Der Nah­ost­kon­flikt

Tageblatt (Luxembourg) - - Unesco -

Die Ar­beit der Unesco stand in den ver­gan­ge­nen Jah­ren im­mer wie­der im Schat­ten von Streit vor dem Hin­ter­grund des Nah­ost­kon­flikts. Die Auf­nah­me Pa­läs­ti­nas im Jahr 2011 als Voll­mit­glied der Unesco ver­an­lass­te den da­ma­li­gen US-Prä­si­den­ten Ba­rack Oba­ma da­zu, die Zah­lun­gen an die Or­ga­ni­sa­ti­on ein­zu­frie­ren.

Im Som­mer 2017 sorg­te die Ent­schei­dung, die Alt­stadt von He­bron zum pa­läs­ti­nen­si­schen Welt­kul­tur­er­be zu er­klä­ren, für Em­pö­rung in Is­ra­el. Im Mai des glei­chen Jah­res hat­te ein Unesco-Gre­mi­um ei­ne Re­so­lu­ti­on ver­ab­schie­det, die Is­ra­els Po­li­tik im Ost­teil von Jerusalem kri­ti­sier­te. In dem ver­öf­fent­lich­ten Re­so­lu­ti­ons­ent­wurf war von „is­rae­li­schen Be­sat­zungs­be­hör­den“die Re­de, un­ter an­de­rem we­gen Aus­gra­bun­gen in Ost­je­ru­sa­lem. Al­le recht­li­chen und ad­mi­nis­tra­ti­ven Maß­nah­men Is­ra­els, die den Sta­tus Je­ru­sa­lems ver­än­dern, sei­en „null und nich­tig“, ent­schied das Unesco-Gre­mi­um da­mals in Paris.

Is­ra­el hat­te den Ost­teil 1967 er­obert und be­an­sprucht die gan­ze Stadt als sei­ne Haupt­stadt. Dies wird in­ter­na­tio­nal nicht an­er­kannt, weil der end­gül­ti­ge Sta­tus Je­ru­sa­lems in Frie­dens­ver­hand­lun­gen ge­klärt wer­den soll. Die Pa­läs­ti­nen­ser be­an­spru­chen den Ost­teil als künf­ti­ge Haupt­stadt ei­nes un­ab­hän­gi­gen Pa­läs­ti­nen­ser­staa­tes.

Nach dem Be­schluss der Unesco-Re­so­lu­ti­on im Mai 2017, kürz­te Is­ra­el die Zah­lun­gen an die UN-Or­ga­ni­sa­ti­on um 900.000 Eu­ro jähr­lich. Der Unesco-Bei­trag be­lief sich nach der be­schlos­se­nen Kür­zung auf rund 2,4 Mil­lio­nen Eu­ro pro Jahr. Ei­ne wei­te­re Kon­se­quenz, die Is­ra­el aus der Re­so­lu­ti­on zog, war die Ein­be­stel­lung des schwe­di­schen Bot­schaf­ters. Denn Schwe­den war das ein­zi­ge EU-Mit­glied, das für die Re­so­lu­ti­on

ge­stimmt hat­te.

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