Teil 4: Heim­tex­ti­li­en

So po­si­tiv wir­ken Bettwäsche, Teppiche & Co. auf un­ser Wohl­be­fin­den

WOHNIDEE - - Inhalt - TEXT LE­NA SELCHERT

H aben Sie schon mal ei­ne Woh­nung be­sucht, in der sich kei­ner­lei Tex­ti­li­en be­fan­den: kei­ne Vor­hän­ge, kei­ne Kis­sen, kei­ne Teppiche? Si­cher ha­ben Sie sie als sehr un­ge­müt­lich und kühl emp­fun­den. So geht es zu­min­dest den meis­ten Leu­ten. Heim­tex­ti­li­en ver­brei­ten näm­lich so­fort ei­ne be­hag­li­che Grund­stim­mung.

In­di­vi­du­el­le AT­MO­SPHä­RE

Ihr größ­ter Vor­teil ge­gen­über Mö­beln und fest ver­bau­ter Ein­rich­tung in Bad oder Kü­che: Tex­ti­le Ac­ces­soires sind ver­gleichs­wei­se kos­ten­güns­tig und las­sen sich un­kom­pli­ziert aus­tau­schen. So kön­nen wir uns leicht ab und zu ei­nen neu­en Vor­hang, ei­nen schi­cken Läu­fer oder ku­sche­li­ge Bettwäsche in der ak­tu­el­len Lieb­lings­far­be gön­nen. Ge­stal­ten wir un­se­re Woh­nung nach un­se­ren ei­ge­nen Wün­schen, steigt ganz au­to­ma­tisch auch un­ser Wohl­be­fin­den.

Na­tür­li­cher KU­SCHEL­FAK­TOR

Vor al­lem bei Stof­fen, die di­rekt mit der Haut in Kon­takt kom­men, spielt die Ver­träg­lich­keit ei­ne gro­ße Rol­le. Als be­son­ders an­ge­nehm gel­ten Na­tur­fa­sern. Da­zu zäh­len Fa­sern tie­ri­schen Ur­sprungs (wie Wol­le oder Sei­de) so­wie pflanz­li­che Fa­sern (wie Baum­wol­le oder Lei­nen). Na­tur­fa­sern ha­ben den Vor­teil, dass sie gleich­zei­tig wär­men und at­men, al­so Luf­taus­tausch zu­las­sen. Zu­dem kön­nen sie meist mehr Feuch­tig­keit auf­neh­men als syn­the­ti­sche Pro­duk­te, oh­ne sich nass an­zu­füh­len – pri­ma bei Plaids oder Bettwäsche. Auch Teppiche aus Na­tur­fa­sern wie Si­sal oder Wol­le tra­gen mit ih­rem feuch­tig­keits­re­gu­lie­ren­den Ef­fekt zu ei­nem aus­ge­gli­che­nen Raum­kli­ma bei. Wei­te­res Plus von Na­tur­fa­ser­tep­pi­chen: Sie sind an­ti­sta­tisch, sen­ken die Fe­in­staub­be­las­tung und ver­hin­dern, dass wir bar­fü­ßig „ei­ne ge­wischt be­kom­men“. Zu­dem schont ein wei­cher Bo­den­be­lag durch sei­ne ab­fe­dern­de Wir­kung Mus­ku­la­tur und Ge­len­ke.

Steue­rung von LäRM UND LICHT

Kla­ckern­de Pumps auf dem Par­kett, Ge­schirr­ge­ras­sel in der Kü­che oder to­ben­de Kin­der: Lärm ist ei­ner der größ­ten Stress­fak­to­ren un­se­rer Ta­ge, selbst in den ei­ge­nen vier Wän­den. Je hö­her und grö­ßer der Raum und je mehr glat­te, schall­re­flek­tie­ren­de Ma­te­ria­li­en ver­wen­det wur­den, des­to hö­her die Be­las­tung. Doch Teppiche, Vor­hän­ge und Mö­bel­stof­fe schaf­fen Ab­hil­fe. Durch ih­re struk­tu­rier­te Ober­flä­che ab­sor­bie­ren Tex­ti­li­en den Schall und ver­bes­sern die Raum­akus­tik. Flie­ßen­de, trans­pa­ren­te Stof­fe zäh­len eher zu den schwä­che­ren Schall­schlu­ckern, dich­te, schwe­re Stof­fe zu den star­ken. Al­ler­dings müs­sen Sie für ei­ne op­ti­ma­le Wir­kung nicht gleich ei­ne di­cke Samt­gar­di­ne auf­hän­gen. So­ge­nann­te Akus­tik­stof­fe sind auch in leich­ten Qua­li­tä­ten zu ha­ben (et­wa bei Créa­ti­on Bau­mann) und ver­rin­gern durch ih­re spe­zi­el­le mehr­di­men­sio­na­le Ober­flä­chen­be­schaf­fen­heit den Nach­hall trotz­dem er­heb­lich. Mit sol­chen Hel­fer­lein ver­bringt man zu Hau­se ent­spann­te, ru­hi­ge St­un­den!

Zu­sätz­lich las­sen sich mit Gar­di­nen, Rol­los und Vor­hän­gen na­tür­lich Licht­ein­fall und Raum­tem­pe­ra­tur steu­ern. Im Win­ter spei­chern sie die Wär­me, im Som­mer schüt­zen sie vor Hit­ze. Und nicht zu­letzt auch vor neu­gie­ri­gen Nach­barn: Hin­ter blick­dich­ten Gar­di­nen ist un­se­re Pri­vat­sphä­re si­cher.

Ach­tung bei der AUS­RüS­TUNG

Wich­tig bei al­len tex­ti­len Pro­duk­ten: auf die so­ge­nann­te Aus­rüs­tung ach­ten. Der Be­griff um­fasst ver­schie­de­ne Ver­fah­ren zur Op­ti­mie­rung von Tex­ti­li­en. Ne­ben me­cha­ni­scher Ein­wir­kung kom­men häu­fig auch Che­mi­ka­li­en zum Ein­satz. Die­se kön­nen spä­ter in die Raum­luft oder gar die Haut ge­lan­gen. Selbst Ve­re­de­lun­gen, die zu­nächst gut klin­gen, scha­den mit­un­ter. So wer­den et­wa mit Sil­be­rio­nen aus­ge­rüs­te­te Bett­wa­ren als an­ti­bak­te­ri­ell und ge­eig­net für All­er­gi­ker an­ge­prie­sen. Tat­säch­lich kön­nen sie aber zu Bak­te­ri­en­re­sis­ten­zen füh­ren und Hau­t­rei­zun­gen ver­ur­sa­chen.

An­de­res Bei­spiel: Teppiche mit Woll­sie­gel. Zur Er­lan­gung des Sie­gels ist ei­ne Aus­rüs­tung mit gif­ti­gen Bio­zi­den ge­gen Mot­ten­fraß so­gar Vor­aus­set­zung! Um auf Num­mer si­cher zu ge­hen, beim Kauf bes­ser gleich auf schad­stoff­ge­prüf­te oder un­be­han­del­te Tex­ti­li­en (sie­he Gü­te­sie­gel) set­zen. Üb­ri­gens: Das Eti­kett „rei­ne Baum­wol­le“al­lein bie­tet noch kei­nen Schutz vor Schad­stof­fen. Auch hier kann ei­ne nicht kenn­zeich­nungs­pflich­ti­ge, che­mi­sche Aus­rüs­tung er­folgt sein. Ge­ne­rell ist Skep­sis an­ge­sagt, wenn das Pro­dukt vie­le tol­le Ei­gen­schaf­ten – wie et­wa Bü­gel­frei­heit oder Schwer­ent­flamm­bar­keit – ver­spricht. Sol­che Ef­fek­te las­sen sich oh­ne Che­mie kaum er­zie­len. Es lohnt sich al­so, beim Kauf kri­tisch nach­zu­fra­gen. Denn nur mit „ sau­be­ren“Tex­ti­li­en wird das Zu­hau­se nicht nur ge­müt­li­cher, son­dern auch ge­sün­der!

Im nächs­ten Heft:

In der nächs­ten Aus­ga­be wid­men wir uns dem The­ma „Lüf­ten & hei­zen“

GERäUSCHFäNGER Ein gro­ßer Pouf aus Schaf­schur­wol­le (hier: „Maglia“von Grü­ne Er­de) dient nicht nur als ge­müt­li­che Sitz­ge­le­gen­heit. Die stark struk­tu­rier­te Ober­flä­che dämpft auch den Schall

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