Wen­de bei Re­gio­nal­li­ga-Re­form

Fuß­ball-Lan­des­ver­bän­de ha­ben sich zu ei­nem Kom­pro­miss in Sa­chen Auf­stiegs­re­ge­lung durch­ge­run­gen

Wolfsburger Allgemeine - - SPORT - VON JÜR­GEN RÖNNAU UND FRANK HELLMANN

FRANK­FURT. Be­ob­ach­ter bei ei­nem DFB-Bun­des­tag wun­dern sich mit­un­ter, wie har­mo­nie­be­dürf­tig sich die deut­sche Fuß­ball-Fa­mi­lie nach au­ßen hin gibt. Kri­ti­sche Wort­mel­dun­gen und kon­tro­ver­se Dis­kus­sio­nen ge­hö­ren näm­lich nicht zu den prä­gen­den Ele­men­ten ei­ner sol­chen Ver­an­stal­tung. Für die au­ßer­or­dent­li­che Zu­sam­men­kunft am heu­ti­gen Frei­tag ab 10.30 Uhr in Frank­furt stand ein The­ma auf der Ta­ges­ord­nung, das das Po­ten­zi­al zum Spalt­pilz hat: die Re­form der Re­gio­nal­li­gaStruk­tur.

In der Fra­ge nach der Klä­rung der Auf­stiegs­re­ge­lung zur 3. Li­ga schie­nen die kon­trä­ren Po­si­tio­nen von Ver­ei­nen oder Ver­bän­den mit ins­ge­samt sie­ben ver­schie­de­nen An­trä­gen so ver­fah­ren, dass ein Gip­fel­tref­fen zwi­schen den ver­schie­de­nen Ver­tre­tern am Don­ners­tag in der Vil­la Ken­ne­dy her­muss­te. Und sie­he da: Die 21 Lan­des­ver­bän­de des Deut­schen Fuß­ball-Bun­des wer­den auf dem Au­ßer­or­dent­li­chen Bun­des­tag am Frei­tag in Frank­furt ei­nen ge­mein­sa­men An­trag zur ge­plan­ten Re­gio­nal­li­ga-Re­form stel­len.

Die­ser sieht für die Spiel­zei­ten 2018/19 und 2019/2020 ei­ne Über­gangs­lö­sung vor, die ei­ne deut­li­che Ver­bes­se­rung der ak­tu­el­len sport­li­chen Si­tua­ti­on mit vier Auf­stei­gern und drei fes­ten Auf­stiegs­plät­zen für die Meis­ter der fünf Re­gio­nal­li­gen dar­stellt. Zu­dem soll ei­ne Ar­beits­grup­pe bis zum Or­dent­li­chen DFB-Bun­des­tag 2019 ei­nen Vor­schlag ent­wi­ckeln, wie im Ein­ver­neh­men mit den Be­tei­lig­ten der Über­gang zwi­schen Re­gio­nal­li­ga und 3. Li­ga durch ein Mo­dell mit vier statt bis­lang fünf Re­gio­nal­li­gen rea­li­siert wer­den kann.

Im De­tail sieht der ge­mein­sa­me An­trag in den kom­men­den zwei Spiel­zei­ten Fol­gen­des vor:

Vier Ab­stei­ger aus der 3. Li­ga.

Der Meis­ter der Re­gio­nal­li­ga Süd­west, der auf sei­nen bis­he­ri­gen zwei­ten Re­le­ga­ti­ons­platz ver­zich­tet, steigt in den kom­men­den bei­den Spiel­zei­ten di­rekt auf.

Hin­zu kom­men zwei fes­te Auf­stei­ger aus den üb­ri­gen vier Re­gio­nal­li­gen.

Der Meis­ter der Re­gio­nal­li­ga Nord­ost steigt am En­de der Sai­son 2018/19 di­rekt auf.

Wel­cher Re­gio­nal­li­ga-Meis­ter den drit­ten fes­ten Auf­stiegs­platz in die­ser Spiel­zeit er­hält, soll per Aus­lo­sung fest­ge­legt wer­den. Die üb­ri­gen bei­den Meis­ter der Re­gio­nal­li­und ga-Spiel­zeit 2018/19, die dann in der Sai­son 2019/20 ei­nen fes­ten Auf­stiegs­platz er­hal­ten, er­mit­teln in ei­ner Re­le­ga­ti­on aus Hin- und Rück­spiel den vier­ten Auf­stei­ger.

Zu­vor hat­te es Über­le­gun­gen ge­ge­ben, das The­ma kom­plett von der Agen­da zu strei­chen. Denn weil der Vor­schlag erst beim Bun­des­tag 2019 zur Ab­stim­mung ge­kom­men wä­re, hät­te sich die Neu­ge­stal­tung bis zur Sai­son 2020/2021 ver­scho­ben. Des­halb nun die spä­te Zwi­schen­lö­sung?

Im­mer­hin: Al­le Be­tei­lig­ten wa­ren sich ei­nig, dass der bis­he­ri­ge Sta­tus quo mit den drei Ent­schei­dungs­spie­len – mit zwei Süd­west-Ver­tre­tern so­wie den Meis­tern der Re­gio­nal­li­gen Nord, Nord­ost, West Bay­ern – re­for­miert wer­den muss. Weil es un­ge­recht ist, wenn Meis­ter schei­tern, die sich sou­ve­rän in ei­ner Li­ga durch­ge­setzt ha­ben.

Der 1. DFB-Vi­ze­prä­si­dent Dr. Rai­ner Koch be­grüß­te den neu­en An­trag: „In ei­ner kom­ple­xen Fra­ge­stel­lung, in der sehr vie­le un­ter­schied­li­che In­ter­es­sen be­rück­sich­tigt wer­den muss­ten, ist es uns ge­lun­gen, bis zum nächs­ten Or­dent­li­chen DFB-Bun­des­tag ei­ne Über­gangs­lö­sung zu fin­den, die ei­ne deut­li­che Ver­bes­se­rung der Ist-Si­tua­ti­on dar­stellt und die von al­len Re­gio­nal­ver­bän­den mit­ge­tra­gen wird.“

Heu­te will der DFB auch den seit Jah­ren ge­plan­ten und im­mer wie­der ver­zö­ger­ten Bau sei­ner Aka­de­mie be­schlie­ßen. Der größ­te Sport­fach­ver­band der Welt hat den Au­ßer­or­dent­li­chen Bun­des­tag auch ein­be­ru­fen, um sei­ne Mit­glie­der über das bis zu 150 Mil­lio­nen Eu­ro teu­re Leis­tungs­und Ver­wal­tungs­zen­trum auf dem Ge­län­de der Frank­fur­ter Ga­lopp­renn­bahn ab­stim­men zu las­sen.

Ei­ne Über­gangs­lö­sung, die ei­ne deut­li­che Ver­bes­se­rung der Ist-Si­tua­ti­on dar­stellt.

Rai­ner Koch, 1. DFB-Vi­ze­prä­si­dent

FO­TO: DPA

Der Chef: DFB-Prä­si­dent Rein­hard Gr­in­del.

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