Auf­tritt von Lin­ken-Chef Ri­ex­in­ger: „Woh­nen ist ein Grund­recht“

61-Jäh­ri­ger mach­te sich un­term Glas­dach ge­gen pre­kä­re Be­schäf­ti­gung und für hö­he­re Ab­ga­ben von Rei­chen stark

Wolfsburger Allgemeine - - WOLFSBURG - VON JÖRN GRAUE

STADT­MIT­TE. Der Stopp von be­fris­te­ten Ar­beits­ver­hält­nis­sen, mehr öf­fent­li­cher Woh­nungs­bau und ei­ne aus­kömm­li­che Ren­te: Bernd Ri­ex­in­ger, Bun­des­vor­sit­zen­der der Par­tei Die Lin­ke, sprach ges­tern am frü­hen Abend auf dem Hu­go­Bork-Platz vor­wie­gend über so­zia­le The­men. Mit sei­nem Auf­tritt un­ter­stütz­te er den Wolfs­bur­ger Land­tags­kan­di­da­ten Bas­ti­an Zim­mer­mann.

Die Seu­che pre­kä­re Ar­beit müs­se be­kämpft wer­den, for- der­te der 61-Jäh­ri­ge und be­ton­te, dass es bei Groß­un­ter­neh­men und im öf­fent­li­chen Di­enst die meis­ten be­fris­te­ten An­stel­lun­gen ge­be. Ge­ra­de jün­ge­re Men­schen könn­ten so ihr Le­ben nicht pla­nen. Ent­schei­dend ist laut Ri­ex­in­ger ei­ne an­ge­mes­se­ne Ent­loh­nung, die spä­ter wie­der­um zu ei­ner aus­rei­chen­den Ren­te führt. „Es ist un­wür­dig für ei­ne rei­che Ge­sell­schaft, dass äl­te­re Men­schen bei McDo­nalds ar­bei­ten oder Fla­schen sam­meln müs­sen“, stell­te der Lin­ken-Bun­des­vor­sit­zen­de klar. Gleich­zei­tig müs­se die Ar­beit mit al­ten Men­schen, et­wa in der Pfle­ge, bes­ser be­zahlt wer­den.

Ri­ex­in­ger sprach sich da­für aus, dass je­der Mensch Zu­gang zu Bil­dung, Ge­sund­heit so­wie Kunst und Kul­tur be­kommt. „Das muss ge­büh­ren­frei sein“, so Bernd Ri­ex­in­ger.

Aus sei­ner Sicht fehlt es in Deutsch­land an so­zia­lem Woh­nungs­bau. Wich­tig sei­en Bau­ten in öf­fent­li­cher und ge­nos­sen­schaft­li­cher Hand. „Woh­nen ist ein Grund­recht und darf nicht den In­ter­es­sen von Spe­ku­lan­ten un­ter­wor­fen wer­den.“Kein gu­tes Haar ließ der Lin­ken­chef an dem ehe­ma­li­gen VW-Vor­stands­vor­sit­zen­dem Mar­tin Win­ter­korn: „Der hat ei­nen Mil­li­ar­den­scha­den ver­ur­sacht und be­kommt 3000 Eu­ro Ren­te am Tag.“

Die Äu­ße­rung nutz­te Ri­ex­in­ger für sei­ne For­de­rung, dass Rei­che und Su­per­rei­che durch hö­he­re Steu­ern stär­ker zur Fi­nan­zie­rung des Ge­mein­wohls bei­tra­gen sol­len. „Wir miss­trau­en Par­tei­en, die so­zia­le Wohl­ta­ten ver­spre­chen, und nicht sa­gen, wie sie die­se be­zah­len wol­len“, be­ton­te Bernd Ri­ex­in­ger auf der Büh­ne un­ter dem Glas­dach. Und er sprach sich für ei­ne „ge­rech­te Ge­sell­schaft“aus.

FO­TOS: BRIT­TA SCHUL­ZE

Auf­tritt im Land­tags­wahl­kampf: Lin­ken-Bun­des­vor­sit­zen­der Bernd Ri­ex­in­ger (r.) stand zu­sam­men mit Kan­di­dat Bas­ti­an Zim­mer­mann auf der Büh­ne.

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