„Stolz“auf Wehr­machts­sol­da­ten: Mas­si­ve Kri­tik an Gau­land

Op­per­mann nennt AfD-Spit­zen­kan­di­dat ul­tra­rech­ten Mi­li­ta­ris­ten – Schulz: Ver­fas­sungs­schutz soll­te Par­tei über­wa­chen

Wittlager Kreisblatt - - POLITIK -

AFP BER­LIN. AfD-Spit­zen­kan­di­dat Alex­an­der Gau­land hat mas­si­ve Kri­tik aus­ge­löst mit der For­de­rung, wie­der „stolz zu sein auf die Leis­tun­gen deut­scher Sol­da­ten in zwei Welt­krie­gen“. „Wer so re­det, muss sich vor­wer­fen las­sen, ein Rechts­ex­tre­mer zu sein“, kri­ti­sier­te Jus­tiz­mi­nis­ter Hei­ko Maas (SPD). „Im­mer of­fe­ner zeigt sich das rechts­ra­di­ka­le Ge­sicht der AfD.“

Wie erst jetzt be­kannt wur­de, hat­te Gau­land am 2. Sep­tem­ber beim so­ge­nann­ten Kyff­häu­ser-Tref­fen der rech­ten AfD-Grup­pe „Der Flü­gel“ver­langt, ei­nen Schluss­strich un­ter die Be­wäl­ti­gung der NS-Ver­gan­gen­heit zu zie­hen: „Man muss uns die­se zwölf Jah­re jetzt nicht mehr vor­hal­ten. Sie be­tref­fen un­se­re Iden­ti­tät heu­te nicht mehr. Und das spre­chen wir auch aus“, sag­te er. Da­her hät­ten die Deut­schen wie­der das Recht auf „Stolz“auf die Ta­ten der Sol­da­ten in die­ser Zeit.

„Die Äu­ße­run­gen ent­lar­ven Gau­land als ul­tra­rech­ten Mi­li­ta­ris­ten“, kri­ti­sier­te SPDFrak­ti­ons­chef Tho­mas Op­per­mann. „Es fehlt mir je­de Vor­stel­lungs­kraft, wie man auf Mil­lio­nen To­te, bar­ba­ri­sche Kriegs­ver­bre­chen und ei­ne Zer­stö­rung von ganz Eu­ro­pa nur an­satz­wei­se stolz sein kann.“Grü­nen-Spit­zen­kan­di­dat Cem Öz­de­mir be­zeich­ne­te Gau­lands „ein­deu­ti­gen Si­gna­le“an die rechts­ex­tre­me Sze­ne als un­er­träg­lich.

Um­fra­gen zu­fol­ge kann die AfD da­mit rech­nen, bei der Bun­des­tags­wahl ein zwei­stel­li­ges Er­geb­nis zu er­rei­chen. An­ge­sichts des er­war­te­ten Ein­zugs der AfD ins Par­la­ment sag­te Kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel (CDU), es gel­te, sich der Sor­gen der Men­schen an­zu­neh­men. „Auf der an­de­ren Sei­te müs­sen wir auch kla­re ro­te Li­ni­en zie­hen, wo es um Verun­glimp­fung von Men­schen geht, wo es ras­sis­ti­sche Vor­be­hal­te gibt“, sag­te sie dem TV-Sen­der Sat 1.

We­sent­lich deut­li­cher äu­ßer­te sich SPD-Her­aus­for­de­rer Mar­tin Schulz: Er for­der­te, die AfD durch den Ver­fas­sungs­schutz be­ob­ach­ten zu las­sen. „Die völ­ki­sche Rhe­to­rik auch in der AfD-Spit­ze zeigt doch, dass man da­von aus­ge­hen muss, dass nicht nur an der Ba­sis, son­dern auch in der Füh­rung der Par­tei ei­ne Ge­sin­nung herrscht, die mit den Grund­wer­ten un­se­rer Ver­fas­sung nicht ver­ein­bar ist“, sag­te Schulz dem „Spie­gel“. „Die Spit­ze der AfD ist ras­sis­tisch.“

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