„Ir­gend­wo taucht im­mer ein Idi­ot auf“

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Rid­ley Scott (79) streu­nert mal wie­der durch die Ga­la­xie und lässt die Mensch­heit in „Ali­en: Co­venant“ins of­fe­ne Mes­ser lau­fen. Da­bei fin­det der bri­ti­sche Re­gis­seur, dass das Wel­tall nach wie vor ein loh­nen­des Rei­se­ziel ist. Und er ist er­picht dar­auf, die ganz gro­ßen Fra­gen des Le­bens zu klä­ren. vi­deo: Wis­sen Sie ei­gent­lich, wo­von An­dro­iden träu­men? Rid­ley Scott: Die träu­men gar nicht, sie schal­ten sich ein­fach aus, und das war‘s dann. Aber im­mer­hin kön­nen sie selbst ent­schei­den, wann sie in den Stand­by-Mo­dus wech­seln. Künst­li­che In­tel­li­genz ist das gro­ße The­ma un­se­rer Ta­ge ... vi­deo: Was hal­ten Sie denn von den Ent­wick­lun­gen auf die­sem Ge­biet? Rid­ley Scott: Künst­li­che In­tel­li­genz ist et­was, das schon Teil un­se­res All­tags ist. Ich hof­fe nur, dass wir un­se­ren ge­sun­den Men­schen­ver­stand nut­zen, wenn wir sie ein­set­zen, da­mit sie nicht un­se­rer Kon­trol­le ent­glei­tet. Noch müs­sen be­stimm­te Vor­aus­set­zun­gen er­füllt sein, da­mit Künst­li­che In­tel­li­genz funk­tio­niert, es gibt Be­schrän­kun­gen. Aber man weiß nie: Ir­gend­wo taucht im­mer ein Idi­ot auf ... vi­deo: Das Ver­hält­nis zwi­schen Schöp­fer und Ge­schöp­fen steht im Mit­tel­punkt von „Ali­en: Co­venant“: Glau­ben Sie wirk­lich dar­an, dass es ir­gend­wo da drau­ßen ei­ne schöp­fen­de Macht gibt? Rid­ley Scott: Ab­so­lut. Vor 30 Jah­ren er­klär­te mir ein Astro­phy­si­ker, dass „Ali­en“in un­se­rer Le­bens­zeit auf kei­nen Fall Rea­li­tät wer­den kann. Er mein­te da­mit nicht nur, dass wir nicht so lan­ge durchs All rei­sen kön­nen, son­dern dass wir auch kei­ne Le­bens­for­men von an­de­ren Pla­ne­ten tref­fen wür­den. Ich sag­te ihm da­mals: „Bleib lo­cker, es ist nur ein Film.“vi­deo: Und heu­te? Rid­ley Scott: Heu­te le­ben wir in der Ge­wiss­heit, dass es an­de­re be­wohn­ba­re Pla­ne­ten im Wel­tall gibt: Ich las vor Kur­zem ei­nen Ar­ti­kel, in dem von 200 sol­cher Pla­ne­ten al­lein in un­se­rer Ga­la­xie die Re­de ist. Mich hat das nicht über­rascht. Die­se wis­sen­schaft­li­che Er­kennt­nis gibt mir Ge­wiss­heit, dass es ei­ne hö­he­re Macht ge­ben kann. Ich glau­be al­ler­dings nicht, dass ein Schöp­fer un­be­dingt ein wei­ser al­ter Mann mit lan­gem Bart ist. vi­deo: Ihr Film heißt „Co­venant“– was so viel be­deu­tet wie Ver­trag. Wel­chen Ver­trag hat die Mensch­heit mit sich selbst? Rid­ley Scott: Ganz sim­pel: im­mer neue Wel­ten zu ent­de­cken. Um der Mensch­heit ei­ne Zu­kunft zu bie­ten, ei­ne Chan­ce auf Wei­ter­ent­wick­lung zu ge­ben, macht sich im Film die Be­sat­zung des Raum­schif­fes da­für in die Tie­fen des Wel­talls auf ... vi­deo: Was gar nicht so weit her­ge­holt scheint. Rid­ley Scott: Rich­tig. Bei den Ar­bei­ten an mei­nem Film „Der Mar­sia­ner“ha­be ich mich aus­führ­lich mit NA­SA-Ex­per­ten un­ter­hal­ten, ob es denk­bar wä­re, den Mars zu ko­lo­nia­li­sie­ren. Sie sag­ten, es sei mög­lich, schon in­ner­halb der nächs­ten 15 Jah­re. Leu­te wie Elon Musk (Fir­men­grün­der Tes­la und SpaceX, d. Red.) ar­bei­ten be­reits sehr in­ten­siv an ent­spre­chen­den Plä­nen. Die Kos­ten sind enorm, aber der Mars ist die Tür­schwel­le zum Uni­ver­sum. Al­les, was da­nach kommt, ist Licht­jah­re ent­fernt. Wir müss­ten in der Tat ei­ne Mög­lich­keit fin­den, Men­schen in ein kon­trol­lier­tes Ko­ma zu ver­set­zen, um län­ge­re Dis­tan­zen zu­rück­zu­le­gen. Aber wenn du ein­mal da drau­ßen bist ... vi­deo: Das Ver­spre­chen ei­ner bes­se­ren Welt ir­gend­wo auf ei­nem an­de­ren Pla­ne­ten – kön­nen die Men­schen das über­haupt hal­ten? Rid­ley Scott: Das weiß nie­mand. Men­schen wer­den schließ­lich im­mer Men­schen sein. Wenn ich mir an­se­he, was zur­zeit auf die­sem Pla­ne­ten pas­siert, wie ver­rückt das al­les ist, möch­te ich lie­ber nicht an­fan­gen, dar­über nach­zu­den­ken.

RID­LEY SCOTT SETZT BEI KÜNST­LI­CHER IN­TEL­LI­GENZ AUF DEN GE­SUN­DEN MEN­SCHEN­VER­STAND

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