The Flo­ri­da Pro­ject

video - - INHALT -

Der Be­giff der „Pro­jects“be­zeich­net im ame­ri­ka­ni­schen Eng­lisch ei­nen Kom­plex von So­zi­al­bau­ten. Häu­fig sind Ar­mut, Dro­gen und Ge­walt hier die ein­zi­gen wirk­li­chen Kon­stan­ten. „The Flo­ri­da Pro­ject“stellt da­bei aber we­ni­ger Not und Leid in den Mit­tel­punkt, son­dern zeich­net statt­des­sen ein So­zi­al­por­trät, in dem die Prot­ago­nis­ten vor al­lem ver­su­chen, aus dem We­ni­gen, was sie ha­ben, das Bes­te zu ma­chen. Das ge­lingt dem Film be­son­ders auch des­halb so gut, da er vor al­lem die Per­spek­ti­ve der sechs­jäh­ri­gen Moonee und ih­rer gleich­alt­ri­gen Freun­de in den Mit­tel­punkt stellt, aus de­ren Sicht vie­le der Ein­schrän­kun­gen, die ihr Le­ben aus­zeich­nen, wenn über­haupt nur wie klei­ne­re Unan­nehm­lich­kei­ten, zu­meist aber so­gar wie span­nen­de Her­aus­for­de­run­gen er­schei­nen. Das Bild der Disc bie­tet gu­ten Blu-ray-Durch­schnitt oh­ne gro­ße Feh­ler. Der Ton kommt da­ge­gen, ge­ra­de wenn drei oder vier der Kid­dies durch­ein­an­der­schrei­en, doch ab und an an sei­ne Gren­zen. Re­gis­seur Se­an Ba­ker schlach­tet die The­ma­tik des Le­bens am Exis­tenz­mi­ni­mum in „The Flo­ri­da Pro­ject“da­bei in kei­nem Moment rühr­se­lig aus, son­dern wirft statt­des­sen ei­nen do­ku­men­ta­ri­schen und un­ver­stell­ten Blick auf ei­nen ab­sei­ti­gen Mi­kro­kos­mos im ak­tu­el­len Ame­ri­ka, bei dem der Dreck und die Pla­cke­rei­en des All­tags zwar stets deut­lich zu se­hen sind, Schutt und Schweiß je­doch auch auch oft ge­nug in ei­nen be­rau­schen­den ro­sa­far­be­nen Son­nen­un­ter­gang ge­taucht wer­den.

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