In Be­trie­ben wach­sen die Sor­gen

Nie­der­säch­si­sche Un­ter­neh­men bli­cken skep­tisch in die Zu­kunft

Wolfsburger Allgemeine - - BÖRSEN & MÄRKTE - VON CHRIS­TI­AN WÖLBERT UND THOMAS STRÜNKELNBERG

HAN­NO­VER. Der nie­der­säch­si­schen Wirt­schaft geht es noch sehr gut, aber die An­zei­chen für ein bal­di­ges En­de des Wachs­tums meh­ren sich. „Die ers­ten Ge­wit­ter­wol­ken zei­gen sich schon am Ho­ri­zont“, sag­te Horst Schra­ge, Haupt­ge­schäfts­füh­rer der IHK Nie­der­sach­sen (IHKN) am Frei­tag. Vor al­lem die stän­di­gen Dro­hun­gen mit neu­en Zöl­len und der Fach­kräf­te­man­gel ver­düs­ter­ten die Stim­mung, fass­te Schra­ge die Er­geb­nis­se ei­ner Um­fra­ge un­ter 1900 nie- der­säch­si­schen Un­ter­neh­men zu­sam­men.

Der­zeit gin­gen die Be­trie­be zwar noch von ei­nem Ex­port­wachs­tum aus. Die Ein­füh­rung von US-Im­port­zöl­len auf Au­tos wür­de die­se Er­war­tung aber „schnell re­vi­die­ren“, warn­te Schra­ge. Au­ßer­dem trä­fe der sich ab­zeich­nen­de Han­dels­krieg zwi­schen Chi­na und den USA die nie­der­säch­si­sche Wirt­schaft in­di­rekt, weil die chi­ne­si­sche Nach­fra­ge nach deut­schen Ma­schi­nen dann sin­ken wür­de.

In der In­dus­trie mel­de­ten be­reits jetzt mehr Un­ter­neh­men sin­ken­de Auf­trags­ein­gän­ge als im Vor­quar­tal. „Der Ein­bruch ist noch nicht dra­ma­tisch“, be­schwich­tig­te Schra­ge.

Laut der IHKN dämpft auch der Fach­kräf­te­man­gel die Kon­junk­tur­aus­sich­ten. In der Um­fra­ge be­zeich­ne­ten die meis­ten Fir­men dies als größ­tes Ri­si­ko für ih­re Ge­schäf­te. Vie­le müss­te Auf­trä­ge ab­leh­nen, weil sie nicht ge­nü­gend Per­so­nal fin­den, sag­te Schra­ge.

Ins­ge­samt sei­en die Er­war­tun­gen der Fir­men an die kom­men­den Mo­na­te trotz Zöl­len, Br­ex­its und Fach­kräf­te­man­gels zwar po­si­tiv, aber mit sin­ken­der Ten­denz. 19 Pro­zent der Un­ter­neh­men rech­ne­ten der Um­fra­ge zu­fol­ge mit bes­se­ren Ge­schäf­ten – im Vor­quar­tal wa­ren es noch 25 Pro­zent.

FO­TO: DPA

Pkw-Zöl­le wür­den VW-Ex­por­te tref­fen.

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