Das Geld fehlt: Rock im Al­ler­park fin­det im nächs­ten Jahr nicht statt

Kei­ne Aus­sicht auf städ­ti­schen Zu­schuss – Po­li­tik will das Fes­ti­val nicht ster­ben las­sen

Wolfsburger Allgemeine - - WOLFSBURG - VON SYL­VIA TELGE

WOLFS­BURG. Ist es das En­de von Rock im Al­ler­park? Die Or­ga­ni­sa­to­ren vom Hal­len­bad se­hen kei­ne Chan­ce, das be­lieb­te Open-Air-Fes­ti­val im nächs­ten Jahr wie­der zu ver­an­stal­ten. Grund: Das Geld fehlt. Zwei Drit­tel der Kos­ten kom­men zwar über Spon­so­ren­gel­der rein, in den Vor­jah­ren gab die Stadt aber im­mer noch ei­nen Zu­schuss. Den an­ge­sichts der schwie­ri­gen Haus­halts­la­ge wie­der zu er­hal­ten, sei aus­sichts­los, sagt Ge­schäfts­füh­rer Frank Rau­schen­bach. Des­halb be­an­trag­te er ihn erst gar nicht. Po­li­tik und Stadt wol­len nicht, dass das Fes­ti­val stirbt. Par­tei­en schla­gen vor, das Fes­ti­val al­le zwei Jah­re zu ver­an­stal­ten – dann mit fes­tem Bud­get.

Ak­tu­el­ler

Stand ist je­doch: „Un­se­re Pla­nun­gen se­hen so aus, dass

Rock im Al­ler­park 2019 nicht

5000 ju­beln­de Zu­schau­er: Die Do­nots spiel­ten 2017 bei Rock im Al­ler­park, jetzt steht das be­lieb­te Fes­ti­val vor dem fi­nan­zi­el­len Aus.

statt­fin­det“, sagt Rau­schen­bach. Ei­nen städ­ti­schen Zu­schuss zu be­kom­men, war zu­letzt ein ech­ter Kampf. In die­sem Jahr fand das Fes­ti­val im Rah­men des 80. Stadt­ge­burts­ta­ges statt, 2017 war es ei­ne rich­ti­ge Hän­ge­par­tie: Erst nach lan­gem Hin und Her gab die Stadt grü­nes Licht für ei­ne Un­ter­stüt­zung von 17.000 Eu­ro – 30.000 Eu­ro wa­ren be­an­tragt ge­we­sen. Trotz viel zu we­nig Zeit schaff­ten es die Or­ga­ni­sa­to­ren, mit den Do­nots ei­nen Hoch­ka­rä­ter zu ver­pflich­ten.

Der stän­di­ge Kampf um die Fi­nan­zie­rung zer­mür­be, sagt Frank Rau­schen­bach, und das Hal­len­bad müs­se au­ßer­dem sei­ner Haupt­ar­beit nach­ge­hen: gu­tes Pro­gramm im Kul­tur­zen­trum an­bie­ten. Das ver- steht Chris­ta West­phalSchmidt (SPD). Aber: „Wir soll­ten in Ru­he mit dem Hal­len­bad ei­ne

Lö­sung su­chen“. Denn

Rock im Al­ler­park sei ge­ra­de bei Ju­gend­li­chen be­liebt, für die es in Wolfs­burg nicht so vie­le An­ge­bo- te ge­be. West­phal-Schmidts Vor­schlag: Das Fes­ti­val al­le zwei Jah­re zu ver­an­stal­ten, das scho­ne die Kas­se. „Dann mit ei­nem fes­ten Bud­get, das im Haus­halt fest­ge­schrie­ben ist“, so Joa­chim Sie­vers (CDU). Grü­ne und FDP wol­len für den Er­halt von Rock im Al­ler­park kämp­fen. „Viel­leicht kann man wei­te­re Un­ter­stüt­zer ge­win­nen“, schlägt Ka­trin Weid­mann (Grü­ne) vor. „Durch Crowd­fun­ding.“Auch Kul­tur­de­zer­nent Dennis Weil­mann will das Fes­ti­val er­hal­ten, es sei „wich­ti­ger Baustein“im Wolfs­bur­ger Kul­tur­an­ge­bot.

Wir soll­ten in Ru­he mit dem Hal­len­bad ei­ne Lö­sung fin­den.

Dr. Chris­ta West­phal-Schmidt SPD-Po­li­ti­ke­rin im Kul­tur­aus­schuss

FO­TO (AR­CHIV): TIM SCHUL­ZE - WWW.38BILDER.DE

Ka­trin Weid­mann

Frank Rau­schen­bach

Joa­chim Sie­vers

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