„Wir sind voll im Plan“

Hand­bal­lfrau­en spie­len bei der WM im „Der­by“ge­gen die Nie­der­lan­de um den Grup­pen­sieg – Traum von der Fi­nal­run­de lebt

Wolfsburger Allgemeine - - SPORT - VON UWE KÖSTER

LEIP­ZIG. Ab heu­te ste­hen für die deut­schen Hand­bal­le­rin­nen bei der Heim-WM nur noch End­spie­le an. In der letz­ten Vor­run­den­par­tie ge­gen die Nie­der­lan­de (18 Uhr, Sport1) wird um den Grup­pen­sieg ge­spielt, ab Sonn­tag geht es dann mit dem Ach­tel­fi­na­le im K.-o.-Sys­tem wei­ter.

Das Spiel ge­gen die Nie­der­lan­de ist für die Deut­schen kein Spiel wie je­des an­de­re. „Wir ver­bin­den da­mit ein Der­by“, sagt Deutsch­lands gro­ße WM-Hoff­nung Emi­ly Bölk. Wie schon beim letz­ten Spiel der Oran­jes wird auch wie­der Ex-Fuß­ball­star Ra­pha­el van der Vaart zu­schau­en. Sei­ne Freun­din Es­t­e­va­na Pol­man ist ei­ner der Stars im Team der Hol­län­de­rin­nen. Die deut­schen Spie­le­rin­nen be­rührt die Pro­mi-Auf­re­gung nicht. „Wir wol­len ge­win­nen, da­für wer­den wir al­les ge­ben“, ver­spricht Bölk. Da das DHBTeam be­reits fürs Ach­tel­fi­na­le qua­li­fi­ziert ist, gibt es kei­nen Druck. „Ich bin im­mer noch un­auf­ge­regt“, sagt Bun­des­trai­ner Micha­el Bieg­ler. Dürf­te sich bald än­dern. Das Wich­tigs­te zur La­ge im DHB-Team und zur Heim-WM:

Wie geht es für die deut­sche Mann­schaft in der K.-o.-Run­de wei­ter?

Das Ach­tel­fi­na­le be­strei­tet das Bieg­ler-Team am Sonn­tag (20.30 Uhr, Sport1) in Mag­de­burg. Geg­ner ist ein Team aus der Grup­pe C, beim ak­tu­el­len Ta­bel­len­stand wä­re das Bra­si­li­en. Doch so­wohl in der deut­schen Grup­pe D als auch in Grup­pe C kann es noch Ve­rän­de­run­gen ge­ben. Mit ei­nem Sieg ge­gen Hol­land wür­de sich Deutsch­land den Grup­pen­sieg und da­mit ei­nen ein­fa­che­ren Geg­ner im Ach­tel­fi­na­le si­chern. Im Fall ei­ner Nie­der­la­ge droht Platz drei und mit Mon­te­ne­gro oder Dä­ne- mark ei­ne schwe­re Auf­ga­be. Bieg­ler: „Klar wä­re es schö­ner, ei­nen ein­fa­che­ren Geg­ner im Ach­tel­fi­na­le zu ha­ben.“Im Vier­tel­fi­na­le (Di­ens­tag in Leip­zig) wird dann mit den Bes­ten der Grup­pen A und B ge­kreuzt, da gibt es kei­ne leich­ten Geg­ner mehr. Die Vier­tel­fi­nal­sie­ger fah­ren zur Fi­nal­run­de nach Ham­burg.

Auf wel­che Ri­va­len müs­sen die Deut­schen be­son­ders ach­ten?

Es gab bei die­ser WM bis­her vie­le über­ra­schen­de Er­geb­nis­se. Nor­we­gen und Russ­land prä­sen­tie­ren sich sou­ve­rän, mit Ab­stri­chen auch Ru­mä­ni­en. Über­ra­schend stark spiel­ten Tsche­chi­en und Ja­pan. Die Ex­per­ten sind sich ei­nig: So eng wie bei die­ser WM war die Welt­spit­ze noch nie bei­ein­an­der.

Wie rea­lis­tisch ist ein Fi­nal­ein­zug?

Das Fi­na­le wä­re ein gro­ßes Ding, aber da müss­te al­les pas­sen. Der Ein­zug in die End­run­de der bes­ten vier Teams ist drin. Das Schlüs­sel­spiel wird das Vier­tel­fi­na­le, wo nach La­ge der Din­ge der ers­te gro­ße Bro­cken aus dem Weg ge­räumt wer­den muss. Es sei denn, das Spiel ge­gen Hol­land heu­te geht schief.

Wel­che Spie­le­rin­nen ha­ben am meis­ten über­zeugt?

Das Team ist der Star, lau­tet die De­vi­se des Bun­des­trai­ners. Den­noch gibt es schon jetzt ei­ni­ge Ge­win­ne­rin­nen die­ser WM. Frie­de­ri­ke Gu­ber­na­tis ge­hört da­zu, die nach dem frü­hen Ver­let­zungs-Aus von Kim Naid­zi­na­vici­us Ver­ant­wor­tung auf der halb­rech­ten Rück­raum­po­si­ti­on über­neh­men muss­te. Schon zwei­mal wur­de die Bux­te­hu­de­rin zur Spie­le­rin des Mat­ches ge­wählt. Auch die Tor­hü­te­rin­nen, al­len vor­an Leip­zigs Kat­ja Kra­mac­zyk, über­zeug­ten.

Wie lau­tet das bis­he­ri­ge Fa­zit der Heim-WM?

„Wir sind voll im Plan. Das ers­te Teil­ziel, das Ach­tel­fi­na­le, ist er­reicht“, re­sü­miert DHB-Spordi­rek­tor Wolf­gang Som­mer­feld. Und auch wenn die Are­na Leip­zig bei den deut­schen Spie­len bis­her noch nicht aus­ver­kauft war, sind Zu­schau­er­re­so­nanz und Stim­mung doch gut. Das gilt vor al­lem auch für die an­de­ren Spiel­or­te. Zu­schau­er­zah­len zwi­schen 2000 und 4000 bei Spie­len oh­ne Gast­ge­ber­be­tei­li­gung sind bei Frau­en­hand­ball-Welt­meis­ter­schaf­ten un­ge­wöhn­lich hoch.

FO­TO: DPA

Umar­mung: Die Hand­bal­le­rin­nen Frie­de­ri­ke Gu­ber­na­tis (links) und Isa­bell Klein.

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