We­ni­ger als 2,5 Mil­lio­nen Ar­beits­lo­se

Zahl der er­werbs­lo­sen Frau­en und Män­ner nimmt in Deutsch­land wei­ter ab. Doch vie­le sind un­ter­be­schäf­tigt

Wertinger Zeitung - - Wirtschaft -

Schee­le bei der Be­kannt­ga­be der Zah­len zu­frie­den fest. Aber selbst oh­ne die star­ken Sai­son­ef­fek­te wä­re die Ar­beits­lo­sig­keit im Sep­tem­ber um 23 000 ge­sun­ken. Schee­le warn­te den­noch vor ei­ner Über­be­wer­tung der gu­ten Sep­tem­ber­zah­len: „War­ten wir mal, bis wir die Zah­len für das ge­sam­te vier­te Quar­tal ha­ben. Es kann sein, dass der Herbst­auf­schwung im Sep­tem­ber be­son­ders stark war und da­nach in die Knie geht.“Zu­dem sind in der of­fi­zi­el­len Ar­beits­lo­sen­zahl je­ne Job­su­cher nicht ent­hal­ten, die ak­tu­ell Trai­nings­kur­se oder Aus- und Fort­bil­dun­gen ab­sol­vie­ren.

Rech­net man die­se hin­zu, gab es in Deutsch­land zu­letzt knapp 960 000 Job­su­cher mehr. Mit ins­ge­samt 3,406 Mil­lio­nen lag die Zahl der so­ge­nann­ten Un­ter­be­schäf­tig­ten den­noch um rund 118 000 nied­ri­ger als vor ei­nem Jahr. Dass die Zahl der Un­ter­be­schäf­tig­ten nicht so stark sank wie sonst, lag nach Schee­les Ein­schät­zung an der ho­hen Zahl ar­beit­su­chen­der Flücht­lin­ge, die In­te­gra­ti­ons­und För­der­kur­se ab­sol­vie­ren.

Nach den jüngs­ten Zah­len sind der­zeit bei den Ar­beits­agen­tu­ren und Job­cen­tern knapp 190000 Flücht­lin­ge als ar­beits­los re­gis­triert. Hin­zu kom­men knapp 220 000, die zwar eben­falls ei­ne Ar­beit su­chen, aber noch In­te­gra­ti­ons­kur­se be­su­chen und des­halb of­fi­zi­ell nicht als ar­beits­los gel­ten. Wei­ter­hin hoch ist da­mit die Zahl der er­werbs­fä­hi­gen Flücht­lin­ge, die auf Hartz IV an­ge­wie­sen sind. Im Ju­ni lag die Zahl bei 616 000. Es ge­be aber Hin­wei­se, dass sich die Ent­wick­lung ab­zu­fla­chen be­gin­ne, sag­te ei­ne Ex­per­tin der Bun­des­agen­tur für Ar­beit.

Mit Blick auf die Re­gie­rungs­bil­dung in Ber­lin mein­te Ar­beits­agen­tur-Chef Schee­le, er se­he ei­ne mög­li­che Ja­mai­ka-Ko­ali­ti­on bei der Ver­bes­se­rung der Hartz-IV-Fi­nan­zen ge­for­dert. „Es wä­re schön, wenn der seit 2013 ein­ge­fro­re­ne Hart­zIV-Etat be­darfs­ge­recht an­ge­passt wür­de, da­mit wir bei den Lang­zeit­ar­beits­lo­sen ein biss­chen mehr tun kön­nen“, sag­te er. Die Chan­cen da­für schätzt Schee­le grund­sätz­lich als gut ein. Al­le an ei­ner mög­li­chen Ja­mai­ka-Ko­ali­ti­on be­tei­lig­ten Par­tei­en – Uni­on, FDP und Grü­ne – hät­ten im Wahl­kampf deut­lich ge­macht, dass ih­nen die Be­schäf­ti­gungs­för­de­rung wich­tig sei.

For­de­run­gen ein­zel­ner Uni­ons­und FDP-Po­li­ti­ker nach bal­di­ger Sen­kung des Ar­beits­lo­sen­bei­trags er­teil­te BA-Fi­nanz­vor­stands­mit­glied Va­le­rie Hols­bo­er hin­ge­gen Die Ar­beits­lo­sen­quo­te ist zum Herbst be­ginn in al­len baye­ri­schen Re­gie rungs­be­zir­ken im Ver­gleich zum Au­gust zu­rück­ge­gan­gen. Ge­gen über dem Vor­jahr fiel die Ver­bes­se rung zum Teil noch deut­li­cher aus. In Nie­der­bay­ern, der Ober­pfalz und Un­ter­fran­ken sank die Ar­beits­lo sen­quo­te je um 0,5 Pro­zent­punk­te.

Die Ober­pfalz ver­tei­digt mit ei­ner Quo­te von 2,6 Pro­zent die Spit zen­po­si­ti­on.

Mit­tel­fran­ken bleibt mit 3,8 Pro zent am Schluss, ver­bes­sert sich aber auch um 0,4 Punk­te.

In Ober­bay­ern liegt die Quo­te bei 3,0, in Nie­der­bay­ern bei 2,7, in Ober­fran­ken bei 3,4, in Un­ter­fran­ken bei 2,9 und in Schwa­ben bei 2,8 Pro­zent. Für Ge­samt­bay­ern macht die Quo­te 3,0 Pro­zent aus. (dpa) ei­ne Ab­sa­ge. Er­fah­run­gen aus der Fi­nanz­kri­se im Jahr 2009 hät­ten ge­zeigt, dass die Bun­des­agen­tur zur Be­wäl­ti­gung sol­cher Kri­sen 20 Mil­li­ar­den Rück­la­gen brau­che. So­lan­ge die­se Schwel­le nicht er­reicht sei, sei­en sol­che Bei­trags­dis­kus­sio­nen we­der zweck­mä­ßig noch ziel­füh­rend.

Wie gut es um den Ar­beits­markt be­stellt ist, zeigt nach Schee­les An­sicht auch das gro­ße Stel­len­an­ge­bot: Im Sep­tem­ber gab es 773 000 zu be­set­zen­de Jobs – das wa­ren 86 000 mehr als vor ei­nem Jahr. Ent­spre­chend wach­se die Zahl der Er­werbs­tä­ti­gen wei­ter; sie lag nach Hoch­rech­nung des Sta­tis­ti­schen Bun­des­am­tes im Au­gust bei 44,50 Mil­lio­nen – 64000 mehr als im Vor­mo­nat und 692000 mehr als im Vor­jahr. Der An­stieg ge­he al­lein auf ein Plus an so­zi­al­ver­si­che­rungs­pflich­ti­ger Be­schäf­ti­gung zu­rück. (dpa)

Gu­te Zah­len für Bay­ern

Fo­to: dpa

Am Bau läuft es nach wie vor rund. Mit ar­bei­ter sind heiß be­gehrt.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.