„Als Team zu­sam­men­ar­bei­ten“

JE­AN-MA­RIE NOËL Lu­xem­bur­gi­scher Schieds­rich­ter im EM-Ein­satz

Tageblatt (Luxembourg) - - Sport | Tischtennis - Lau­rent Nei­ertz Was ge­fällt dir am meis­ten an die­ser Tä­tig­keit? Bei Groß-Events ist es üb­lich, dass zwei Schieds­rich­ter ein­ge­setzt wer­den. Ist es hier im­mer das glei­che Duo, das die Spiel­lei­tung über­nimmt? Bist du bei in­ter­na­tio­na­len Events noch kon­zen­tri

Je­an-Ma­rie Noël ist ei­ner der sie­ben lu­xem­bur­gi­schen Schieds­rich­ter, die bei die­ser Mann­schafts-EM im Ein­satz sind. Der 32-Jäh­ri­ge des DT Kord­all er­läu­tert im Ta­ge­blatt-In­ter­view ei­ni­ge Aspek­te sei­ner Tä­tig­keit. Ta­ge­blatt: Was hat dich da­zu be­wo­gen, Schieds­rich­ter zu wer­den?

Je­an-Ma­rie Noël: Um ehr­lich zu sein, das weiß ich nicht mehr ge­nau. Ich stu­dier­te in Deutsch­land und spiel­te auch dort in ei­nem lo­ka­len Ver­ein Tisch­ten­nis. Je­des Team muss­te dort ei­nen Schieds­rich­ter zur Ver­fü­gung stel­len, und aus ir­gend­ei­ner Lau­ne her­aus ha­be ich mich da­zu ent­schlos­sen, die­se Funk­ti­on an­zu­neh­men. Die­se Aus­bil­dung wur­de auch hier­zu­lan­de an­er­kannt.

Ich war schon ein paar Mal als in­ter­na­tio­na­ler Schieds­rich­ter bei Ju­gend­ver­an­stal­tun­gen im Aus­land im Ein­satz. Das macht mir im­mer sehr viel Spaß. Dort ist noch nicht al­les ganz so strikt ge­re­gelt wie bei den gro­ßen aus­län­di­schen Er­wach­sen­en­tur­nie­ren. Au­ßer­dem se­he ich es als ei­ne klas­se Ge­le­gen­heit an, als Schieds­rich­ter bei sol­chen Events – wie z.B. jetzt die­ser EM – da­bei sein zu dür­fen. Aber ich muss auch zu­ge­ben, dass mein Ni­veau nicht ganz aus­ge­reicht hät­te, um ein über­ra­gen­der Spie­ler zu wer­den (lacht). Das Wich­tigs­te für ei­nen Schieds­rich­ter ist aber, dass er sei­ne Rol­le ge­wis­sen­haft aus­führt.

Wie kam es da­zu, dass du als Schieds­rich­ter an die­ser EM teil­neh­men darfst?

Für die­se Ver­an­stal­tung ha­be ich mich beim na­tio­na­len Ver­band an­ge­mel­det. Aber ich leis­te auch Hil­fe in der Or­ga­ni­sa­ti­on der Schieds­rich­ter. Wir ha­ben im Ver­hält­nis zu an­de­ren Län­dern ei­ne re­la­tiv ho­he Zahl an in­ter­na­tio­na­len Schieds­rich­tern in Lu­xem­burg. Ins­ge­samt sind es 15, von de­nen sie­ben hier im Ein­satz sind.

Das hängt ge­ne­rell vom Ober­schieds­rich­ter der Ver­an­stal­tung ab, der sich um die Zu­sam­men­stel­lung küm­mert. Die­se Kon­stel­la­tio­nen er­ge­ben sich dann eher per „Zu­fall“. Al­so es gibt kein Schieds­rich­ter­duo, das von vorn­her­ein weiß, dass es zu­sam­men ein Spiel lei­ten wird. Dies ist aber auch auf na­tio­na­ler Ebe­ne so üb­lich. Ver­schie­de­ne Ober­schieds­rich­ter sind aber der Auf­fas­sung, dass man ver­schie­de­ne Na­tio­nen mit­ein­an­der mi­schen soll, um sich un­ter­ein­an­der bes­ser aus­tau­schen zu kön­nen.

Es wird auch dar­auf ge­ach­tet, dass sich die je­wei­li­gen zwei Per­so­nen in ei­ner Spra­che ver­stän­di­gen kön­nen. Eng­lisch ist die of­fi­zi­el­le Spra­che am Tisch.

Eben­falls ist es ei­ne nicht un­üb­li­che Vor­ge­hens­wei­se, dass ein jun­ger und ein er­fah­re­ner Schieds­rich­ter für die glei­che Par­tie an­ge­setzt wer­den. Hier soll sich der et­was un­er­fah­re­ne Schieds­rich­ter Tipps vom Rou­ti­nier ho­len. Wich­tig ist es aber, als

Team zu ar­bei­ten.

Nein. Wäh­rend ei­ner Par­tie ha­be ich den Tun­nel­blick und kon­zen­trie­re mich der­art auf das Match, dass es ei­gent­lich egal ist, wer dort spielt. Was hier je­doch ein we­nig an­ders ist als bei an­de­rer Events, sind die gan­zen Pro­ze­du­ren, die an­fal­len. Der Ablauf ist vor­pro­gram­miert und muss auch ein­ge­hal­ten wer­den. Nach ei­nem kur­zen Brie­fing wird uns u.a. ge­sagt, wo man die Schlä­ger ab­le­gen soll. Das Gan­ze soll al­les sehr pro­fes­sio­nell ab­lau­fen.

Ja. Die Ana­ly­se ist auf die­sem Ni­veau auch ge­nau­er als bei den sons­ti­gen Tur­nie­ren. Nor­ma­ler­wei­se checkt der Schieds­rich­ter mit ei­nem spe­zi­el­len Ge­rät, ob mit dem Schlä­ger al­les in Ord­nung ist. Bei der EM küm­mert sich aber prin­zi­pi­ell ein Team dar­um. Weil die­ses Prin­zip je­doch ziem­lich zeit­auf­wen­dig ist, wer­den nur Stich­pro­ben ge­macht.

Hat wäh­rend je­der Par­tie den Tun­nel­blick: Schieds­rich­ter Je­an-Ma­rie Noël

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