Ei­ne über­fäl­li­ge Tren­nung

Wolfsburger Allgemeine - - SPORT - MA­NU­EL BE­CKER

Vor sie­ben Mo­na­ten ver­län­ger­te der DFB den Ver­trag mit Fuß­ball­na­tio­nal­trai­ne­rin St­ef­fi Jo­nes. Das Team ste­he hin­ter ihr, da­her ha­be sie ei­ne zwei­te Chan­ce ver­dient, sag­te DFBPrä­si­dent Rein­hard Gr­in­del. Ges­tern ent­ließ er die Ver­ant­wort­li­che der deut­schen Fuß­ball­frau­en. Der Schritt ist längst über­fäl­lig.

Schon bei der EM 2017 – Deutsch­land hat­te die ver­gan­ge­nen sechs Ti­tel ge­won­nen – schied das Team von Jo­nes nach ei­ner dürf­ti­gen Leis­tung in der Grup­pen­pha­se im Vier­tel­fi­na­le aus. Es schien kein Kon­zept zu ha­ben, kei­ne Spiel­idee, wirk­te ver­un­si­chert. Spie­le­rin­nen ga­ben zu, es ha­be die nö­ti­ge Men­ta­li­tät ge­fehlt.

Aus Deutsch­land, dem Olym­pia-Sie­ger und Re­kor­dEu­ro­pa­meis­ter, ist ein Team ge­wor­den, dass in der WMQua­li ge­gen Is­land ver­liert, von je­dem ge­schla­gen wer­den kann. Frü­her ein un­denk­ba­res Sze­na­rio.

Nach dem 0:3 ge­gen Frank­reich gab Jo­nes jüngst zu: dem Team hät­ten mann­schaft­li­che Ge­schlos­sen­heit, Lei­den­schaft und Lauf­be­reit­schaft ge­fehlt. Ei­ne Bank­rott­er­klä­rung, die Gr­in­del zum Han­deln zwang.

Jo­nes hat vor ih­rer Bun­des­trainer­zeit nie ei­ne Mann­schaft al­lein­ver­ant­wort­lich ge­lei­tet. Viel­leicht war die­se Auf­ga­be für die ver­dien­te 111-fa­che DFB-Tor­schüt­zin auch ein­fach zu groß. Mit Horst Hru­besch über­nimmt nun ein Trai­ner, der mit der U21 zu­letzt im olym­pi­schen Fi­na­le stand. Und in Fi­nals soll auch der Weg der deut­schen Fuß­bal­le­rin­nen wie­der füh­ren.

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