Hei­ßer Som­mer: Bei der Ern­te gibt’s Ein­bu­ßen bis zu 50 Pro­zent

Feh­len­der Re­gen macht Land­wir­ten aus der Re­gi­on zu schaf­fen – Gu­te Er­geb­nis­se nur mit viel Be­wäs­se­rung

Wolfsburger Allgemeine - - FALLERSLEBEN - VON SYL­VIA TELGE

WOLFS­BURG. Zu heiß und zu we­nig Re­gen – die­se Kom­bi­na­ti­on ver­darb vie­len Land­wir­ten in der Re­gi­on Wolfs­burg in die­sem Jahr die Ern­te. „Sie fällt deut­lich schlech­ter als im Vor­jahr aus“, sagt Ei­ke Töp­per­wi­en aus Hei­li­gen­dorf. Ge­trei­de, Raps, Mais – die Ein­bu­ßen lie­gen bei ei­nem Drit­tel oder so­gar 50 Pro­zent.

Grund für die schlech­ten Er­geb­nis­se sind der feh­len­de Re­gen und die gro­ße Hit­ze, die über Mo­na­te an­dau­er­te. Ei­ne Be­wäs­se­rung hät­te hel­fen kön­nen, doch die gibt es für vie­le Wolfs­bur­ger Land­wir­te in Wolfs­burg nicht. Auch bei Ei­ke Töp­per­wi­en nicht. Er baut Mais, Ge­trei­de und Raps an und sei da­mit brei­ter auf­ge­stellt als an­de­re Kol­le­gen. „Wer nur Acker­bau macht, für den ist die Ern­te ei­ne Tra­gö­die“, sagt Töp­per­wi­en. Die Land­wir­te sind üb­ri­gens nicht nur in die­sem Jahr ge­beu­telt, 2017 gab es zu viel Re­gen, der die Ern­te stark schä­dig­te.

Spielt das Wet­ter künf­tig wei­ter­hin so ver­rückt? „Es gab im­mer Jah­re mit schlech­ten Ern­ten“, be­ru­higt Klaus-Die­ter Bö­se, Ge­schäfts­füh­rer des Land­volk-Kreis­ver­ban­des Gif­horn, zu dem Wolfs­burg ge­hört. Nach zwei Jah­ren mie­ser Ern­te sei es nicht rich­tig, in Pa­nik zu ver­fal­len. Auch von grund­le­gen­den Än­de­run­gen bei der Be­stel­lung der Fel­der hal­te Bö­se nichts. „Wir le­ben von und mit der Na­tur“, sagt er.

Über gu­te Ern­te­er­geb­nis­se freut sich hin­ge­gen die Gärt­ne­rei Schul­ze aus Wahr­stedt, die ih­re Pro­duk­te auf dem Wolfs­bur­ger Wo­chen­markt vor dem Rat­haus ver­kauft. Der Grund: „Wir ha­ben reich­lich be­wäs­sert“, er­klärt Ju­ni­or­chef Lenn­art Schul­ze. Bei der Flä­che von drei Hekt­ar sei das noch gut mög­lich. Kar­tof­feln, Boh­nen, Sa­lat, Brok­ko­li, ro­te Bee­te – al­les wuchs. Die Kür­bi­s­ern­te ist so­gar noch viel bes­ser als sonst, weil „Oma und ein Be­kann­ter“wäh­rend der Hit­ze­wo­chen flei­ßig ge­gos­sen hat­ten. „Des­halb ist die Kür­bis-Ern­te dop­pelt so groß wie sonst“, freut sich Schul­ze.

Der Ern­te ist bei den Schul­zes zwar trotz Hit­ze und kaum Re­gen gut – „aber der Auf­wand war sehr hoch“, räumt der Ju­ni­or­chef ein.

Wer nur Acker­bau macht, für den ist die Ern­te ei­ne Tra­gö­die.

Ei­ke Töp­per­wi­en

Land­wirt aus Hei­li­gen­dorf

FO­TO: BRIT­TA SCHUL­ZE

Gro­ße Hit­ze, we­nig Re­gen: Auch Land­wirt Ei­ke Töp­per­wi­en aus Hei­li­gen­dorf muss bei sei­ner Ern­te Ein­bu­ßen hin­neh­men.

FO­TO: SE­BAS­TI­AN BISCH

Ho­her Auf­wand: Die Gärt­ne­rei Schul­ze mit Ju­ni­or­chef Lenn­art Schul­ze stei­ger­te die Ern­te durch viel Be­wäs­se­rung.

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