Die Macht der klei­nen Din­ge

Wie sim­pel es sein kann, schon mit we­ni­gen De­tails gemütliches Flair zu schaf­fen, be­weist Re­bec­ca Fre­driks­son in ih­rem Ap­par­te­ment

WOHNIDEE - - Wohnen - TEXT AN­NE- KRIS­TIN KASTENS

Star­ke Schwarz-Weiß-Kon­tras­te, kla­re Li­ni­en und mi­ni­ma­lis­ti­sches De­sign prä­gen Re­bec­cas Zu­hau­se in Sund­by­berg bei Stock­holm. Und doch wirkt al­les wun­der­bar hei­me­lig. Wie das kommt? Ganz ein­fach: Durch ihr gu­tes Ge­spür für Stil­brü­che und den ge­schick­ten Ein­satz aus­ge­wähl­ter Ac­ces­soires.

„Ich mag es eher schmuck­los. Al­ler­dings soll­te mein Zu­hau­se auch nicht den Charme ei­ner Kanz­lei oder Arzt­pra­xis aus­strah­len“, sagt Re­bec­ca. Da kam die klas­si­sche Alt­bau­woh­nung ge­ra­de recht. Denn mit Die­len­bo­den, Stuck­leis­ten und de­tail­rei­chen Zim­mer­tü­ren bie­tet sie Re­bec­cas pu­ris­ti­schem Ein­rich­tungs­traum nicht nur die per­fek­te Büh­ne, son­dern bil­det auch selbst di­rekt den ers­ten, fei­nen Stil­bruch.

Die Zei­chen ste­hen auf Grün

Ne­ben ver­schie­de­nen Grau­nu­an­cen, Schwarz und Weiß ist Grün die ein­zi­ge Far­be im Ap­par­te­ment. Hin­zu kom­men hier und da ein­zel­ne Korb-, Le­der- oder Pa­pier­ac­ces­soires – das war’s. „Ich ha­be im­mer ein kla­res Bild da­von, wie ich die Din­ge ha­ben möch­te. Und ob­wohl ich kaum auf Far­be set­ze, soll­te ein war­mes und ein­la­den­des Ge­samt­bild mit per­sön­li­cher No­te ent­ste­hen.“Ein Wi­der­spruch in sich? Von we­gen! Schaut man sich im Ap­par­te­ment um, hat man nir­gends das Ge­fühl von Ste­ri­li­tät oder

Käl­te. Und da­mit nicht ge­nug: Auf­grund der re­du­zier­ten Ein­rich­tung wirkt die 73-Qua­drat­me­ter-Woh­nung zu­dem be­son­ders groß­zü­gig.

Al­les zu sei­ner Zeit

„Schon vor dem Ein­zug war für mich klar, dass ich ein grü­nes Samtsofa und ei­ne graue Wand im Schlaf­zim­mer ha­ben woll­te. Das hat­te ich mir schon lan­ge ge­wünscht“, er­klärt Re­bec­ca. Eben­so ge­setzt wa­ren die schwar­zen Mö­bel aus Me­tall und Holz im In­dus­tri­al Style. Sie soll­ten die Ba­sis für al­les Wei­te­re bil­den. „Ich lie­be Na­tur­ma­te­ria­li­en, vor al­lem bei Tex­ti­li­en. Und auch Mes­sing zählt zu mei­nen Fa­vo­ri­ten. Bei­des er­gänzt die mi­ni­ma­lis­ti­sche Ein­rich­tung auf ganz wun­der­ba­re Wei­se.“Nach und nach folg­te al­so der Fein­schliff mit Ac­ces­soires, teils ab­ge­stimmt auf das re­du­zier­te Kon­zept, teils kom­plett kon­trär, um die ge­wünsch­ten Stil­brü­che zu er­zie­len: „Beim Ein­rich­ten ist es mir wich­tig, zu­nächst ei­ne schlich­te Grund­la­ge zu schaf­fen. Für die De­tails las­se ich mir ger­ne et­was Zeit. So kann das Zu­hau­se lang­sam wach­sen und be­kommt durch das Zu­sam­men­spiel von Har­mo­nie und Kon­tras­ten ei­ne per­sön­li­che No­te.“

„High­light im Schlaf­zim­mer ist ganz klar die graue Wand“RE­BEC­CA FRE­DRIKS­SON

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