Wirt­schafts­mis­si­on en­det er­folg­reich

HAN­DELS­BE­ZIE­HUN­GEN RAK Ce­ra­mics will Prä­senz in Lu­xem­burg aus­bau­en

Tageblatt (Luxembourg) - - Vorderseite - Je­an-Phil­ip­pe Sch­mit, zz. in Du­bai

Wirt­schafts­mi­nis­ter Eti­en­ne Schnei­der lob­te ges­tern beim Ab­schluss­brie­fing die gu­ten Wirt­schafts­be­zie­hun­gen mit den Ver­ei­nig­ten Ara­bi­schen Emi­ra­ten. Das stei­gen­de In­ter­es­se an dem Staat am Per­si­schen Golf zei­ge, dass sich die An­stren­gun­gen der ver­gan­ge­nen 20 Jah­re nun aus­zah­len wür­den.

Lu­xem­burg ist das ers­te Land, das sei­ne Teil­nah­me an der Ex­po 2020 zu­ge­sagt hat. „In der lo­ka­len Pres­se war dies ein gro­ßes The­ma“, so der Mi­nis­ter. Auch in sei­nem liebs­ten Be­reich war Eti­en­ne Schnei­der er­folg­reich. Mit der Welt­raum­agen­tur aus den Ver­ei­nig­ten Ara­bi­schen Emi­ra­ten wur­de ein Ab­kom­men un­ter­zeich­net. Trans­port­mi­nis­ter François Bausch un­ter­schrieb zu­dem ei­nen Ver­trag zwi­schen Car­go­lux und Emi­ra­tes SkyCar­go.

Am letz­ten Tag der Wirt­schafts­mis­si­on wur­de be­kannt, dass der Flie­sen­pro­du­zent RAK Ce­ra­mics sei­ne Prä­senz in Lu­xem­burg aus­bau­en will und für 7,5 Mil­lio­nen Eu­ro ei­ne neue Eu­ro­pa-Zen­tra­le und ein Ver­teil­zen­trum in der Ge­wer­be­zo­ne „Kra­kels­haff“bau­en will.

Mit dem Be­such bei RAK Ce­ra­mics en­de­te die Wirt­schafts­mis­si­on am Per­si­schen Golf. Wirt­schafts­mi­nis­ter Eti­en­ne Schnei­der zog ei­ne sehr po­si­ti­ve Bi­lanz. Gu­te Han­dels­be­zie­hun­gen ent­ste­hen nicht über Nacht. Da­zu sind jah­re­lan­ge Vor­be­rei­tun­gen not­wen­dig. „In den ver­gan­ge­nen zehn Jah­ren wa­ren lu­xem­bur­gi­sche Mi­nis­ter 20-mal in den Ver­ei­nig­ten Ara­bi­schen Emi­ra­ten“, er­in­ner­te Eti­en­ne Schnei­der.

Durch Ge­sprä­che mit der Herr­scher­fa­mi­lie konn­te er fest­stel­len, dass „klei­nen Län­dern mehr Ver­trau­en ge­schenkt wird“. Die VAE sei­en ja auch nicht das größ­te Land der Re­gi­on. „Wir be­geg­nen uns al­so auf ei­ner Ebe­ne.“Heu­te kön­ne man sa­gen, dass das Land der wich­tigs­te Han­dels­part­ner Lu­xem­burgs in der Re­gi­on sei. Er zog das Fa­zit, dass man mit den VAE „gu­te Ge­schäf­te“ma­chen kann.

Um star­ke Han­dels­be­zie­hun­gen auf­zu­bau­en, braucht es je­doch viel Aus­dau­er. „Vor al­lem Ver­trau­en und Loya­li­tät sind wich­tig“, so der Mi­nis­ter. Der Er­folg zei­ge, dass es rich­tig ge­we­sen sei, im Jahr 2011 ein „Lu­xem­burg Tra­de and In­vest­ment Of­fice“(LTIO) in Du­bai zu öff­nen. Zwei Jah­re spä­ter öff­ne­te die lu­xem­bur­gi­sche Bot­schaft in den Emi­ra­ten. „Die­se ist von be­son­de­rer Be­deu­tung, da wir so zei­gen kön­nen, dass wir es ernst mei­nen“, sag­te Schnei­der.

Er stell­te auch fest, dass all die­se Mü­hen zu ei­nem gu­ten Re­sul­tat führ­ten. „Die Zahl der Un­ter­neh­men aus Lu­xem­burg, die es an den Golf zieht, nimmt zu“, stell­te der Wirt­schafts­mi­nis­ter fest. Dann zähl­te er ei­ni­ge auf: „Die BIL, die SES, Car­go­lux und Ar­cel­orMit­tal sind nun hier ver­tre­ten.“Selbst das Bau­un­ter­neh­men Gior­get­ti und der Fens­ter­her­stel­ler Kel­ler aus Fels ha­ben in den Emi­ra­ten ei­ne Nie­der­las­sung. „Das LTIO muss dem­nächst um ei­ne wei­te­re Per­son ver­stärkt wer­den“, sag­te der Mi­nis­ter.

Das In­ter­es­se der lu­xem­bur­gi­schen Wirt­schaft an den Emi­ra­ten kann man an auch an der Zahl der Bu­si­ness-Leu­te fest­stel­len, die dem erb­groß­her­zog­li­chen Paar nach Du­bai folg­ten. „Die Emi­ra­te sind das Ein­gangs­tor für lu­xem­bur­gi­sche Fir­men in die Golf­re­gi­on“, sag­te der Mi­nis­ter. Er glaubt, dass der Durch­bruch nun ge­schafft sei.

Doch der Han­del geht nicht nur in ei­ne Rich­tung. Ge­nau­so wie die VAE für die Lu­xem­bur­ger das Ein­gangs­tor in die Golf­re­gi­on sind, ist das Groß­her­zog­tum für Un­ter­neh­men aus den VAE das Ein­gangs­tor nach Eu­ro­pa. So ist z.B. die „Abu Dha­bi In­vest­ment Aut­ho­ri­ty“(ADIA), laut Mi­nis­ter Schnei­der der zweit­größ­te Staats­fonds der Welt, an den Pro­jek­ten „Roy­al Ha­mi­li­us“und „place d’Etoi­le“be­tei­ligt.

Ein­gangs­tor in die Golf­re­gi­on bzw. nach Eu­ro­pa

In Zu­kunft könn­ten noch mehr Ge­schäf­te zu­stan­de kom­men. „Als ich heu­te früh auf den Wirt­schafts­mi­nis­ter traf, teil­te er mir mit, dass er ent­schie­den ha­be, An­fang des kom­men­den Jah­res ei­ne Wirt­schafts­mis­si­on nach Lu­xem­burg zu or­ga­ni­sie­ren“, so Eti­en­ne Schnei­der. „Das zeigt, dass das In­ter­es­se, in das Groß­her­zog­tum zu kom­men, sehr groß ist.“

Für das Land ist es auch wich­tig, we­ni­ger ab­hän­gig vom Erd­öl zu wer­den. „Die Emi­ra­tis ge­hen da­von aus, dass lang­fris­tig we­ni­ger Erd­öl ge­braucht wer­den wird“, so Schnei­der. Der Preis­ver­fall, den das schwar­ze Gold in den ver­gan­ge­nen Jah­ren er­leb­te, ha­be das Land in grö­ße­re Schwie­rig­kei­ten ge­bracht. Nun ver­su­chen die VAE al­so, ih­re Wirt­schaft zu di­ver­si­fi­zie­ren. Mit Lu­xem­burg ha­ben sie ei­nen Part­ner ge­fun­den, mit dem die­ses Ziel ge­mein­sam er­reicht wer­den kann.

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