VW-Be­triebs­rats­chef: Vor­stand muss Aus­las­tung der deut­schen Wer­ke si­chern

Der Wan­del hin zur E-Mo­bi­li­tät bringt Ein­schnit­te auch bei den Mit­ar­bei­tern. Das will Bernd Os­ter­loh so nicht hin­neh­men – und stellt For­de­run­gen an das Ma­nage­ment. Gu­te Nach­richt hat­te er bei der Be­triebs­ver­samm­lung für das Werk Wolfsburg: Dort wer­den 40.

Wolfsburger Allgemeine - - ERSTE SEITE - FO­TO: VW-BE­TRIEBS­RAT

WOLFSBURG. In­mit­ten des Wan­dels hin zu Elek­tro­mo­bi­li­tät und au­to­no­mem Fah­ren hat der Volks­wa­gen-Be­triebs­rat ge­for­dert, die Aus­las­tung der deut­schen Wer­ke zu si­chern. Die nächs­ten Jah­ren be­deu­te­ten für die deut­schen Wer­ke gro­ße Her­aus­for­de­run­gen, be­ton­te der Be­triebs­rats­chef Bernd Os­ter­loh ges­tern bei ei­ner Be­triebs­ver­samm­lung vor rund 14.000 Be­schäf­tig­ten. Da­her sei die Pla­nungs­run­de für die welt­wei­te Ver­tei­lung der Pro­duk­te und In­ves­ti­tio­nen be­son­ders wich­tig. Os­ter­loh be­ton­te: „Wir wer­den die­ser Pla­nungs­run­de nur zu­stim­men, wenn da­durch die Aus­las­tung un­se­rer Wer­ke nach­hal­tig ge­si­chert wird.“

Für das Volks­wa­genStamm­werk Wolfsburg hat­te Os­ter­loh gu­te Nach­rich­ten: Dort soll­ten 40.000 zu­sätz­li­che Au­tos vom Typ Ti­gu­an ge­baut wer­den. „Das ist gut, denn es si­chert Ar­beits­plät­ze“, sag­te er.

Die Aus­las­tung der Wer­ke sei auch die Grund­la­ge für die Er­fül­lung des „Zu­kunfts­pakts“. Die­ser Pakt war we­gen der lan­ge als ren­di­te­schwach gel­ten­den Volks­wa­gen-Kern­mar­ke ver­ein­bart wor­den – der Pakt sieht un­ter an­de­rem den Weg­fall von welt­weit bis zu 30.000 Stel­len oh­ne be­triebs­be­ding­te Kün­di­gun­gen vor. Bei den fi­nan­zi­el­len Zie­len sei­en Ver­bes­se­run­gen von 1,5 Mil­li­ar­den Eu­ro be­reits ein­ge­fah­ren, das Ziel von zwei Mil­li­ar­den Eu­ro „so gut wie si­cher er­reicht“. 8200 Be­schäf­tig­te hät­ten Ver­trä­ge zur Al­ters­teil­zeit un­ter­schrie­ben.

Os­ter­loh räum­te ein, die Elek­tro­mo­bi­li­tät wer­de zu Pro­duk­ti­vi­täts­fort­schrit­ten füh­ren: „Wir sa­gen da­her: EMo­bi­li­tät ja, aber die Wert­schöp­fung muss hoch­gra­dig auch am Stand­ort Deutsch­land statt­fin­den.“Un­ver­ständ­lich sei, dass es kei­ne Bat­te­rie­zell­fer­ti­gung im Lan­de ge­be, hier for­der­te er die Un­ter­stüt­zung der Politik ein. Im Werk Salzgitter baut die Mar­ke VW ei­ne ers­te Pi­lot­fer­ti­gung für Bat­te­rie­zel­len auf.

Gleich­zei­tig mahn­te der Be­triebs­rats­chef, die Be­leg­schaft wol­le mehr Sach­lich­keit in der De­bat­te um den künf­ti­gen Kurs der Bran­che. Rund 73.000 Un­ter­schrif­ten sei­en bei ei­ner ent­spre­chen­den Ak­ti­on be­reits zu­sam­men­ge­kom­men. „Die Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen ha­ben Halb­wahr­hei­ten und ideo­lo­gi­sche Gr­a­ben­kämp­fe satt. Mit ih­ren Un­ter­schrif­ten set­zen sie ein star­kes Zei­chen da­ge­gen“, sag­te er.

Der Wan­del be­deu­te ei­ne ex­tre­me Her­aus­for­de­rung für die Be­schäf­tig­ten. „Vie­le Kol­le­gen müs­sen sich neu ori­en­tie­ren und ih­re Teams oder Ab­tei­lun­gen ver­las­sen. Das ist für vie­le nicht leicht.“Aber mit dem Ein­stieg in die Welt der E-Mo­bi­li­tät und der Di­gi­ta­li­sie­rung wer­de lang­fris­tig die Be­schäf­ti­gung ge­si­chert.

E-Mo­bi­li­tät ja, aber die Wert­schöp­fung muss hoch­gra­dig auch am Stand­ort Deutsch­land statt­fin­den. Bernd Os­ter­loh

VW-Be­triebs­rats­chef

Be­triebs­ver­samm­lung im Werk Wolfsburg: Volks­wa­gen steht laut Be­triebs­rats­chef Bernd Os­ter­loh vor gro­ßen Her­aus­for­de­run­gen.

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