„Geg­ner passt“: Schmidt ist op­ti­mis­tisch

Die Ent­wick­lung des Teams steht beim VfL-Trai­ner aber im Vor­der­grund – Kein Un­der­dog

Wolfsburger Allgemeine - - ERSTE SEITE - VON MAR­CEL WES­TER­MANN IMA­GO/MIS

WOLFS­BURG. Drei Punk­te aus den ver­gan­ge­nen drei Par­ti­en – kei­ne Nie­der­la­ge, aber eben auch kein Sieg: Das ist die Bi­lanz von VfL-Trai­ner Mar­tin Schmidt beim Wolfs­bur­ger Fuß­ball-Bun­des­li­gis­ten. Am Sonn­tag (15.30 Uhr) muss bei Bay­er Le­ver­ku­sen un­be­dingt der ers­te Drei­er her, um nicht wei­ter in den Ta­bel­len­kel­ler zu rut­schen und gleich­zei­tig die Köp­fe frei­zu­krie­gen. Der Coach will den Druck vor dem Du­ell aber nicht zu groß wer­den las­sen und wür­de sich un­ter ei­ner Be­din­gung auch mit ei­nem Un­ent­schie­den „zu­frie­den­ge­ben“.

„Es geht nicht zwin­gend dar­um, ei­nen Sieg ein­zu­fah­ren, wenn die Ent­wick­lung stimmt. Wenn wir un­se­re Schrit­te ma­chen, kom­men die Sie­ge au­to­ma­tisch“, ist sich Schmidt si­cher. Von da­her for­dert der Schwei­zer, dass die an­ge­peil­ten Zwi­schen­zie­le er­reicht wer­den. Dass das funk­tio­niert, da ist der 50-Jäh­ri­ge op­ti­mis­tisch. „Wir ha­ben ei­ne Phi­lo­so­phie und die wird der Mann­schaft lang­sam auf­er­legt“, sagt der Coach. Na- tür­lich weiß auch der ExMain­zer, dass er letzt­lich an Re­sul­ta­ten ge­mes­sen wird. Die wa­ren bis­her in Ord­nung – aber eben auch nicht mehr. Da­zu kommt: Soll­te Schmidt auch im vier­ten Anlauf kein Er­folg ge­lin­gen, wä­re das VfLNe­ga­tiv­re­kord. Denn bis­her hat je­der Wolfs­bur­ger Coach spä­tes­tens im vier­ten Spiel ei­nen Drei­er ge­holt (WAZ be- rich­te­te). An­ders­rum: Ver­liert der VfL in Le­ver­ku­sen nicht, wä­re auch das Re­kord nach ei­nem Trai­ner­wech­sel.

Schmidt weiß um die Wich­tig­keit des Brust­lö­sers. „Sie­ge braucht man, die sind das Ben­zin, die ge­ben dem Team die Zu­satz­kicks“, be­tont der Fuß­ball­leh­rer. Da­mit die Köp­fe oben blei­ben und Wolfs­burg nicht wie­der in die Ab­wärts­spi­ra­le ge­rät, kommt das Le­ver­ku­sen-Spiel „zur rich­ti­gen Zeit“, wie Schmidt fin­det. „Es liegt uns, dort die Rol­le an­zu­neh­men. Der Geg­ner ist klar ge­for­dert und passt zu uns. Le­ver­ku­sen ist der Fa­vo­rit, aber wir sind auch nicht der Un­der­dog.“Auf Au­gen­hö­he sieht Schmidt sei­ne Mann­schaft und die von Bay­er. Und ta­bel­la­risch be­fin­den sich der Ta­bel­len­elf­te und -zwölf­te auch in der glei­chen Re­gi­on.

In der Län­der­spiel­pau­se ha­ben die Wolfs­bur­ger vor al­lem im ath­le­ti­schen Be­reich ge­ar­bei­tet. „Das war ide­al“, freut sich Schmidt. „Ath­le­tik braucht man im Spiel“, sagt er und führt wei­ter aus, wie es in Le­ver­ku­sen zum ers­ten Sieg un­ter sei­ner Re­gie rei­chen soll: „Wir wol­len nach vor­ne ver­tei­di­gen und mit Tem­po in die drit­te Zo­ne kom­men. Ich brau­che zwin­gend Ge­schwin­dig­keit im Team.“Auf den ge­sperr­ten PG Ntep, der über die lin­ke Au­ßen­bahn Gas ge­ben könn­te, muss der Trai­ner al­ler­dings ver­zich­ten. Da­für sei es wich­tig, nicht nur mit lan­gen Bäl­len zu agie­ren, son­dern die Ku­gel lau­fen zu las­sen. Im Trai­ning hat das in den ver­gan­ge­nen bei­den Wo­chen ganz gut ge­klappt. „Die Jungs sind auf­merk­sam“, so Schmidt. Nun muss das am Sonn­tag um­ge­setzt wer­den.

Al­ler­dings nimmt der Coach sei­ne Jungs auch in Schutz. „Man ver­gisst im­mer schnell, dass wir ei­ne sehr jun­ge Mann­schaft ha­ben. Im Prin­zip ha­ben wir ei­ne U 23“, ver­deut­licht der Schwei­zer, und nennt mit dem 18-jäh­ri­gen Gi­an-Lu ca It­ter, dem 19-jäh­ri­gen Kay­len Hinds und dem 20-jäh­ri­gen Fe­lix Uduok­hai drei Bei­spie­le. „Vie­le Spie­ler, die nach Wolfs­burg kom­men, ha­ben noch nicht aus­ge­lernt. Die sind noch nicht fer­tig“, sagt Schmidt. Ge­ra­de das ma­che sei­ne Auf­ga­be be­son­ders.

Sie­ge braucht man, die sind das Ben­zin, die ge­ben dem Team die Zu­satz­kicks. Mar­tin Schmidt Trai­ner des VfL Wolfs­burg

Op­ti­mis­tisch, was den ers­ten Drei­er an­geht: VfL-Trai­ner Mar­tin Schmidt (l.) ist mit den Wolfs­bur­gern bis­her sieg­los, aber am Sonn­tag will der Schwei­zer in Le­ver­ku­sen mit Jos­uha Gui­la­vogui (r.) und Co. den ers­ten Er­folg un­ter sei­ner Re­gie ein­fah­ren.

IMA­GO/ CONTRAST

Kämpft wei­ter um sein Come­back: VfLKa­pi­tän Ma­rio Go­mez.

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