Test: LG SK10Y

LG schickt sei­ne zwei­te Dol­by At­mos Soundbar ins Ren­nen, die von Me­ri­di­anAu­dio fein­ge­tu­n­ed wur­de.

video - - Inhalt - von An­to­nia Lai­er

Soundbars gel­ten schon seit Län­ge­rem als Uni­ver­sal­lö­sung für das Wohn­zim­mer. Ob Talk­show oder Tat­ort – der TV-Klang er­hält so ein hör­ba­res Up­date. Doch für mit­rei­ßen­de Film- be­zie­hungs­wei­se so­gar Heim­ki­no­aben­de be­darf es et­was mehr als ei­ner gu­ten Sprach- und na­tür­li­chen Klang­wie­der­ga­be. Der Zu­schau­er möch­te ein­tau­chen ins Ge­sche­hen, ja in ei­ne Art vir­tu­el­len Klang­ko­kon. Vie­le Her­stel­ler set­zen da­her auf vir­tu­el­len Sur­round-Sound. Die prak­ti­sche Um­set­zung mit dem „vor­ge­gau­kel­ten“Ge­sche­hen klappt mal mehr, mal we­ni­ger gut. Schließ­lich muss sehr viel (Raum-)Klang aus üb­li­cher­wei­se sehr klei­nem oder zu­min­dest fla­chem Ge­häu­se kom­men.

Kei­ne schlech­te Idee al­so, sich als eta­blier­te Mar­ke im Be­reich Un­ter­hal­be­kannt tungs­elek­tro­nik mit ei­nem Ex­per­ten auf dem Ge­biet des Di­gi­ta­len Si­gnal Pro­ces­sings (DSP) zu­sam­men­zu­tun. Im Fall der SK10Y – und noch ei­ni­ger wei­te­rer LG-Pro­duk­te 2018 – spre­chen wir von Me­ri­di­an Au­dio. Der bri­ti­sche Hi­Fi-Her­stel­ler mach­te sich be­reits vor über 40 Jah­ren mit ak­ti­ven Laut­spre­chern (sie­he Kas­ten Seite 72) ei­nen Na­men. Die auf­fäl­lig ge­form­ten High-End-Bo­xen, de­ren Form­ge­bung an der des mensch­li­chen Kop­fes ori­en­tiert ist, dürf­te der ei­ne oder an­de­re Hi­Fi-Fan viel­leicht ken­nen. Auch wenn es um High Re­so­lu­ti­on Au­dio geht, wa­ren und sind die Bri­ten ganz vor­ne mit da­bei. Bri­ti­scher Ein­fluss Als ers­tes Pro­dukt der neu­en Part­ner­schaft, die im Rah­men der CES 2018 ge­ge­ben wur­de, tes­ten wir nun das Flagg­schiff-Mo­dell aus dem neu­en Soundbar-Li­ne-up 2018. Das 5.1.2-Se­t­up, be­ste­hend aus Bar und zu­ge­hö­ri­gem Wi­re­less Sub­woo­fer, er­in­nert op­tisch nur mi­ni­mal an den „Vor­gän­ger“SJ9. Das De­sign-Up­grade ge­fällt aber sehr gut und ver­leiht der Bar ei­nen mo­der­nen und zugleich zeit­lo­sen Touch. Statt den ab­ge­run­de­ten Kan­ten setzt man jetzt wie­der auf den ecki­gen Look, wäh­rend die glat­te, schwarz­graue Ober­flä­che edel an­mu­tet und ein klei­ner Schrift­zug auf den Ko­ope­ra­ti­ons­part­ner ver­weist. Der hoch­wer­ti­gen Soundbar ge­bührt aber auch ei­ne ent­spre­chen­de In­stal­la­ti­on, denn mit ei­ner Län­ge von 144 Zen­ti­me­tern fällt sie be­acht­lich groß aus. Im Ide­al­fall er­gänzt sie ein 65 Zoll TV-Ge­rät. Stammt es aus dem Hau­se

LG, bie­ten die Ko­rea­ner für aus­ge­wähl­te ak­tu­el­le Mo­del­le üb­ri­gens ei­ne sehr ge­lun­ge­ne Montage-Va­ri­an­te na­mens „TV Per­fect Fit“an. Der TK10Ad­ap­ter lässt die bei­den Kom­po­nen­ten qua­si mit­ein­an­der „ver­schmel­zen“. Auch ei­ne Wand­mon­ta­ge ist mög­lich. In je­dem Fall soll­te der Weg nach oben und zu bei­den Sei­ten hin frei sein, da­mit sich der Sound aus den für Dol­by-At­mos-Klän­ge not­wen­di­gen ob­li­ga­to­ri­schen Up­firing-Chas­sis un­ge­stört ent­fal­ten kann. Das gilt auch für bei­de Sei­tenen­den der Bar, da hier je­weils ein Trei­ber für die vir­tu­el­len Klan­geffek­te ein­ge­baut wur­de.

Blei­ben wir gleich bei der Laut­spre­cher­be­stü­ckung der Bar. Die Ko­ope­ra­ti­on mit Me­ri­di­an lässt sich näm­lich an­hand ei­ni­ger kon­kre­ter Än­de­run­gen zum Vor­gän­ger ma­ni­fes­tie­ren. Was die Be­schaf­fen­heit des Hoch­tö­ners an­geht, setzt LG jetzt auf Alu­mi­ni­um statt Sei­de. Das stei­fe­re Ma­te­ri­al ver­spricht ei­ne bes­se­re Pe­gel­fes­tig­keit. Auch an der An­ord­nung wur­de ge­feilt: Ein­zel­ne Kam­mern für je­den Trei­ber ver­bes­sern nicht nur die „Rein­heit“des Si­gnals und op­ti­mie­ren die für Spra­che und Mu­sik wich­ti­ge Stimm­wie­der­ga­be, son­dern ver­hin­dern auch un­ge­wünsch­tes Mit­schwin­gen. Ne­ben der Ex­per­ti­se im Laut­spre­cher­bau pro­fi­tie­ren die Ko­rea­ner auch vom Me­ri­di­an’schen Know-how im Be­reich Psy­cho­akus­tik und Di­gi­ta­le Klang­ver­ar­bei­tung. Ganz kon­kret geht es da­bei um die bei­den Tech­no­lo­gi­en „Bass and Space“so­wie „Height Ele­va­ti­on“. Wie die Na­men schon sa­gen ver­spricht man sich da­von al­so ei­ne Er­wei­te­rung des Klang­felds in die Hö­he, so­wie ei­nen ins­ge­samt sehr räum­li­chen Sound mit kräf­ti­gen Bäs­sen. Al­les in al­lem klingt das sehr viel­ver­spre­chend. Was in der Pra­xis zu­trifft, ha­ben wir selbst­ver­ständ­lich aus­führ­lich ge­tes­tet. Im Klang­ko­kon Be­vor es los­ge­hen kann, schlie­ßen wir den UHD-Play­er an ei­ne der bei­den HDMI Buch­sen mit HDCP2.2 Kom­pa­ti­bil­li­tät an und ver­bin­den die Bar via Au­dio-Re­turn­chan­nel mit dem Fern­se­her. Mit UHD-In­hal­ten so­wie HDR-Me­t­a­da­ten (HDR10, Dol­by Vi­si­on) hat die SK10Y kei­ne Pro­ble­me. Auch un­se­re Dol­by At­mos Tests über den en­han­ced Au­dio Re­turn Chan­nel meis­tert sie mit Bra­vour. So­mit stellt auch das Strea­men di­rekt über Net­flix, Max­do­me und Co. am Smart TV kein Hin­der­nis dar.

Los geht’s. Zur ma­nu­el­len Be­die­nung ste­hen die wich­tigs­ten Be­feh­le auf der Ober­flä­che als Touch-Ele­men­te be­reit. Wer es be­que­mer ha­ben möch­te, greift selbst­ver­ständ­lich zum (zu­ge­ge­ben nicht ganz so sty­li­schen) Ge­ber. Soll­te der ein­mal nicht auf­find­bar sein, be­steht auch die Mög­lich­keit der Be­fehls­ver­mitt­lung über die LG Wi-Fi Spea­ker App. On-Screen Me­nü gibt es kei­nes.

Erst in der ver­gan­ge­nen Aus­ga­be durf­ten al­le 3D-Klang Soundbars noch ein­mal ge­gen­ein­an­der an­tre­ten. Bei LGs SJ9 kri­ti­sier­ten wir ei­ne eher schma­le Klang­büh­ne. Vom Mit­ten­drin-Er­leb­nis hat­ten wir uns mehr er­war­tet. Die Span­nung ist al­so groß, als wir Mad Max Fu­ry Road ein­le­gen und tra­di­tio­nell mit der ers­ten Sze­ne star­ten. Der Schrift­zug Dol­by At­mos er­scheint am gut ab­les­ba­ren Dis­play und das Ums­wit­chen auf ei­nen der ins­ge­samt fünf Klang­mo­di ist de­ak­ti­viert. Klangfein­hei­ten wie Hö­hen, Bass, Sub und die In­ten­si­tät der Hö­hen­ka­nalä­le las­sen sich aber den­noch jus­tie­ren. Wir star­ten mit der Grund­ein­stel­lung 0. Schon nach we­ni­gen Se­kun­den wird klar: Von der zu­vor be­schrie­be­nen Klang­cha­rak­te­ris­tik des Vor­gän­gers ist nicht mehr viel üb­rig. Bin­nen Se­kun­den er­rich­tet die SK10Y ei­ne Show­büh­ne vor un­se­rem Hör­platz und macht uns ne­ben Mad Max fast

Die eher mi­ni­ma­lis­ti­sche Fern­be­die­nung bie­tet Zu­griff auf die wich­tigs­ten Funk­tio­nen. Das De­sign hät­te un­se­rer Mei­nung nach et­was ed­ler aus­fal­len dür­fen.

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