Nein zur Fu­si­on

KOM­MEN­TAR Ge­schei­ter­te „Ehen“

Tageblatt (Luxembourg) - - Opinion - Wieb­ke Trapp

Der ge­platz­te Traum von „Meesebuerg“und der Fall Saeul sind nicht mit­ein­an­der zu ver­glei­chen. Den­noch zei­gen sie in al­ler Deut­lich­keit, dass Geld nicht al­les ist und der na­tio­na­le Wil­le nicht zwangs­läu­fig auch der re­gio­na­le ist. Ne­ben der Schul­de­bat­te, die viel­fach dis­ku­tiert ist, kommt im Fal­le von Nom­mern und Fisch­bach noch et­was hin­zu: Die Bür­ger so man­cher Ort­schaf­ten der bei­den Ge­mein­den ori­en­tie­ren sich im Ein­kaufs- und Frei­zeit­ver­hal­ten nicht nach Fels, son­dern nach Mersch oder Junglins­ter.

Auf psy­cho­lo­gi­scher Ebe­ne be­legt das Nein, wie sen­si­bel Bür­ger heut­zu­ta­ge auf Zu­sa­gen und Ver­spre­chen der Po­li­tik re­agie­ren und wie viel Miss­trau­en mitt­ler­wei­le im Spiel ist. Das lässt tief bli­cken hin­sicht­lich der an­ste­hen­den Wah­len – auf kom­mu­na­ler und auf na­tio­na­ler Ebe­ne, für die die Vor­be­rei­tun­gen auf Hoch­tou­ren lau­fen.

Der Fall von Saeul hin­ge­gen hat et­was von „ein Dorf ge­gen den Rest“, von sym­pa­thi­scher rura­ler Au­to­no­mie ge­gen jeg­li­che ad­mi­nis­tra­ti­ve Ver­ein­fa­chungs­be­mü­hun­gen. Sym­pa­thisch.

Da wol­len Dorf­be­woh­ner ge­nau das blei­ben, den viel zi­tier­ten nach­bar­schaft­li­chen Zu­sam­men­halt le­ben und in al­ler Be­schei­den­heit ih­re Le­bens­qua­li­tät wah­ren.

Sie wol­len kei­ne Vor­zei­ge­bau­ten in Be­ton, son­dern At­mo­sphä­re. Cha­peau! Die Fra­ge wird sein, ob sie das in Zei­ten ei­ner im­mer stär­ker zu­sam­men­wach­sen­den Welt noch lan­ge auf­recht­er­hal­ten kön­nen.

wtrapp@ta­ge­blatt.lu

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