Du­ell mit dem Freund

TOM SCHNELL Vor dem Spiel ge­gen Nie­der­korn

Tageblatt (Luxembourg) - - Sport - Dan El­vin­ger

Fast wä­re Tom Schnell beim Pro­grès ge­lan­det. Im letz­ten Win­ter un­ter­schrieb der In­nen­ver­tei­di­ger je­doch ei­nen neu­en Drei­jah­res­ver­trag beim F91 Dü­de­lin­gen.

Heu­te kommt es zum Du­ell ge­gen sei­nen Freund und Nie­der­korn-Prä­si­den­ten

Fa­bio Ma­ro­chi.

Ta­ge­blatt: Tom, wie viel steht für Dü­de­lin­gen ge­gen Nie­der­korn auf dem Spiel?

Tom Schnell: Sehr viel. Ver­lie­ren wir, be­trägt der Ab­stand auf den Pro­grès be­reits sechs Punk­te. Der Druck las­tet auf un­se­ren Schul­tern. Nie­der­korn kann be­freit auf­spie­len und steht als Ta­bel­len­füh­rer nicht un­ter Zug­zwang.

Es ist sel­ten, dass der F91 ein Spit­zen­spiel nicht als Ta­bel­len­füh­rer an­geht.

Das än­dert für uns aber ei­gent­lich nichts. Wir sind in die­se Si­tua­ti­on ge­ra­ten, weil wir am ers­ten Spiel­tag ge­gen Hos­tert ver­lo­ren ha­ben. Nach den Cham­pi­ons-Le­ague-Qua­li­fi­ka­ti­ons­spie­len ge­gen Ni­ko­sia sind wir in ein Loch ge­fal­len. Und das ha­ben wir auch selbst ge­merkt. Wir sind nicht in der La­ge, im­mer je­de Mann­schaft zu über­ren­nen. Nach der Nie­der­la­ge im Li­ga­po­kal ge­gen die Fo­la und ei­ne Wo­che spä­ter ge­gen Hos­tert hat der Trai­ner die Mann­schaft in die Ver­ant­wor­tung ge­nom­men. Seit­dem be­fin­den wir uns auf dem rich­ti­gen Weg. Es ist uns be­wusst, dass der Ti­tel in die­sem Jahr noch schwe­rer zu ho­len ist, weil mit Nie­der­korn ei­ne wei­te­re Mann­schaft zur Spit­ze ge­sto­ßen ist.

Ist es für Nie­der­korn ein Vor­teil, dass sie be­reits zwei Top­spie­le ge­gen die Fo­la und Dif­fer­din­gen ge­won­nen ha­ben?

Ihr gro­ßer Vor­teil ist, dass sie noch im­mer von der Eu­ro­pa­po­kal-Eu­pho­rie le­ben. Die zwei Sie­ge in die­sen Spit­zen­spie­len ha­ben ge­zeigt, auf wel­chem Le­vel sich Nie­der­korn be­fin­det. Wir ha­ben uns vie­le Vi­deo­ana­ly­sen ih­rer Par­ti­en an­ge­se­hen. Sie be­sit­zen ei­nen gu­ten Spiel­rhyth­mus.

Ge­gen Nie­der­korn triffst du auf dei­nen ehe­ma­li­gen Team­kol­le­gen Aleksand­re Ka­ra­pe­ti­an. Ist er stär­ker als zu Dü­de­lin­ger Zei­ten?

Im Mo­ment trifft er ein­fach. Das Um­feld schenkt ihm das Ver­trau­en, das man als Stür­mer braucht. Und er be­dankt sich mit To­ren. Ob er jetzt bes­ser ist als vor drei Jah­ren, wer­den wir dann se­hen. Ich freue mich auf das Du­ell mit ihm. Er ist ei­ner, der den Zwei­kampf sucht und nicht 100mal zu Bo­den geht. Das kommt mir ent­ge­gen.

Ist der Schlüs­sel des Spiels, die Thill-Brü­der aus­zu­schal­ten?

Ich den­ke, dass zur­zeit Em­ma­nu­el Françoi­se ihr Schlüs­sel­spie­ler ist. Wenn wir ihn aus dem Spiel neh­men kön­nen, dann ha­ben wir schon ei­ni­ges er­reicht. Aber auch das Mit­tel­feld um Oli­vier und Sé­bas­ti­en Thill muss ge­bremst wer­den. Wie im­mer wer­den die Vor­ga­ben lau­ten, we­ni­ge Feh­ler in den letz­ten 30 Me­tern vor dem Tor zu ma­chen, um Stan­dard­si­tua­tio­nen zu ver­mei­den. Au­ßer­dem müs­sen wir das schnel­le und gu­te Um­schalt­spiel der Nie­der­kor­ner un­ter­bin­den.

In der letz­ten Sai­son wä­re es fast zu ei­nem Wech­sel nach Nie­der­korn ge­kom­men. Wor­an ist der Trans­fer ge­schei­tert?

Ich ken­ne den Prä­si­den­ten Fa­bio Ma­ro­chi be­reits seit Jah­ren und wir sind Freun­de. Schluss­end­lich konn­ten wir uns aber nicht ei­ni­gen. Des­halb ist das Du­ell ge­gen Nie­der­korn für mich auch ein biss­chen spe­zi­ell. Es geht ge­gen den Ver­ein ei­nes Freun­des.

Wie groß war die Ent­täu­schung, trotz des Per­so­nal­man­gels nicht für die Län­der­spie­le ge­gen Frank­reich und Weiß­russ­land nach­no­mi­niert wor­den zu sein?

Auf die­ses The­ma wur­de ich zu­letzt oft an­ge­spro­chen. Ich bin nicht ent­täuscht, weil ich mit der Na­tio­nal­mann­schaft ab­ge­schlos­sen ha­be. Es gibt vie­le jun­ge, auf­stre­ben­de Spie­ler, die im Aus­land tä­tig sind und ih­re Auf­ga­be gut ma­chen. Ich bin nicht mehr be­reit, vor Län­der­spie­len zwei Wo­chen in ei­nem Ho­tel zu woh­nen. Das ha­be ich Luc Holtz auch so mit­ge­teilt. Mein Fo­kus rich­tet sich jetzt auf mei­ne Fa­mi­lie und den F91 Dü­de­lin­gen.

Tom Schnell (F91) freut sich auf das Du­ell mit Pro­grès-Stür­mer Aleksand­re Ka­ra­pe­ti­an

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