ATMOS FÜR AL­LE

Der Start­schuss fiel bei Laut­spre­cher Teu­fel schon vor zwei Jah­ren mit dem LT5 Set. Jetzt kom­men ein­fach die „Re­flekt“oben drauf. Wir tes­ten die neu­en Dol­by Atmos-Mo­du­le in Kom­bi mit Ul­ti­ma 40 und dem On­kyo TX-NR676E.

video - - Video | Inhalt - AN­TO­NIA LAI­ER, RE­DAK­TEU­RIN

Das Dol­by-Atmos Ein­stiegs­set vonTeu­fel mit sei­nen neu­en Re­flekt-Laut­spre­chern über­zeugt mit ei­ner star­ken Preis-Leis­tungs-Qua­li­tät.

Aus­pa­cken, an­schlie­ßen, los­le­gen – Heim­ki­no kann so ein­fach sein! Doch nor­ma­ler­wei­se müs­sen wir Te­st­re­dak­teu­re uns erst ei­ne Laut­spre­cher-Ver­stär­ker-Kom­bi zu­sam­men­stel­len oder zie­hen un­se­ren Re­fe­renz-AV-Re­cei­ver zu Hil­fe. Dann folgt die Ver­ka­be­lung. Wäh­rend sich die­ses Sze­na­rio im vi­deo Hör­raum mit ent­spre­chen­der Gr­und­aus­stat­tung oh­ne gro­ßen Auf­wand um­setz­ten lässt, sieht es in den meis­ten Wohn­zim­mern an­ders aus. Wer an den Kauf des ers­ten Se­tups zu­rück­denkt oder mit der In­ves­ti­ti­on in ein neu­es lieb­äu­gelt, kennt die Pro­ble­ma­tik mit den ein­zel­nen Kom­po­nen­ten.

Laut­spre­cher Teu­fel hat sich jetzt ei­ne Uni­ver­sal-Lö­sung für all die­je­ni­gen ein­fal­len las­sen, die dem im­mer­si­ven Sound via Dol­by Atmos oder DTS:X Ein­zug in ih­re vier Wän­de ge­wäh­ren möch­ten. Da­bei geht es um drei Kom­plett­pa­ke­te, be­ste­hend aus 5.1 Se­tups (Ul­ti­ma 40 Surround oder Sys­tem 4 so­wie 6 THX), al­len Ka­beln, AV-Re­cei­vern aus dem Hau­se On­kyo (TX-NR676E, TX-RZ820 oder TXRZ1100) und zwei oder vier der neu­en Re­flekt-Bo­xen. Das kommt dann al­les spiel­fer­tig nach Hau­se ge­lie­fert. Es gibt aber auch Aus­bau-Bund­les. Und wer sein be­ste­hen­des Se­t­up mit Ver­ti­kal-Klän­gen pim­pen möch­te, kann die Re­flekt als Paar er­wer­ben.

Al­les Atmos?

Vor et­was mehr als zwei Jah­ren über­rasch­ten uns die Ber­li­ner mit dem LT5 li­cen­s­ed by Dol­by Atmos, ei­nem der ers­ten 3D-Heim­ki­no­sys­te­me über­haupt. Die Be­geis­te­rung war rie­sig, und ist es noch im­mer. Wäh­rend die nach oben ab­strah­len­den Chas­sis hier be­reits in den vier Stand­säu­len ein­ge­ar­bei­tet wur­den, funk­tio­nie­ren die Re­flekt et­was an­ders. Mit ih­ren schma­len Ab­mes­sun­gen von 8,7x13x18,5 Zen­ti­me­ter wer­den die in matt-schwarz ge­hal­te­nen, aus MDF-Ma­te­ri­al ge­fer­tig­ten Bo­xen ein­fach auf die Front- oder (Back-)Sur­round­laut­spre­cher ge­stellt und sind da­mit be­son­ders uni­ver­sell ein­setz­bar. Da­her ori­en­tiert sich das De­sign nicht an ei­ner spe­zi­el­len Teu­fel-Se­rie, wor­un­ter die Ge­samt­op­tik zu­ge­ge­be­ner­ma­ßen et­was lei­det. Die Re­flekt schi­cken den Klang an die De­cke, und von dort aus wird er re­flek­tiert – da­her auch der ein­gän­gi­ge Mo­dell­na­me. Der von Dol­by vor­ge­schrie­be­ne Win­kel von 20 Grad wird da­bei durch die in­te­grier­ten Stand­fü­ße fest­ge­legt. Ein dreh­ba­rer Wand­hal­ter er­laubt au­ßer­dem die ho­ri­zon­ta­le oder ver­ti­ka­le Montage. Wir tes­ten die Re­flekt mit der be­währ­ten Ul­ti­ma 40

Surround-Se­rie. Rein op­tisch macht das in Schwarz oder Weiß er­hält­li­che Se­t­up mit sei­ner in bei­den Va­ri­an­ten in schwar­zem Hoch­glanz ge­hal­te­nen Front schon mal viel her. Auch an der Ver­ar­bei­tung gibt es nichts aus­zu­set­zen. Die Stand­box UL40 Mk2 ist ei­ne 3-We­ge-Bass­re­flex-Kon­struk­ti­on. Als Hoch­tö­ner fun­giert ei­ne 2,5-cm-Ge­we­be-Ka­lot­te, wie sie auch bei Re­ars und Cen­ter zu fin­den ist. Dar­über sticht der 16,5-cm-Kev­lar-Glas­fa­serMit­tel­tö­ner ins Au­ge, der ab ca. 650 Hertz ein­setzt. Des­sen chrom­far­be­ner Pha­se-Plug soll Fre­quenz-Aus­lö­schun­gen mi­ni­mie­ren. Für kräf­ti­ge Bäs­se sind die bei­den Tief­tö­ner zu­stän­dig, die aus Fi­ber­glas und be­schich­te­ter Zel­lu­lo­se ge­fer­tigt sind. Bi-Wi­ring-Ter­mi­nals wer­ten die Säu­len zu­sätz­lich auf. Die UL20 Mk2 ist als Zwei­we­ge-Box auf­ge­baut und be­dient sich des äqui­va­len­ten Tief-Mit­tel­tö­ners. Auch den Cen­ter ha­ben die In­ge­nieu­re mit zwei sol­chen Chas­sis aus­ge­stat­tet, de­ren Durch­mes­ser dann et­was klei­ner aus­fällt. Ver­voll­stän­digt wird die Se­rie ak­tu­ell noch mit dem Ak­tiv-Sub US 2110/1SW mit 25-cm-Zel­lu­lo­se-Mem­bran. Gleich­zei­tig ist aber be­reits die über­ar­bei­te­te Ver­si­on T10 er­hält­lich, die erst­mals als Front- oder Down­fi­re-Va­ri­an­te ein­ge­setzt wer­den kann. Ein Test­mus­ter stand bei Re­dak­ti­ons­schluss aber noch nicht zur Ver­fü­gung.

So klein und doch so groß

Be­reits mit der Dol­by Atmos De­moDisc fin­den wir Ge­fal­len an der Ab­bil­dung im drei­di­men­sio­na­len Raum. Da­bei sind ein­zel­ne Ef­fek­te an der De­cke eher dif­fus als punk­tu­ell wahr­nehm­bar, was bei Test­tö­nen auf­fal­len mag, bei Fil­men oder Li­ve-Auf­nah­men al­ler­dings nicht ne­ga­tiv zum Tra­gen kommt. Im Ge­gen­teil. Denn ge­ra­de was die Im­mer­si­vi­tät, al­so das Ein­tau­chen ins Ge­sche­hen an­geht, stau­nen wir nicht schlecht, wel­chen Er­leb­nis­fak­tor die­se zwei klei­nen Re­flekt in den Test­raum zau­bern. Wir frös­teln zwi­schen Eis­kris­tal­len in Eve­r­est und bea­men uns nach Prag zu Hans Zim­mer in die O2-Are­na. Selbst­ver­ständ­lich grün­det die­ser Ge­samt­ein­druck größ­ten­teils auf dem per­fek­ten und lü­cken­lo­sen Zu­sam­men­spiel der Ul­ti­ma 40 Surround-Se­rie. Die ein­zel­nen Bo­xen wir­ken nicht nur op­tisch, son­dern auch klang­lich wie aus ei­nem Guss und spie­len dy­na­misch auf. Was die Teu­fels hier ab­lie­fern, ist wirk­lich ganz gro­ßes Ki­no. Der Cen­ter schenkt Stim­men Na­tür­lich­keit und Prä­senz, wäh­rend der Sub dem Gan­zen Nach­druck ver­leiht. Al­ler­dings stößt er bei „Ra­dioac­tive“an sei­ne Leis­tungs­gren­ze und be­ginnt zu ver­zer­ren. Mi­ni­mals­te Ver­fär­bun­gen im Hoch-

ton­be­reich bei Ste­reo-Wie­der­ga­be wa­gen wir kaum zu er­wäh­nen – man hal­te sich den Preis vor Au­gen. Denn an­sons­ten sind die Säu­len mit über­wie­gend fei­nen Hö­hen, aus­ge­wo­ge­nen Mit­ten und kna­cki­gen Bäs­sen (dank lang­hu­bi­ger Si­cke) auch al­lei­ne ei­ne Wucht.

Per­fek­te Team­ar­beit

Zum ers­ten Mal setzt Teu­fel auf ei­ne Zu­sam­men­ar­beit mit On­kyo, hier mit dem TX-NR676E (aus­führ­li­cher Test in vi­deo 9/17). Sie­ben End­stu­fen bie­ten An­schlüs­se für 5.1.2 Se­tups. Dank Ein­rich­tungs­as­sis­ten­ten ge­lingt die Erst­in­be­trieb­nah­me auch Ein­stei­gern, ruck­zuck sind die ein­zel­nen Spea­ker an­ge­schlos­sen und der AV-R ist ins Netz­werk ein­ge­bun­den. Bei Up­firing-Mo­du­len müs­sen wir für ei­ne gu­te Ort­bar­keit die Ent­fer­nung zur De­cke ein­stel­len. Auch an­sons­ten hat On­ky­os Bei­trag zum Bund­le ei­ni­ges zu bie­ten. Bei­spiels­wei­se Mu­sik­strea­m­ing mit Spo­ti­fy und Co. dank ent­spre­chen­der App oder di­rekt vom NAS-Ser­ver. Das klappt auch mit HiRes Da­tei­en. Chro­me­cast-built in, ein ver­läss­li­ches Ein­mess-Sys­tem, Blue­tooth so­wie die 4K-Vi­de­o­ver­ar­bei­tung mit al­len gän­gi­gen HDR-For­ma­ten samt Dol­by Vi­si­on zie­ren eben­falls die Fea­tu­re-Lis­te.

Fa­zit

Sie fra­gen sich, wann der rich­ti­ge Zeit­punkt ge­kom­men ist, um in die drei­di­men­sio­na­le Heim­ki­no­welt ein­zu­tau­chen? Jetzt! Teu­fel bie­tet ein su­per Ein­stiegs­set, das mit Dol­by Atmos gut klingt und auch in Ste­reo bril­liert. Al­so setz­ten Sie das Ul­ti­ma 40 5.1.2 -Se­t­up auf Ih­ren Wunsch­zet­tel an das Christ­kind. Oder nur das klei­ne Re­flekt-Duo, das in je­dem Fall un­ter den Weih­nachts­baum passt.

Bund­le mit Ul­ti­ma 40 und On­kyo: Un­ser Test­se­t­up bie­tet den Ein­stieg in Teu­fels Atmos-Bund­leAn­ge­bo­te. Im Lie­fer­um­fang ent­hal­ten sind au­ßer­dem 30 Me­ter Laut­spre­cher­so­wie Sub­woo­fer­ka­bel. Die Re­flekt al­lei­ne kos­ten 300 Eu­ro pro Pär­chen – güns­ti­ge­re Auf­sät­ze ken­nen wir nicht.

Me­nü­punkt Laut­spre­cher-Kon­fi­gu­ra­ti­on am TX-NR676E: Für un­ser Ul­ti­ma-40-Se­t­up im 5.1.2 Lay­out stel­len wir die Hö­hen­laut­spre­cher auf „Dol­by Spea­ker (Front)“ein.

Oben prangt das of­fi­zi­el­le Dol­by Atmos Lo­go, dar­un­ter die Laut­spre­cher-An­schlüs­se so­wie ein Schal­ter zum Skip­pen zwi­schen „re­flec­tive“und „di­rect mo­de“. Prak­ti­scher­wei­se kön­nen sie dank ent­spre­chen­der Fre­quen­zwei­che so­wohl als tra­di­tio­nel­ler Up­firing-, als auch als De­ckenoder so­gar Re­arLaut­spre­cher ge­nutzt wer­den. Die Ab­strahl­cha­rak­te­ris­tik wird dem­ent­spre­chend an­ge­passt.

Das Zwei­we­ge­sys­tem mit ei­nem 2,5-cm-Ge­we­be-Hoch­tö­ner im Zu­sam­men­spiel mit dem 9-cmTief-Mit­tel­tö­ner aus Ke­flar soll Räu­me bis 80 Qua­drat­me­ter mit 3D-Ef­fek­ten be­schal­len. Im Test klappt das gut.

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