FITZ­CA­RAL­DO

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Ins­ge­samt vier Jah­re Pro­duk­ti­ons­dau­er, zahl­rei­che Schau­spie­ler wie Jack Nickol­son, Ja­son Ro­bards, Ma­rio Adorf und Mick Jag­ger, die ent­we­der von dem Film ab­spran­gen, wäh­rend der Dreh­ar­bei­ten zu­sam­men­bra­chen und nicht mehr wei­ter­ma­chen konn­ten oder de­ren Rol­le kur­zer­hand aus dem Skript ge­stri­chen wur­de – und nicht zu­letzt ein rie­si­ger Damp­fer, der un­ter rea­len Be­din­gun­gen von ei­nem In­dia­ner­stamm über ei­nen Berg ge­zo­gen wird. Dass „Fitz­ca­ral­do“über­haupt je das Licht der Welt er­blick­te, ist vor die­ser Lis­te an Schwie­rig­kei­ten si­cher nicht als selbst­ver­ständ­lich zu be­trach­ten. (Die irr­wit­zi­ge Pro­duk­ti­ons­ge­schich­te, die auch mehr als nur ei­ne Mord­dro­hung zwi­schen den han­deln­den Ak­teu­ren be­reit­hielt, floss dann we­sent­lich auch in Her­zogs nicht min­der fes­seln­de Do­ku­men­ta­ti­on „Mein liebs­ter Feind“ein.) Der Münch­ner Fil­me­ma­cher Wer­ner Her­zog ließ sich je­doch nie von sei­ner Vi­si­on ab­brin­gen, die Ge­schich­te des Idea­lis­ten Fitz­ca­ral­do zu er­zäh­len, der mit­ten im Ur­wald ei­ne Oper er­rich­ten will und da­für auch nicht vor den aber­wit­zigs­ten Ta­ten zu­rück­schreckt. Ein Glück! Denn Her­zogs Dschun­gel-Odys­see fas­zi­niert bis zum heu­ti­gen Tag. Dies liegt ganz we­sent­lich an der enor­men Prä­senz, mit der Klaus Kin­ski als Haupt­dar­stel­ler die Rol­le des Fitz­ca­ral­do aus­füllt. Des­sen nicht zu leug­nen­der Wahn­sinn, der das Pro­duk­ti­ons­team wäh­rend der Dreh­ar­bei­ten mehr als ein­mal zur Ver­zweif­lung brach­te, sorgt auf der Lein­wand je­doch für in­ten­sivs­te Mo­men­te, die den Zu­schau­er im Zu­sam­men­spiel mit der über­wäl­ti­gen­den Op­tik des Dschun­gels in je­der Se­kun­de im Bann hält. Fitz­ca­ral­do ist nicht nur ei­ner der bes­ten und wich­tigs­ten deut­schen Fil­me al­ler Zei­ten. Auch auf in­ter­na­tio­na­ler Ebe­ne ist Her­zogs be­rau­schen­des Ur­wald-Epos ein fil­mi­sches Meis­ter­werk, das je­der Ci­ne­ast min­des­tens ein­mal in sei­nem Le­ben ge­se­hen ha­ben soll­te.

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