Mas­sen­pro­test ge­gen Se­pa­ra­tis­ten

Ka­ta­lo­ni­en un­ter Zwangs­ver­wal­tung – Hun­dert­tau­sen­de de­mons­trie­ren für Ein­heit

Wittlager Kreisblatt - - VORDERSEITE -

AFP BAR­CE­LO­NA. In der ka­ta­la­ni­schen Re­gio­nal­haupt­stadt Bar­ce­lo­na ha­ben am Sonn­tag Hun­dert­tau­sen­de Men­schen ge­gen die Ab­spal­tung von Spa­ni­en de­mons­triert. Der Marsch stand un­ter dem Mot­to „Ka­ta­lo­ni­en – das sind wir al­le“.

Meh­re­re Hun­dert­tau­send Men­schen ha­ben ges­tern in Bar­ce­lo­na für den Ver­bleib Ka­ta­lo­ni­ens in Spa­ni­en de­mons­triert. Die ka­ta­la­ni­schen Se­pa­ra­tis­ten rie­fen in­des­sen zum Wi­der­stand ge­gen Ma­drid auf. dpa/AFP MA­DRID/BAR­CE­LO­NA/BRÜS­SEL. In der ka­ta­la­ni­schen Re­gio­nal­haupt­stadt Bar­ce­lo­na ha­ben am Sonn­tag Hun­dert­tau­sen­de ge­gen die Ab­spal­tung von Spa­ni­en de­mons­triert. Nach An­ga­ben der Po­li­zei gin­gen rund 300 000 Un­ab­hän­gig­keits­geg­ner auf die Stra­ße, die Or­ga­ni­sa­to­ren ga­ben die Zahl der Teil­neh­mer mit über ei­ner Mil­li­on an. Der Marsch stand un­ter dem Mot­to „Ka­ta­lo­ni­en – das sind wir al­le“.

Die spa­ni­sche Zen­tral­re­gie­rung hat­te am Frei­tag die Zwangs­ver­wal­tung Ka­ta­lo­ni­ens be­schlos­sen, nach­dem das ka­ta­la­ni­sche Re­gio­nal­par­la­ment die Un­ab­hän­gig­keit der Re­gi­on er­klärt hat­te. Re­gio­nal­prä­si­dent Carles Pu­ig­de­mont und sei­ne Re­gie­rung wur­den des Am­tes ent­ho­ben. Für den 21. De­zem­ber setz­te Ma­drid Neu­wah­len in Ka­ta­lo­ni­en an.

Bei de­nen müs­sen die Se­pa­ra­tis­ten Ka­ta­lo­ni­ens nach

ei­ner Um­fra­ge mit ei­nem Ver­lust der Mehr­heit im Re­gio­nal­par­la­ment rech­nen. Bei ei­nem Ur­nen­gang zum jet­zi­gen Zeit­punkt wür­den die drei nach Un­ab­hän­gig­keit stre­ben­den Par­tei­en zu­sam­men auf höchs­tens 42,5 Pro­zent der Stim­men und da­mit 65 Sit­ze kom­men, wie aus ei­ner am Sonn­tag ver­öf­fent­lich­ten Um­fra­ge des an­ge­se­he­nen For­schungs­in­sti­tuts Sig­ma Dos im Auf­trag der

Zei­tung „El Mun­do“her­vor­geht. Für die ab­so­lu­te Mehr­heit wä­ren min­des­tens 68 Sit­ze nö­tig.

Am Sams­tag stell­te Ma­drid die au­to­no­me Ge­mein­schaft Ka­ta­lo­ni­en un­ter Zwangs­ver­wal­tung. Mi­nis­ter­prä­si­dent Ma­ria­no Ra­joy be­auf­trag­te nach Me­dien­be­rich­ten sei­ne Ver­tre­te­rin Sora­ya Sáenz de Santa­ma­ría mit der Über­nah­me der täg­li­chen Amts­ge­schäf­te in der Re­gi­on. Sei­tens der Se­pa­ra­tis­ten wird das Vor­ge­hen der Zen­tral­re­gie­rung als „Staats­streich“Ma­drids ge­gen den ka­ta­la­ni­schen Staat ge­wer­tet.

Nach Wor­ten von Ori­ol Jun­queras, dem ab­ge­setz­ten Vi­ze­prä­si­den­ten der Re­gio­nal­re­gie­rung in Bar­ce­lo­na, blei­be der eben­so ab­ge­setz­te ka­ta­la­ni­sche Re­gio­nal­prä­si­dent Carles Pu­ig­de­mont wei­ter­hin der „Prä­si­dent Ka­ta­lo­ni­ens“. Pu­ig­de­mont „ist und wird Prä­si­dent des Lan­des blei­ben“und wei­se den „Staats­streich“Ma­drids zu­rück, schrieb Vi­ze­prä­si­dent Ori­ol Jun­queras in ei­nem Bei­trag für die ka­ta­la­ni­sche Zei­tung „El Punt Avui“.

An­kla­ge we­gen Re­bel­li­on

Pu­ig­de­mont hat­te be­reits am Sams­tag die Ka­ta­la­nen zum „de­mo­kra­ti­schen Wi­der­stand“ge­gen die Zwangs­ver­wal­tung auf­ge­ru­fen. In ei­ner Fern­seh­an­spra­che ver­si­cher­te Pu­ig­de­mont fer­ner, er wer­de wei­ter für den Auf­bau ei­nes „frei­en Lan­des“ar­bei­ten. Die spa­ni­sche Ge­ne­ral­staats­an­walt­schaft kün­dig­te an, in den kom­men­den Ta­gen ge­gen Pu­ig­de­mont An­kla­ge we­gen „Re­bel­li­on“zu er­he­ben. Dar­auf steht ei­ne Höchst­stra­fe von 30 Jah­ren Haft.

Bel­gi­ens Staats­se­kre­tär für Asyl und Mi­gra­ti­on, Theo Francken, brach­te sein Land als Zufluchts­ort für Pu­ig­de­mont ins Spiel. Ka­ta­la­nen, die sich po­li­tisch ver­folgt fühl­ten, könn­ten in Bel­gi­en um Asyl an­su­chen, sag­te der Po­li­ti­ker der na­tio­na­lis­tisch­flä­mi­schen Par­tei N-VA.

Ei­ne Re­gi­on auf dem Weg zum Staat? Be­rich­te aus Ka­ta­lo­ni­en fin­den Sie auf noz.de/po­li­tik

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