Tisch­ten­nis: Der 3. EM-Tag

TI­MO BOLL Der deut­sche Welt­star im In­ter­view

Tageblatt (Luxembourg) - - Die Welt Des Sports - Lau­rent Nei­ertz Ist es wich­tig für Sie, dass Sie die meis­ten Spie­ler in Ih­rer Mann­schaft schon seit län­ge­rem ken­nen? Wa­ren Sie schon ein­mal vor die­ser Eu­ro­pa­meis­ter­schaft in Lu­xem­burg? Ken­nen Sie ei­ni­ge lu­xem­bur­gi­schen Spie­ler? Ist der Hy­pe um Ih­re Per­son

Ti­mo Boll ist die Iden­ti­fi­ka­ti­ons­fi­gur des Tisch­ten­nis schlecht­hin.

Selbst die größ­ten Lai­en die­ser Sport­art kön­nen et­was mit dem Na­men Boll an­fan­gen. Die ehe­ma­li­ge Num­mer eins der Welt ge­hört auch im Al­ter von 36 Jah­ren noch im­mer zur ab­so­lu­ten Welt­spit­ze und will un­be­dingt den EM-Ti­tel wie­der nach Deutsch­land ho­len. Ta­ge­blatt: Wie zu­frie­den sind Sie mit Ih­rem Spiel ge­gen Lei Kou?

Ti­mo Boll: Je­der weiß, wel­che Qua­li­tät mein Geg­ner an den Tag le­gen kann. Des­halb muss­te ich in den höchs­ten Gang schal­ten, um ge­gen ihn als Sie­ger vom Tisch zu ge­hen. Ich war aber ei­gent­lich froh, dass ich gleich ge­gen ei­nen solch star­ken Geg­ner an­tre­ten durf­te, weil dies dann ein op­ti­ma­ler Form­test war. Ich ha­be gut ins Spiel hin­ein­ge­fun­den.

Ei­gent­lich nicht. Denn bei der Team-EM wer­den nur Ein­zel­spie­le aus­ge­tra­gen. Da ist je­der auf sich al­lein ge­stellt und muss das Spiel selbst nach Hau­se brin­gen. Na­tür­lich ist es schön, wenn man die Un­ter­stüt­zung von der Bank hat. Dann lässt man sich vi­el­leicht nicht so schnell hän­gen.

Ti­mo Boll: Ja, aber dies liegt doch schon ei­ne gan­ze Wei­le zu­rück. Aber das war si­cher­lich nicht hier in der Hal­le, dar­an könn­te ich mich näm­lich er­in­nern. Ich wür­de so­gar sa­gen, dass die­ser Sport­kom­plex da­mals noch gar nicht er­rich­tet war. An­sons­ten war ich ein­mal bei ei­nem Cross-Cup für die Olym­pia­qua­li­fi­ka­ti­on als Zu­schau­er zu Gast.

Aus mei­ner Ju­gend­zeit ken­ne ich Jé­rô­me Rai­son noch ganz gut. Er war ein sehr ta­len­tier­ter Spie­ler. Man ist sich frü­her ein paar Mal bei in­ter­na­tio­na­len Wett­be­wer­ben über den Weg ge­lau­fen. Des Wei­te­ren spiel­te Rai­son auch in Deutsch­land.

Es kommt schon mal vor, dass ich hier um Au­to­gram­me und Fo­tos ge­fragt wer­de. Es hält sich aber al­les im Rah­men. Im Ver­gleich zu an­de­ren in­ter­na­tio­na­len Tur­nie­ren, z.B. in Chi­na, ist es schon deut­lich ru­hi­ger und stress­frei­er für uns. Aber es hat al­les sei­ne gu­ten und schlech­ten Sei­ten.

Wenn die­se Eu­ro­pa­meis­ter­schaft mir nichts be­deu­ten wür­de, wä­re ich be­stimmt nicht hier. Aber dies geht uns al­len so. Wir wol­len für Deutsch­land die­sen Ti­tel ge­win­nen. Mo­men­tan sind wir auch auf ei­nem gu­ten Weg, doch bis­her ha­ben wir noch nichts er­reicht. Wir müs­sen noch den Be­weis lie­fern, dass wir die bes­te Mann­schaft in Eu­ro­pa sind.

Für Ti­mo Boll geht es in Lu­xem­burg ru­hi­ger zu als bei Tur­nie­ren in Chi­na, wo er von den Tisch­ten­nis-Fans re­gel­recht ver­göt­tert wird

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