Vie­le Zei­tun­gen kom­men­tie­ren die Ka­ta­lo­ni­en-Kri­se:

Wittlager Kreisblatt - - EINBLICKE -

„Mehr Steu­er­ho­heit, we­ni­ger Be­vor­mun­dung, viel­leicht auch ir­gend­wann ein ganz le­ga­les Re­fe­ren­dum über mehr Au­to­no­mie oder Un­ab­hän­gig­keit – war­um soll man Ka­ta­lo­ni­en nicht ge­stat­ten, was auch in an­de­ren eu­ro­päi­schen Re­gio­nen mög­lich ist? Ge­set­ze und auch die spa­ni­sche Ver­fas­sung kön­nen ent­spre­chend ge­än­dert wer­den. Die Re­form der Ver­fas­sung dürf­te lang­fris­tig die ei­gent­li­che Her­aus­for­de­rung für den Viel­völ­ker­staat Spa­ni­en sein, um dem Ver­lan­gen sei­ner Re­gio­nen nach mehr Ei­gen­stän­dig­keit und we­ni­ger zen­tral­staat­li­cher Gän­ge­lung zu be­geg­nen.“ „Die­sen Kampf kann nie­mand ge­win­nen. Die Se­pa­ra­tis­ten kön­nen die Un­ab­hän­gig­keit Ka­ta­lo­ni­ens er­klä­ren, aber sie kön­nen sie nicht er­lan­gen, da­für fehlt ih­nen die Un­ter­stüt­zung. Ra­joy kann sie auf den Weg zur Ver­fas­sung zu­rück­zwin­gen. Aber da­mit hat er sie nicht für Spa­ni­en ge­won­nen. Ka­ta­lo­ni­en bleibt ein po­li­ti­sches Schlacht­feld oh­ne Sie­ger.“ (Lon­don)

„Das ka­ta­la­ni­sche Di­lem­ma ist ei­ne dra­ma­ti­sche Il­lus­tra­ti­on ei­nes grö­ße­ren Pro­blems für vie­le eu­ro­päi­sche Na­tio­nal­staa­ten, die mit se­zes­sio­nis­ti­schem Druck kon­fron­tiert sind – ins­be­son­de­re mit der un­ge­klär­ten Fra­ge des Rechts auf Selbst­be­stim­mung. Re­spekt für die Rech­te na­tio­na­ler Min­der­hei­ten ge­hört zu den Wer­ten, die im Grün­dungs­ver­trag und der Grund­rech­te-Char­ta der EU fest­ge­schrie­ben sind. Und die UN-Char­ta er­klärt ein­fach, je­des Volk ha­be das Recht, sei­nen sou­ve­rä­nen und in­ter­na­tio­na­len Sta­tus frei zu wäh­len. Doch nir­gend­wo im in­ter­na­tio­na­len Recht wird er­klärt, wie ei­ne sol­che Ent­schei­dung or­dent­lich zu­stan­de kommt und was sie kon­kret be­inhal­tet (Au­to­no­mie, Fö­de­ra­ti­on oder vol­le Un­ab­hän­gig­keit) und auch nicht, was in die­sem Zu­sam­men­hang ein ,Volk‘ aus­macht.“ „An­ge­sichts des jahr­hun­der­te­al­ten Kon­flikts mit Ma­drid ist es un­wahr­schein­lich, dass die ka­ta­la­ni­sche Un­ab­hän­gig­keits­be­we­gung als Fol­ge des har­ten Durch­grei­fens der spa­ni­schen Re­gie­rung ein­fach ver­schwin­den wird. Frü­her oder spä­ter wer­den des­halb die bei­den Sei­ten mit­ein­an­der re­den müs­sen.“

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