„Man­che kom­men nicht we­gen uns, das ist okay“

Die DTM vor dem Fi­nal­wo­chen­en­de: Ti­tel­trä­ger Re­né Rast über sei­ne Auf­hol­jagd und den Struk­tur­wan­del in der Renn­se­rie

Wolfsburger Allgemeine - - SPORT - VON MA­NU­EL BE­CKER

HOCKENHEIM. Re­né Rast weiß, wie man ei­nen Rück­stand auf­holt. In der ver­gan­ge­nen DTM-Sai­son fuhr er im letz­ten Ren­nen über­ra­schend zum Ti­tel. Zu­letzt ge­wann der Au­diPi­lot vier Ren­nen in Fol­ge. Ge­lingt ihm der Coup auch heu­te und mor­gen (je­weils 13 Uhr, Sat.1) in Hockenheim? Ein Ge­spräch über sei­ne Lau­er­stel­lung vor dem DTM-Fi­na­le, die Kri­se im Mo­tor­sport und die Zu­kunft der Renn­se­rie.

Herr Rast, Sie lie­gen 30 Punk­te hin­ter Paul Di Res­ta und 26 Punk­te hin­ter dem zwei­ten Mer­ce­des-Pi­lo­ten Ga­ry Paf­fett. Was ist noch mög­lich?

Al­les. Das Ziel muss es sein, zwei­mal zu ge­win­nen. Wir müs­sen ein gu­tes Wo­che­nen- de hin­le­gen. Der Druck liegt bei Mer­ce­des. Die müs­sen den Ti­tel ge­win­nen. Aber na­tür­lich will ich mei­nen Ti­tel auch ver­tei­di­gen.

Ver­gan­ge­nes Jahr fin­gen Sie den Schwe­den Mat­ti­as Ek­ström ab. Hilft es, wenn man weiß, wie es geht?

20 Punk­te lag ich da vor dem Fi­nal­wo­chen­en­de hin­ten. Es muss viel zu­sam­men­lau­fen, da­mit man so ei­nen Rück­stand wett­ma­chen kann. Bei Ek­ström lief da­mals al­les schief, der hat fast kei­ne Punk­te ge­holt. Dass ich dann den Ti­tel ge­win­ne, konn­te ich mir nicht er­träu­men.

Die Hoff­nung ist al­so auch in die­sem Jahr da?

Klar. Das Mot­to ist vol­le At­ta­cke und Voll­gas. Re­gen hät­te schon mal hel­fen kön­nen. Aber ein Aus­fall der Mer­ce­des in ei­nem der bei­den Ren­nen, und schon ist es wie­der of­fen.

Und das nach dem mie­sen Sai­son­start. Erst das zehn­te Ren­nen ge­wan­nen Sie, zu­letzt die ver­gan­ge­nen vier. Wie kam die Wen­de?

Wir ha­ben an­fangs bei ei­ni­gen Din­gen da­ne­ben­ge­le­gen. Aber wir ha­ben viel pro­biert, und ir­gend­wann ha­be ich mich in dem Au­to wohl­ge­fühlt.

Wie ver­bringt man die Ta­ge vor dem fi­na­len Renn­wo­chen­en­de?

Mitt­woch ha­be ich den Tag im Si­mu­la­tor ver­bracht, dann spre­chen wir das Wo­che­n­en­de durch, dann geht es zur Stre­cke. Don­ners­tag Me­dien­ter­mi­ne, Frei­tag dann das ers­te Trai­ning und die gro­ße Team­ana­ly­se.

Wie be­ur­tei­len Sie denn die Sai­son 2018 ins­ge­samt? Nach­tren­nen, pro­mi­nen­te Gast­fah­rer, Kon­zer­te am Wo­che­n­en­de: Die DTM-Ver­an­stal­ter ha­ben ja ei­ni­ges ver­sucht, um die At­trak­ti­vi­tät der Renn­se­rie zu er­hö­hen.

Und die Neue­run­gen wa­ren für die Zu­schau­er und uns auch toll. Das ers­te Nach­tren­nen der DTM in Ita­li­en, mit glü­hen­den Aus­puf­fen und Ac­tion in der Dun­kel­heit. Oder ei­nen Alex Za­nar­di zu er­le­ben, der bei Nacht und Re­gen ein Au­to oh­ne Fü­ße nur mit den Hän­den steu­ert. Auch mit ei­ner Ral­lye-Le­gen­de wie Sé­bas­ti­en Ogier zu spre­chen – das sind ja al­les un­se­re Vor­bil­der.

Wa­ren Sie auch auf ei­nem der Kon­zer­te?

Als die Fan­tas­ti­schen Vier ge­spielt ha­ben, wa­ren wir noch mit un­se­ren In­ge­nieu­ren bei der Da­ten­ana­ly­se. Aber für die Zu­schau­er ist das ja toll. Vie­le ge­hen zu ei­nem Kon­zert und se­hen die DTM ne­ben­bei. Man­che Fans kom­men gar nicht we­gen uns, aber das ist okay.

Das macht Ih­nen nichts aus, dass Sie für man­che Zu­schau­er nur das Rah­men­pro­gramm sind?

Der Mo­tor­sport ist im Um­bruch und wir müs­sen die jun­gen Leu­te wie­der be­geis­tern. Wie­so nicht mit Kon­zer­ten und mehr Show? Und dann se­hen Sie viel­leicht, dass auch die DTM toll ist und kom­men wie­der.

En­de des Jah­res steigt Mer­ce­des aus der DTM aus. Wis­sen Sie schon, wie es wei­ter­geht?

Ge­ra­de erst wur­de As­ton Mar­tin als drit­ter Her­stel­ler ne­ben Au­di und BMW be­stä­tigt. Das war ex­trem wich­tig. Die DTM hat für mich ei­ne gro­ße Zu­kunft und ich den­ke, auf die kön­nen wir uns al­le freu­en.

FO­TO: THO­MAS PAKUSCH/IM­A­GO

Das Sie­gen ge­wohnt: Re­né Rast.

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