Po­li­tik muss et­was be­we­gen

Wittlager Kreisblatt - - DIALOG -

Zu den Er­geb­nis­sen der Bun­des­tags­wahl.

„Schul­dig die Po­li­ti­ker, schul­dig die Me­di­en, schul­dig der Is­lam, schul­dig gar die Flücht­lings­not; nein, Schuld tra­gen vor­erst wir Bür­ger, über die es heißt, man sol­le uns nicht kri­ti­sie­ren oder gar be­schimp­fen; ja, wir ha­ben reich­lich das Kreuz­chen in Krei­se ge­setzt, aus de­nen wir hö­ren und von de­nen wir le­sen konn­ten: ,Men­schen ent­sor­gen‘ , das deut­sche Mi­li­tär zwei­er Krie­ge ver­herr­li­chen, ,Schluss mit der Er­in­ne­rungs­kul­tur‘ und man­ches an­de­re Üb­le, im­mer an der Gren­ze zum Ver­stoß ge­gen das Grund­ge­setz.

Pein­lich, kei­ner un­se­rer Nach­fah­ren wird uns Kra­wat­ten­trä­gern glau­ben, wir Bür­ger ha­ben nichts da­von ge­wusst. Die Me­di­en ha­ben es uns deut­lich vor­ge­tra­gen. Kri­ti­ken und Pro­test ge­gen ,die da oben‘ ge­hö­ren auch zum De­mo­kra­tie­ver­ständ­nis, zu un­se­ren Wer­ten. Doch Frust und Wi­der­stand ge­gen das po­li­ti­sche Esta­blish­ment kann man auch an an­de­rer Stel­le sau­ber und of­fen aus­drü­cken. Ge­ra­de uns Deut­schen stän­de das gut!“

Franz Kah­lert Os­ter­cap­peln

„Die eta­blier­ten Par­tei­en ha­ben vom Volk ei­ne klei­ne Ohr­fei­ge be­kom­men, und ich hof­fe, dass sich bei un­se­ren Po­li­ti­kern, die jetzt die Ver­ant­wor­tung tra­gen, et­was be­wegt und sie sich dar­auf be­sin­nen, was sie bei ih­rem Amts­eid dem Volk ver­spre­chen und dann auch da­nach han­deln wer­den!

Die Bür­ger wur­den jah­re­lang ver­ges­sen, und ih­re Not und ih­re Sor­gen wur­den ein­fach igno­riert. In Deutsch­land, ei­nem nicht ganz un­wich­ti­gen Land in Eu­ro­pa, gab es lan­ge Zeit kei­ne rechts­po­pu­lis­ti­sche Be­we­gung oder Par­tei. Jetzt gibt es in Bel­gi­en den Vlaams Be­lang, in den Nie­der­lan­den Geert Wil­ders und die Par­tij voor de Vri­jheid, in Frank­reich Ma­ri­ne Le Pen und den Front Na­tio­nal, in Dä­ne­mark die Dansk Fol­ke­par­ti, in Schwe­den die Schwe­den­de­mo­kra­ten, in Finn­land die Wah­ren Fin­nen, in Nor­we­gen die Fort­schritts­par­tei, in Ös­ter­reich Heinz-Chris­ti­an Stra­che und die FPÖ.

Es ist noch nicht zu spät, und ich be­fürch­te, soll­te sich nicht schnells­tens in Eu­ro­pa gra­vie­rend et­was än­dern, wird es in ganz Eu­ro­pa ei­ne rechts­po­pu­lis­ti­sche Be­we­gung ge­ben. Die der­zeit Ver­ant­wort­li­chen al­ler Län­der in Eu­ro­pa lau­fen Ge­fahr, dass sie auch das ern­ten, was sie über Jah­re selbst ge­sät ha­ben!“

Er­win Klaas Mep­pen

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