Ro­man J. Is­ra­el, Esq.

video - - INHALT -

„Ro­man J. is­ra­el, esq.“ist kein ein­fa­cher Film. An­ge­fan­gen bei der we­nig fo­kus­sier­ten Sto­ry, der ei­gen­wil­li­gen ent­wick­lung bis hin zu sei­nem schwie­ri­gen Prot­ago­nis­ten gibt es in Dan Gil­roys Werk so ei­ni­ges, an dem man sich rei­ben kann. Ro­man is­ra­el hat jahr­zen­te­lang als idea­lis­ti­scher An­walt für so­zia­le Ge­rech­tig­keit ge­kämpft. Nach­dem sein Chef und Ver­trau­ter Wil­li­am Hen­ry Jack­son stirbt, steht Ro­man oh­ne Job da und muss nun ent­schei­den, wie es mit sei­ner An­walts­kar­rie­re wei­ter­geht. Zu­nächst noch prin­zi­pi­en­treu bis zur Selbst­ge­rech­tig­keit, legt Den­zel Wa­shing­ton sei­ne Fi­gur von Be­ginn an nur be­dingt sym­pa­thisch an. Auch wenn Gil­roy sei­nen kom­ple­xen Hel­den im wei­te­ren Ver­lauf zwi­schen moral und Ver­füh­rung schwan­kend zeigt, blei­ben die Grau­schat­tie­run­gen des Films mit­un­ter so fein, dass man sich zum Teil wie in ei­nem dich­ten Ne­bel ver­lo­ren fühlt. Ro­man ist kein ein­fa­cher mann und ihn mit sei­nen teils he­roi­schen, teils ver­werf­li­chen Ta­ten ganz zu fas­sen und ein­zu­ord­nen kei­ne ein­fa­che Auf­ga­be. Tech­nisch ist Gil­roys Film da­ge­gen weit we­ni­ger am­bi­va­lent. Die Bil­der sind durch­ge­hend scharf und kon­trast­reich, die Far­ben na­tür­lich und der Sound kommt klar und prä­zi­se da­her. Ja, un­term Strich ist Ro­man J. is­ra­el, esq. kein ein­fa­cher Film. Aber es ist ein Film, des­sen Ge­schich­te den­noch ge­hört wer­den soll­te, weil sie trotz al­ler län­gen, Schwä­chen und Un­ge­reimt­hei­ten die Kraft hat zu be­rüh­ren, zu in­spi­rie­ren, ja mit­un­ter zu be­geis­tern.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.