Bit­te blei­ben Sie weg!

Klei­ner Wald-Weih­nachts­markt kämpft ge­gen enor­men Be­su­cher­an­sturm

Wolfsburger Allgemeine - - ERSTE SEITE - VON STE­FA­NIE GOLLASCH

HAN­NO­VER. Bei Ta­ges­licht se­hen die meis­ten Weih­nachts­märk­te aus wie das, was sie in Wirk­lich­keit sind: Bret­ter­bu­den mit Spe­ze­rei­en, die mit Weih­nachts­bräu­chen oft we­nig zu tun ha­ben – oder kann je­mand auf An­hieb er­klä­ren, zu wel­chem Tra­di­ti­ons­zweig die Asia-Pfan­ne ge­hört?

Aber sei’s drum, so­bald es dun­kel wird und die Märk­te in an­hei­meln­des Licht ge­taucht sind, stimmt die At­mo­sphä­re wie­der. Noch lau­schi­ger wird’s, wenn das Gan­ze zwi­schen Tan­nen statt­fin­det, wie beim „Ber­gi­schen Weih­nachts­markt im Wald“. Der Ge­heim­tipp im Overa­ther Stadt­teil Kreutz­häus­chen hat sich al­ler­dings zum De­sas­ter ent­wi­ckelt – den Wer­be­tex­ten der Ver­an­stal­ter auf Face­book er­la­gen so vie­le In­ter­es­sen­ten, dass der Markt re­gel­recht kol­la­bier­te. Vor dem zwei­ten Ad­vents­wo­chen­en­de zieht die Fa­mi­lie Müt­he­rich, die den Markt or­ga­ni­siert, da­her die Not­brem­se: Sie lädt ih­re Gäs­te aus.

„Wir sind ein re­gio­na­ler Weih­nachts­markt im Ber­gi­schen Land und wol­len das auch blei­ben“, hieß es am Don­ners­tag. Will sa­gen: Wer nicht aus der Nach­bar­schaft stammt, soll doch bit­te wo­an­ders sei­nen Glüh­wein trin­ken. Zu­mal die Chan­ce, in Kreutz­häus­chen ei­nen zu er­gat­tern, ge­gen null ten­diert – am ers­ten Ad­vents­wo­chen­en­de roll­te ei­ne der­ar­ti­ge Be­su­cher­la­wi­ne über die paar Büd­chen hin­weg, dass in­ner­halb kür­zes­ter Zeit Es­sen und Ge­trän­ke aus­ver­kauft wa­ren. Auf Face­book ist über­dies von St­un­den zu le­sen, die An­rei­sen­de zu­vor im Stau ge­stan­den hat­ten, nach­dem sie teils 150 Ki­lo­me­ter weit ge­fah­ren wa­ren. Zu­min­dest von die­sen Gäs­ten ist al­so eher kein Zweit­be­such zu be­fürch­ten.

Aber trotz Aus­la­dung via so­zia­lem Netz­werk ha­ben sich wie­der Tau­sen­de fürs kom­men­de Wo­che­n­en­de an­ge­kün­digt. Er­klä­ren kann sich Or­ga­ni­sa­tor Ste­phan Müt­he­rich den An­sturm nicht: „Ei­gent­lich ha­ben wir nichts an­ders ge­macht als sonst.“Au­ßer auf Face­book zu wer­ben.

FO­TO: SCREENSHOT

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