Die Re­ak­tio­nen

Tageblatt (Luxembourg) - - Unesco -

US-Prä­si­dent Do­nald Trump ver­kün­de­te ges­tern den Aus­stieg aus der Unesco – we­gen „an­ti-is­rae­li­scher Po­si­tio­nen“der Or­ga­ni­sa­ti­on. We­ni­ge St­un­den spä­ter zog Is­ra­el nach.

Unesco-Ge­ne­ral­di­rek­to­rin Iri­na Bo­ko­wa be­dau­er­te die Ent­schei­dung Wa­shing­tons zu­tiefst: „Das ist ein Ver­lust für die Unesco. Das ist ein Ver­lust für die Fa­mi­lie der Ver­ein­ten Na­tio­nen.“

Auch UN-Ge­ne­ral­se­kre­tär An­tó­nio Gu­ter­res hat sich be­trof­fen über den an­ge­kün­dig­ten Aus­stieg der USA und Is­ra­els aus der UNKul­tur­or­ga­ni­sa­ti­on Unesco ge­zeigt. Gu­ter­res be­daue­re den Rück­zug der bei­den Län­der zu­tiefst, sag­te sein Spre­cher Fra­han Haq ges­tern in New York. Zwi­schen den USA und den Ver­ein­ten Na­tio­nen ge­be es ei­ne „tie­fe und kom­ple­xe Be­zie­hung“, hat­te Haq zu­vor kom­men­tiert, als noch nicht be­kannt war, dass Is­ra­el eben­falls aus der Unesco aus­stei­gen will. „Na­tür­lich gibt es, wie auch mit an­de­ren Mit­glied­staa­ten, Zei­ten, in de­nen es Dif­fe­ren­zen über die­ses oder je­nes The­ma gibt, aber wie man se­hen konn­te, ar­bei­tet der Ge­ne­ral­se­kre­tär gut mit der Re­gie­rung der USA zu­sam­men und wird das auch wei­ter­hin tun, um ge­mein­sa­me Zie­le zu er­rei­chen.“

Frank­reich, Land des UnescoSit­zes in Paris, be­dau­er­te den Schritt und schätzt, dass die­se Ent­schei­dung der fran­zö­si­schen Kan­di­da­tur zur Nach­fol­ge­rin der Unesco-Che­fin Bo­ko­wa ei­ne neue Be­deu­tung zu­kom­men las­sen wer­de.

„Wir be­dau­ern den US-ame­ri­ka­ni­schen Rück­zie­her aus der Unesco, in ei­ner Zeit, in der die Un­ter­stüt­zung durch die in­ter­na­tio­na­le Ge­mein­schaft ge­gen­über die­ser Or­ga­ni­sa­ti­on ent­schei­dend ist“, so die Spre­che­rin des fran­zö­si­schen Au­ßen­mi­nis­te­ri­ums, Ag­nès Ro­ma­tet-Espa­gne.

Auch Russ­land „be­dau­ert den ame­ri­ka­ni­schen Rück­zug mit­ten im Wahl­kampf um den nächs­ten Unesco-Chef“. Die­se Ent­schei­dung sei ei­ne „trau­ri­ge Nach­richt“, so die Spre­che­rin der rus­si­schen Di­plo­ma­tie, Ma­ria Sacha­ro­wa, in ei­ner Mit­tei­lung. Washington „ver­las­se die Or­ga­ni­sa­ti­on in ei­ner schwie­ri­gen Zeit und ver­schlim­me­re die Si­tua­ti­on durch sein Han­deln“, so die Spre­che­rin. „Es ist ei­ne trau­ri­ge Nach­richt“, so die Re­ak­ti­on des Kreml-Spre­chers Dmi­tri Pes­kow.

Die „ex­tre­me Po­li­ti­sie­rung“der Unesco sei zu ei­ner „chro­ni­schen Pein­lich­keit“ge­wor­den, sag­te die US-Bot­schaf­te­rin bei den Ver­ein­ten Na­tio­nen, Nik­ki Ha­ley. Die Zu­ge­hö­rig­keit zu an­de­ren UNOr­ga­ni­sa­tio­nen wer­de eben­falls wei­ter aus die­ser Per­spek­ti­ve un­ter­sucht wer­den.

Der Aus­stieg der USA aus der UN-Kul­tur­or­ga­ni­sa­ti­on Unesco ist nach Ein­schät­zung des is­rae­li­schen UN-Bot­schaf­ters der „Preis für die Dis­kri­mi­nie­rung Is­ra­els“. „Die Unesco ist zu ei­nem Schlacht­feld für die öf­fent­li­che Be­schimp­fung Is­ra­els ge­wor­den und hat ih­re wah­re Rol­le und ih­re wah­ren Zie­le ver­nach­läs­sigt“, sag­te Is­ra­els UN-Bot­schaf­ter Dan­ny Da­non ges­tern. Der Rück­zug der USA sei ein „Wen­de­punkt“.

Is­ra­els Ex-Au­ßen­mi­nis­te­rin Zi­pi Liv­ni twit­ter­te: „Schät­ze den ame­ri­ka­ni­schen Rück­zug aus der Unesco we­gen de­ren Hal­tung ge­gen­über Is­ra­el! Bot­schaft an die Welt, dass es ei­nen Preis gibt für Po­li­ti­sie­rung, Ein­sei­tig­keit und Ver­dre­hung der Ge­schich­te“.

Der Vor­sit­zen­de der op­po­si­tio­nel­len Ar­beits­par­tei, Avi Ga­bai, schrieb: „Ich be­grü­ße die rich­ti­ge Ent­schei­dung des US-Au­ßen­mi­nis­te­ri­ums, sich von der Unesco-Or­ga­ni­sa­ti­on zu­rück­zu­zie­hen. Die Unesco be­schäf­tigt sich nicht mit Kul­tur, son­dern mit der Ver­dre­hung jü­di­scher Ge­schich­te und der Po­li­tik von Sym­bo­len.“

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