Gol­de­nes Ju­bi­lä­um

GRAFIT Ho­her Be­such bei Mor­ga­ni­te auf Wind­hof

Tageblatt (Luxembourg) - - Economie | Industrie - Je­an-Phil­ip­pe Sch­mit

Seit nun­mehr 50 Jah­ren be­steht das Mor­ga­ni­te-Werk auf Wind­hof. Beim Her­stel­ler, der sich voll­stän­dig Stof­fen ver­schrie­ben hat, aus de­nen die Zu­kunft ge­baut wird, wur­de die­ses Ju­bi­lä­um ges­tern ge­büh­rend ge­fei­ert. „Da­mals, im Jahr 1967, war das Mor­ga­ni­te-Werk ei­nes der ers­ten Un­ter­neh­men, die sich am Wind­hof nie­der­lie­ßen“, weiß die Bür­ger­meis­te­rin der Ge­mein­de Koe­rich, Pia Flam­mang, zu er­zäh­len. „Heu­te sind wir stolz, dass die gan­ze Welt mit Pro­duk­ten 'Ma­de in Wind­hof' be­lie­fert wird.“

John Her­ke, Ma­na­ging Di­rec­tor von Mor­gan Eu­ro­pe, kann auch die Grün­de nen­nen, wel­che das bri­ti­sche Un­ter­neh­men da­mals da­zu be­wo­gen, den Sprung über den Är­mel­ka­nal zu wa­gen: „Un­ser Haupt­werk stand in Groß­bri­tan­ni­en. Wir such­ten nach ei­ner Ge­gend in Zen­tral­eu­ro­pa, von der aus wir nä­her am Kun­den wa­ren.“

Und die Si­tua­ti­on heu­te äh­nelt der da­ma­li­gen sehr stark. „We­gen des Br­ex­it ist es sehr gut, hier in Eu­ro­pa zu sein“, so Her­ke ge­gen­über dem Ta­ge­blatt. „Das Groß­her­zog­tum ist ein idea­ler Ort, um Ge­schäf­te zu ma­chen.“Vor fast ge­nau 50 Jah­ren tat sich Mor­gan Ad­van­ced Ma­te­ri­als mit ei­ner lu­xem­bur­gi­schen In­ves­to­ren-Fa­mi­lie zu­sam­men und sie bau­ten das Werk auf Wind­hof“, so der Ma­na­ging Di­rec­tor Jo­seph Lan­da. Zu Be­ginn hät­ten 15 Per­so­nen in Lu­xem­burg ge­ar­bei­tet, ein hal­bes Jahr­hun­dert spä­ter sind es schon 70. Die­se er­ar­bei­ten ei­nen jähr­li­chen Um­satz von rund 12 Mil­lio­nen Eu­ro. „Wir wer­den auch in Zu­kunft in un­ser Werk in Lu­xem­burg in­ves­tie­ren“, ver­spricht Lan­da.

Öl- und Gas­in­dus­trie

Die 161-jäh­ri­ge Mor­gan Ad­van­ced Ma­te­ri­als hat sich ganz in­no­va­ti­ven An­wen­dun­gen für au­ßer­ge­wöhn­li­che Roh­stof­fe ver­schrie­ben. „Es geht dar­um, dass die Kun­den durch den Ein­satz von Hoch­leis­tungs­ma­te­ria­li­en mehr mit we­ni­ger er­rei­chen kön­nen“, so das Un­ter­neh­men.

„Wir be­ar­bei­ten ei­nen Ni­schen­markt und ha­ben drei Be­rei­che, in de­nen wir ak­tiv sind“, er­klärt Her­ke. „Dies sind die Öl- und Gas­in­dus­trie, die Luft­fahrt und der Ener­gie­sek­tor.“Je­der, der schon mal mit ei­nem Blei­stift sein Tür­schloss „ge­fet­tet“hat, weiß um die schmie­ren­den Ei­gen­schaf­ten des Stof­fes Grafit Be­scheid. „Grafit ist ein her­vor­ra­gen­der Fest­schmier­stoff.“

Die­ser wür­de in Be­rei­chen ein­ge­setzt, in dem klas­si­sche Schmier­mit­tel aus Fett oder Öl nicht an­ge­wen­det wer­den kön­nen. „Sei es, weil sehr ho­he Tem­pe­ra­tu­ren herr­schen, ein kor­ro­si­ves Um­feld oder weil Um­welt­nor­men ein­zu­hal­ten sind“, so Her­ke. Auch die Le­bens­mit­tel­in­dus­trie wür­de ger­ne auf Gra­fitPro­duk­te zu­rück­grei­fen.

Ei­ner der am stärks­ten wach­sen­den An­wen­dungs­be­rei­che sei üb­ri­gens der Au­to­mo­bil­bau: „Die Elek­tro- und Hy­bridwa­gen-Her­stel­ler ge­hö­ren auch zu un­se­ren Kun­den.“

Staats­se­kre­tä­rin Fran­ci­ne Clo­se­ner, die ges­tern eben­falls den Weg nach Wind­hof fand, wo sich im Lau­fe der Jahr­zehn­te vie­le wei­te­re Be­trie­be an­ge­sie­delt ha­ben, freu­te sich, dass es in Lu­xem­burg noch Un­ter­neh­men gibt, die hier pro­du­zie­ren und zur Di­ver­si­fi­ka­ti­on der ein­hei­mi­schen Wirt­schaft bei­tra­gen. „Wir un­ter­stüt­zen Mor­gan auch wei­ter­hin“, ver­si­cher­te sie. „Lu­xem­bourg ma­kes it hap­pen.“

Der Erb­groß­her­zog und die Staats­se­kre­tä­rin las­sen sich das Mor­ga­ni­te-Werk er­klä­ren

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