Das Kar­ten­haus

E-AU­TO Lu­xem­burg und die Kehr­sei­te der Elek­trof­lit­zer

Tageblatt (Luxembourg) - - Vorderseite -

Seit dem Die­sel-Skan­dal ist die Au­to­mo­bil­bran­che un­ter Druck. Grund ge­nug, den Lu­xem­bur­ger E-Au­to-Markt un­ter die Lu­pe zu neh­men. Mi­nis­ter François Bausch glaubt, dass in drei Jah­ren 40.000 E-Au­tos hier­zu­lan­de fah­ren. Ist das rea­lis­tisch?

Zur Her­stel­lung ei­ner Stan­dard-Li­thi­um-Io­nen-Bat­te­rie für Elek­tro­au­tos wer­den sel­te­ne Er­den und Me­tal­le be­nö­tigt. Vor al­lem oh­ne Li­thi­um und Ko­balt wä­re es schnell aus mit dem Traum der E-Fahr­zeu­ge. Da­bei sind die bei­den Me­tal­le schon heu­te heiß be­gehrt, denn sie wer­den auch in Han­dy-, Ta­blet­und Lap­top-Ak­kus ver­baut. Un­be­denk­lich ist ih­re För­de­rung aber nicht. Li­thi­um sorgt schon jetzt in Chi­le und Ar­gen­ti­ni­en für gra­vie­ren­de Um­welt­pro­ble­me. Ähn­lich wie bei der Her­stel­lung von Meer­salz wer­den bei der Li­thi­um-Pro­duk­ti­on gro­ße Men­gen Was­ser, in de­nen der Stoff auf­ge­löst ist, ver­duns­ten ge­las­sen. Da­durch sin­ken der Grund­was­ser­spie­gel eben­so wie die Was­ser­spie­gel ge­fähr­lich ab. Die För­de­rung von Ko­balt ist nicht min­der um­strit­ten: Ein Be­richt von Am­nes­ty In­ter­na­tio­nal ent­hüll­te, dass im Haupt­för­der­land Kon­go teil­wei­se Kin­der un­ter furcht­ba­ren Be­din­gun­gen das Me­tall ab­bau­en müs­sen. Wäh­rend ei­ni­ge Ab­neh­mer nun Druck auf die För­de­rungs­fir­men ma­chen möch­ten, kom­men­tier­ten Un­ter­neh­men wie Tes­la und BMW den Be­richt bis­her nicht. Ein wei­te­rer wich­ti­ger Aspekt: Nach knapp acht Jah­ren muss die Bat­te­rie des E-Au­tos er­setzt wer­den. Er­freu­lich ist, dass es neue Ver­fah­ren mitt­ler­wei­le er­mög­li­chen, fast 97 Pro­zent der Roh­stof­fe so auf­zu­be­rei­ten, dass sie er­neut ver­wen­det wer­den kön­nen.

(Il­lus­tra­ti­on: Ta­ge­blatt/Ju­li­en Pri­mout)

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