mel­dung stimmt der Be­nut­zer ei­ner Fül­le von Da­ten­schutz­be­stim­mun­gen zu. Die­se er­lau­ben es et­wa, Flug­da­ten wie die Po­si­ti­on und auch Vi­deo­auf­nah­men an den Her­stel­ler zu über­mit­teln. Der an­ge­hen­de Pi­lot muss au­ßer­dem sein Her­kunfts­land an­ge­ben. Dar­an über­püft die Droh­ne et­wa lo­ka­le Flug­be­stim­mun­gen und gibt Warn­hin­wei­se. Bei der An­mel­dung legt der Pi­lot ein Nut­zer­pro­fil in ei­nem DJI-Netz­werk an, in dem er sich et­wa mit an­de­ren Pi­lo­ten aus­tau­schen kann.

Nach der An­mel­dung lässt sich ei­ne WLAN-Di­rekt­ver­bin­dung vom Smart­pho­ne zur Droh­ne ein­rich­ten. Da­für ist im Bat­te­rie­fach der Droh­ne ein QR-Co­de auf­ge­druckt, der sich in der Go-4-App scan­nen lässt. Da­mit ließ sich die Ver­bin­dung je­doch nicht her­stel­len. Statt­des­sen ge­lang der Wi-Fi-Kon­takt mit­tels der eben­falls auf­ge­druck­ten SSID und dem Pass­wort.

Im An­schluss war ei­ne Soft­ware­ak­tua­li­sie­rung nö­tig. Das Up­date stock­te je­doch bei 99 Pro­zent. Erst das Aus- und Ein­schal­ten der Droh­ne brach­te Ab­hil­fe. Ins­ge­samt ge­stal­te­te sich die ers­te In­be­trieb­nah­me et­was um­ständ­lich.

App-Flug

Die Steue­rung der Droh­ne ge­lingt kom­plett mit der Go 4 App auf ei­nem Smart­pho­ne oder Ta­blet. Der zu­sätz­lich er­hält­li­che Con­trol­ler (179 Eu­ro) er­wei­tert die Fun­k­reich­wei­te auf gut zwei Ki­lo­me­ter, die bei Smart­pho­nes auf et­wa 100 Me­ter be­grenzt ist. Im Pra­xis­test er­schien je­doch bei ei­ner kür­ze­ren Dis­tanz ein Warn­hin­weis, die Ver­bin­dung rei­ße ab.

Vor den ers­ten Flug­ver­su­chen muss­te die WLAN-Ver­bin­dung er­neut her­ge­stellt wer­den. Der Start selbst glück­te kin­der­leicht per Druck auf das Start­sym­bol auf dem Bild­schirm. Die Spark hebt so­dann mit lei­sem Sur­ren ab und ver­harrt zu­nächst auf ei­ner Hö­he von et­wa 1,2 Me­ter. Der Pi­lot steu­ert die Droh­ne dann auf dem Smart­pho­ne-Bild­schirm: Beim Be­rüh­ren des Bild­schirms las­sen sich zwei Be­rei­che er­ken­nen, in­ner­halb

de­rer die Steu­er­knüp­pel­funk­tio­nen üb­li­cher Droh­nen-Con­trol­ler ver­füg­bar sind. Das be­deu­tet: Lin­ker­hand las­sen sich Flug­hö­he und Ro­ta­ti­on der Droh­ne jus­tie­ren, rechts lässt sich die Droh­ne in al­le vier Him­mels­rich­tun­gen ma­nö­vrie­ren.

Au­to­pi­lot

Die au­to­ma­ti­schen Flug­ma­nö­ver sind sehr nütz­lich. Al­len vor­an Ac­tive Track: Per Fin­ger­zeig lässt sich ei­ne Per­son auf dem Bild­schirm aus­wäh­len, der die Ka­me­ra der Droh­ne dann au­to­ma­tisch folgt. So ge­lin­gen Sel­fie-Auf­nah­men kin­der­leicht: Die Droh­ne dreht sich au­to­ma­tisch in Rich­tung der ge­wähl­ten Per­son. Je nach Ein­stel­lung hält die Droh­ne da­bei den Ab­stand oder ver­harrt, wie im Test, auf ei­ner Po­si­ti­on. Der Pi­lot kann die Droh­ne da­bei den­noch mit­tels ma­nu­el­ler Steue­rung na­vi­gie­ren, die Ka­mer­anei­gung än­dern.

Mit­tels „Tap Fly“lässt sich bei­spiels­wei­se ein Punkt auf dem Bild­schirm an­tip­pen, die Droh­ne fliegt dann von selbst dort­hin. Nach der Ziel­aus­wahl per Fin­ger­tipp er­scheint ein grü­nes „Go“auf dem Bild­schirm, ein Tipp dar­auf star­tet den Flug.

Quick Shot bie­tet vier au­to­ma­ti­sche Flug­ma­nö­ver für mit­rei­ßen­de Luft­auf­nah­men: 1. Dro­nie ist das Pen­dant zu ei­nem Smart­pho­ne-Sel­fie. Die Droh­ne fliegt rück­wärts und rasch nach oben, wäh­rend die Ka­me­ra bei­spiels­wei­se den Pi­lo­ten am Bo­den filmt. 2. Bei Cir­cle kreist die Droh­ne um ei­ne Per­son am Bo­den. 3. Mit He­lix steigt die Droh­ne spi­ral­för­mig em­por und filmt da­bei ei­ne zu­vor aus­ge­wähl­te Per­son am Bo­den. 4. Bei der Wahl von Ro­cket schießt die Droh­ne senk­recht nach oben, wäh­rend die Ka­me­ra ei­ne Per­son am Bo­den auf­zeich­net.

Ges­ten­steue­rung

Zu­dem gibt es noch die Ges­ten­steue­rung. Da­bei kann die Spark aus und in ei­ner Hand star­ten und lan­den – bis­lang ein­ma­lig. Im Flug lässt sich die Droh­ne mit­tels ei­ner vor die Ka­me­ra­sen­so­ren ge­hal­te­nen Hand na­vi­gie­ren. Doch zu­nächst muss die Ges­ten­steue­rung wäh­rend des Flugs der Droh­ne ak­ti­viert wer­den. Nach ei­ner an­schlie­ßen­den Lan­dung lässt sich der Palm Launch, der Start aus der Hand, durch ei­nen zwei­fa­chen Druck auf den rück­wär­ti­gen An­schal­ter ak­ti­vie­ren. Die Front­ka­me­ra der Spark wird da­bei auf den Pi­lo­ten aus­ge­rich­tet. So­bald sie ein Ge­sicht er­kennt, be­ginnt sie ab­zu­he­ben.

Auch Fo­tos las­sen sich im Ges­ten­mo­dus aus­lö­sen, au­ßer­dem ei­ne Ver­fol­gungs­funk­ti­on ak­ti­vie­ren. Für die Lan­dung mit­tels Ges­ten­steue­rung hält der Pi­lot sei­ne Hand un­ter die flie­gen­de Droh­ne. Dies löst das so­ge­nann­te Palm Land aus. Die Hand­be­we­gun­gen müs­sen al­ler­dings et­was be­däch­tig er­fol­gen. Bei ruck­ar­ti­gen Be­we­gun­gen reißt der Kon­takt zur Droh­ne un­ver­mit­telt ab.

Bild­qua­li­tät

Die gu­te Schär­fe und die vie­len De­tails der Vi­deo­auf­nah­men über­zeug­ten. Bei Son­nen­schein wa­ren die Far­ben gut ge­sät­tigt, Ge­sicht­s­tö­ne wirk­ten fast schon zu kräf­tig. Die Spark lie­fer­te ei­ne gu­te Vi­deo­qua­li­tät, die Stand­fo­tos fie­len da­ge­gen et­was ab.

Fa­zit

Die Spark zeigt, dass DJI über je­de Men­ge Know-how in der Droh­nen­tech­nik ver­fügt. Die au­to­ma­ti­schen Flug­ma­nö­ver, be­son­ders aber die Ver­fol­gung ei­ner Per­son mi­t­els Ac­tive Track ma­chen Luft­auf­nah­men für je­der­mann leicht. Man­ko sind hier ge­wis­se Zwei­fel in punc­to Da­ten­schutz.

Preis/Leis­tung: sehr gut

DJI € 599 SPARK Tes­t­ur­teil: sehr gut

Far­ben­freu­dig: Die klei­ne DJI Spark gibt’s in fünf Far­ben – Weiß, Blau, Grün, Rot und Gelb.

Im Ges­ten­mo­dus lässt sich die Spark mit­tels Hand­ges­ten – vor­nehm­lich der aus­ge­stre­cken Hand – wil­lig füh­ren. So­gar der Start aus der Hand und die Lan­dung auf ei­ner Hand­flä­che ge­lin­gen.

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