Wie einst Rea­gan

Tageblatt (Luxembourg) - - Unesco -

Der Bruch zwi­schen den USA und der Unesco ist nicht et­wa erst ges­tern mit Do­nald Trumps Rück­zugs­an­kün­di­gung ent­stan­den. Be­reits 1984 wa­ren die USA un­ter Prä­si­dent Ro­nald Rea­gan schon ein­mal aus der Or­ga­ni­sa­ti­on aus­ge­tre­ten. Als Grün­de ga­ben sie da­mals, mit­ten im Kal­ten Krieg mit der So­wjet­uni­on, ei­ne an­ti-west­li­che Po­li­ti­sie­rung und ein in­ef­fi­zi­en­tes Ma­nage­ment an. Bis in die Nul­ler-Jah­re blieb Washington der Unesco fern. Un­ter Bill Cl­in­ton bahn­te sich ein Wie­der­ein­tritt an. 2003, un­ter Ge­or­ge W. Bush, voll­zo­gen die Ame­ri­ka­ner den Schritt und tra­ten der UN-Or­ga­ni­sa­ti­on wie­der bei.

Nach der Auf­nah­me Pa­läs­ti­nas in die Or­ga­ni­sa­ti­on im Jah­re 2011 hat­ten die USA un­ter Ba­rack Oba­ma noch im glei­chen Jahr ih­re Zah­lun­gen an die Unesco ge­stoppt – da­bei war Washington der größ­te Bei­trags­zah­ler. Der Zah­lungs­rück­stand der USA be­trägt bis heu­te 550 Mil­lio­nen Dol­lar. Der jähr­li­che US-Bei­trag be­lief sich dem­nach auf 80 Mil­lio­nen Dol­lar. Das ist rund ein Fünf­tel des Haus­halts.

2013 folg­te der nächs­te Schritt: Die Unesco ent­zog den USA das Stimm­recht in der Ge­ne­ral­kon­fe­renz.

Au­ßen­mi­nis­ter Rex Til­ler­son soll den Aus­tritt laut Me­dien­be­rich­ten be­reits vor Wo­chen ge­plant ha­ben. Kurz nach der Be­kannt­ga­be der USA über ih­ren Aus­tritt be­kun­de­te auch Is­ra­el sei­nen Aus­stieg aus der Unesco. Am 31. De­zem­ber 2018 soll der Aus­tritt wirk­sam sein.

Trump hat sich wie­der­holt skep­tisch über ei­ne Mit­glied­schaft sei­nes Lan­des in in­ter­na­tio­na­len Or­ga­ni­sa­tio­nen ge­äu­ßert. Im Sin­ne sei­ner „Ame­ri­ca First“-Po­li­tik hat er ei­nen Rück­zug aus dem Pa­ri­ser Kli­ma­ab­kom­men ein­ge­lei­tet, ein Frei­han­dels­ab­kom­men im Pa­zi­fik-Raum ge­stoppt und neue Ver­hand­lun­gen über den nord­ame­ri­ka­ni­schen Nafta-Ver­trag auf­ge­nom­men.

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