Güns­tig woh­nen via Pen­si­ons­fonds

„PA­RA­DIG­MEN­WECH­SEL“Pi­lot- und Test­pro­jekt wird in Gre­ven­ma­cher ge­baut

Tageblatt (Luxembourg) - - Wohnen - Ro­bert Schnei­der

Lan­ge Zeit bot der Pen­si­ons­fonds der Pri­vat­be­am­ten-Pen­si­ons­kas­se ei­ne Mög­lich­keit für Klein­und Nor­mal­ver­die­ner, ein Ei­gen­heim zu fi­nan­zie­ren. Nach der Fu­si­on der Kas­sen wur­de die­se Mög­lich­keit – aus wel­chem Grund auch im­mer – ab­ge­schafft. Jetzt will der „Fonds de com­pen­sa­ti­on“, der die Pen­si­ons­re­ser­ven ver­wal­tet, er­neut für güns­ti­ge Miet­woh­nun­gen sor­gen. Ei­nen Pa­ra­dig­men­wech­sel se­hen So­zi­al­mi­nis­ter Ro­main Schnei­der und Woh­nungs­bau­mi­nis­ter Marc Han­sen in den vor­ge­se­he­nen In­ves­ti­tio­nen des Fonds.

Bis zu 5 Pro­zent von 18 Mil­li­ar­den

5 Pro­zent der 18 Mil­li­ar­den, die der Fonds ver­wal­tet (Ten­denz stei­gend), kön­nen und sol­len in Im­mo­bi­li­en in­ves­tiert wer­den.

Dies ge­schieht auch schon zum Teil; so ist der „Fonds de com­pen­sa­ti­on“zweit­größ­ter Ak­tio­när bei der SNHBM („So­cié­té na­tio­na­le des ha­bi­ta­ti­ons à bon mar­ché“), fi­nan­zier­te oder be­tei­lig­te sich aber bis­lang eher an Bü­ro­ge­bäu­den wie das IAK-Ge­bäu­de („Ilot ad­mi­nis­tra­tif du Kirch­berg“) mit 22.000 Qua­drat­me­tern oder das „Im­meu­b­le Car­re­four“auf Kirch­berg (12.000 m2).

Auch die „Cité de la Sé­cu­rité so­cia­le“wird vom Fonds fi­nan­ziert. Die­ser Ge­bäu­de­kom­plex soll 2021 be­zugs­fer­tig sein und so die Mög­lich­keit bie­ten, an der Escher Stra­ße in Hol­le­rich eben­falls Woh­nungs­bau zu be­trei­ben, er­läu­ter­te Ro­main Schnei­der ges­tern. Der Groß­teil des Pen­si­ons­fonds wird wei­ter­hin in Ak­ti­en­fonds in­ves­tiert und bringt ei­ne Di­vi­den­de von leicht un­ter 5 Pro­zent.

40 Pro­zent we­ni­ger Mie­te

Dem­nächst soll im Üb­ri­gen ei­ne par­la­men­ta­ri­sche De­bat­te zum Pen­si­ons­fonds statt­fin­den, kün­dig­te der So­zi­al­mi­nis­ter an. Jetzt al­so wird der Fonds auch in Woh­nungs­bau in­ves­tie­ren, der an­schlie­ßend über die „Agence im­mo­bi­liè­re so­cia­le“(AIS) ver­mie­tet wird.

Ein Pi­lot­pro­jekt die­ser neu­en Me­tho­de, die sub­ven­ti­ons­frei aus­kommt und die dem Fonds ei­ne ga­ran­tier­te Ren­di­te von 2,5 Pro­zent auf 20 Jah­re lie­fert (ab­ge­se­hen von dem Mehr­wert, der evtl. durch die Ver­teue­rung der Ob­jek­te ent­steht), wird dem­nächst in Gre­ven­ma­cher („Kräiz­bierg“) rea­li­siert. 23 Ap­par­te­ments wer­den hier ent­ste­hen. Bau­herr ist der „Fonds du lo­ge­ment“, der die Im­mo­bi­li­en nach Fer­tig­stel­lung dem „Fonds de com­pen­sa­ti­on“ver­kauft, der die­se wie­der­um zu ei­nem fes­ten Preis an die AIS ver­mie­tet.

Die­se Agen­tur wird die Woh­nun­gen zu ei­ner Mie­te, die 40 Pro­zent un­ter der in Gre­ven­ma­cher üb­li­chen Markt­mie­te liegt, In­ter­es­sen­ten über­las­sen.

Nach Ablauf des Miet­ver­tra­ges zwi­schen Fonds und AIS (der we­nigs­tens 20 Jah­re dau­ern soll) kann die­ser ver­län­gert wer­den, bzw. die Woh­nun­gen kön­nen vom Pen­si­ons­fonds wei­ter am frei­en Markt ver­mie­tet oder ver­kauft wer­den. Die In­ves­ti­ti­on für das ers­te Pro­jekt die­ser Art be­läuft sich auf 8,5 Mil­lio­nen; der Pen­si­ons­fonds hat al­so noch star­ke Fi­nanz­mit­tel in pet­to, um die­ses Mo­dell wei­ter­zu­ver­fol­gen. In Dü­de­lin­gen und Wiltz könn­te dies z.B. schnell ge­sche­hen.

Ro­main Schnei­der und Marc Han­sen se­hen in der neu­en Me­tho­de ei­nen Pa­ra­dig­men­wech­sel

Der „Fonds de com­pen­sa­ti­on“, der die Pen­si­ons­re­ser­ven ver­wal­tet, will er­neut für güns­ti­ge Miet­woh­nun­gen sor­gen

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