Reif für schö­ne Er­in­ne­run­gen

DIFFERDINGER DERBY Pro­grès-Ver­tei­di­ger Da­vid So­a­res im Ge­spräch

Tageblatt (Luxembourg) - - Sport | Fussball - Christel­le Die­de­rich

Da­vid So­a­res kennt kei­nen an­dern Klub als den Pro­grès Nie­der­korn, doch zum Differdinger Derby hat er seit län­ge­rem ein ge­spal­te­nes Ver­hält­nis. In den letz­ten vier Jah­ren ha­ben die Gelb-Schwar­zen kein ein­zi­ges Derby mehr ge­won­nen. Das soll sich heu­te Abend än­dern. Ta­ge­blatt: Hat die­ses Derby für dich als wasch­ech­ten Nie­der­kor­ner ei­ne an­de­re Be­deu­tung als für dei­ne Team­kol­le­gen?

Da­vid So­a­res: Es ist das Spiel, das je­der ge­win­nen will – das Spiel, das man nicht ver­lie­ren darf. Klar ist es für mich ein sehr spe­zi­el­ler Abend. Aber je­der im Team weiß, wor­um es geht. Da braucht man auch kei­ne ex­tra Mo­ti­va­ti­on, das geht al­les von al­lein.

Du hoffst be­stimmt, auch end­lich mal wie­der ein Derby spie­len zu kön­nen ...

Ja! In der Tat hat­te ich zu­letzt im­mer Pech beim Derby. Letz­tes Jahr war ich ge­sperrt, was schon sehr sel­ten vor­kommt, und das an­de­re Mal nicht da­bei. Ich bin aber gu­ter Din­ge, dass es mor­gen (heu­te) klappt.

Letz­te Wo­che muss­tet ihr euch bei der US Esch fast 90 Mi­nu­ten ge­dul­den, um das Loch zu fin­den. Er­war­tet euch ge­gen Déif­fer­deng 03 das glei­che Schick­sal?

Wir sind zur­zeit die Mann­schaft, die es zu schla­gen gilt. Da­mit müs­sen wir um­ge­hen, ge­dul­dig blei­ben. Mitt­ler­wei­le sind Spie­ler da­zu­ge­sto­ßen, die uns mit ih­rer Er­fah­rung da­bei hel­fen. Dif­fer­din­gen wird sich aber nicht hin­ten rein­stel­len, das passt ein­fach nicht zu die­ser Mann­schaft.

Was macht denn die Stär­ke der Differdinger aus?

In den letz­ten Jah­ren stach si­cher­lich Omar Er Ra­fik her­aus. Sie ha­ben ihn durch Ni­co­las Pe­rez er­setzt – den ich zwar noch nicht selbst er­lebt ha­be, von dem ich aber viel Gu­tes ge­hört ha­be. Mit Yéyé und Al­mei­da ha­ben sie zwei wei­te­re Of­fen­siv­waf­fen, wel­che den Un­ter­schied ma­chen kön­nen. Ih­re Stär­ke liegt nicht im in­di­vi­du­el­len Be­reich, son­dern es ist ihr Kol­lek­tiv.

Du hast ja schon als Kind ei­ni­ge Lo­kal­der­bys ge­se­hen. Was ist dei­ne schöns­te Er­in­ne­rung?

Na­ja, in den letz­ten Jah­ren nicht vie­le (lacht) ... (das letz­te Mal, dass sich Nie­der­korn ge­gen D03 durch­setz­te, war 2013; d.Red.) Ich er­in­ne­re mich aber noch an un­ser letz­tes Spiel auf dem „Thil­le­bierg“. Wir la­gen 0:2 in Rück­stand und ha­ben das Spiel ge­dreht. Wir ha­ben da­mals 3:2 ge­won­nen. Als Kind war das Derby das Spiel, auf das man die gan­ze Wo­che über ge­war­tet hat. Und mon­tags wur­den die Kol­le­gen dann in der Schu­le ge­är­gert, oder eben man selbst ...

Ist die­se Ri­va­li­tät denn gleich­ge­blie­ben?

Ich den­ke schon. Die Men­schen im Ver­ein sind ja im­mer noch die glei­chen. Es ist ein Spiel, auf das sich der Zu­schau­er freut. Un­se­re Neu­zu­gän­ge sind aus­rei­chend in­te­griert, um sich der Wich­tig­keit die­ses Spiels be­wusst zu sein.

Nun zu den schlech­ten Er­in­ne­run­gen ...

Je­des Mal, wenn ich selbst nicht spie­len konn­te. Das macht mich beim Derby im­mer be­son­ders wü­tend und trau­rig. Wenn ich ein Spiel de­rer her­vor­he­ben müss­te, die wir zu­letzt ver­lo­ren ha­ben, dann die Par­tie im März 2014 (2:4-Nie­der­la­ge). Für uns ging es dar­um, die Re­le­ga­ti­on zu ver­mei­den – die wir dann doch ge­spielt ha­ben –, wäh­rend D03 sich für den Eu­ro­pa­po­kal qua­li­fi­zie­ren woll­te.

Wie willst du dei­ne schnel­len Ge­gen­spie­ler wie Yéyé oder Al­mei­da mor­gen (heu­te) aus dem Spiel neh­men?

Bei­de sind im Eins-ge­gen-eins sehr stark, da gilt es, je­de Mi­nu­te auf­zu­pas­sen. Déif­fer­deng 03 war und ist noch im­mer be­kannt da­für, in den letz­ten Mi­nu­ten ei­nen ent­schei­den­den Tref­fer zu ma­chen. Das müs­sen wir un­be­dingt ver­mei­den und bis zur al­ler­letz­ten Se­kun­de hell­wach sein.

Hat Nie­der­korn dies­mal nach ei­ner ge­fühl­ten Ewig­keit die bes­ten Vor­aus­set­zun­gen, die Ge­mein­de­meis­ter­schaft für sich zu ent­schei­den?

Im Mo­ment läuft es, wo­bei das aber kei­ne Be­deu­tung im Derby hat. Da spielt die Ta­bel­len­po­si­ti­on kei­ne Rol­le. Na­tür­lich ist es im­mer bes­ser, mit dem Selbst­be­wusst­sein ei­ner 5/5 rein­zu­ge­hen. In schlech­ten Pha­sen triffst du den Pfos­ten, in den gu­ten fliegt der Ball da­nach ins Tor ...

Die Zu­ta­ten für ein tol­les Spiel sind al­so ge­ge­ben.

Ja, es ist al­les be­reit da­für. Wir wol­len auf die­ser Er­folgs­wel­le wei­ter­rei­ten. Auch wenn das Derby wie ge­sagt im­mer noch ein Spiel „à part“dar­stellt.

Da­vid So­a­res (l.) will beim heu­ti­gen Derby ein Wört­chen mit­re­den

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