Cy­ber-Si­cher­heit

CY­BER­AT­TA­CKEN Neu­es Kom­pe­tenz­zen­trum er­öff­net

Tageblatt (Luxembourg) - - Vorderseite - Chris­ti­an Mul­ler

Ein neu­es Kom­pe­tenz­zen­trum mit dem Na­men C3 wur­de ges­tern ein­ge­weiht. Hier kön­nen Fir­men und In­sti­tu­tio­nen üben – und sich so auf den Ernst­fall vor­be­rei­ten.

Ein Lu­xem­bur­ger Kom­pe­tenz­zen­trum für Cy­ber­si­cher­heit wur­de ges­tern ein­ge­weiht. Es ist ei­ne Art Di­enst­leis­ter für Un­ter­neh­men und In­sti­tu­tio­nen. Es soll den Stand­ort Lu­xem­burg at­trak­ti­ver ma­chen. „Das Kom­pe­tenz­zen­trum ist über­le­bens­wich­tig“, un­ter­strich Staats­se­kre­tä­rin Fran­ci­ne Clo­se­ner am Don­ners­tag­mor­gen. „Ei­ne Cy­ber­at­ta­cke kann Ket­ten­re­ak­tio­nen aus­lö­sen und sehr ho­he Schä­den ver­ur­sa­chen.“Da­bei denkt sie bei­spiels­wei­se an das Wan­naC­rySchad­pro­gramm, mit dem vor ei­ni­gen Mo­na­ten welt­weit Hä­fen, Fa­b­ri­ken, Ver­wal­tun­gen und Kran­ken­häu­ser lahm­ge­legt wur­den. Da­bei sei es die Po­li­tik, die in der Pflicht ste­he, um die be­tref­fen­den Ri­si­ken und Chan­cen zu er­ken­nen, so Clo­se­ner. „Sie muss Schutz bie­ten“, vor al­lem in ei­ner Welt, in der al­les im­mer mehr mit­ein­an­der ver­netzt wird, und in der al­les im­mer kom­ple­xer wird. Doch die Grün­dung des Kom­pe­tenz­zen­trums wur­de nicht nur aus Angst vor­an­ge­trie­ben. „Die Re­gie­rung sieht es als wich­ti­gen Teil der Stand­ort­po­li­tik“, er­klär­te Clo­se­ner.

Das neue Kom­pe­tenz­zen­trum mit dem Na­men „C3“kön­ne da­bei auf die Er­fah­run­gen der letz­ten 15 Jah­re zu­rück­grei­fen. „Es han­delt sich um das Puz­zle­stück, das uns noch ge­fehlt hat“, füg­te Pas­cal Stei­chen, Di­rek­tor von Se­cu­ri­ty­mad­ein.lu, hin­zu. Ne­ben dem C3 zäh­len auch die Initia­ti­ven Ca­ses (Sen­si­bi­li­sie­rung) und Cir­cl (prak­ti­sche Hil­fe da­nach) da­zu. Letz­te­re muss­te letz­tes Jahr sat­te 1.200 Mal ak­tiv wer­den.

Das C3 hat da­bei ei­ne drei­fa­che Mis­si­on: Be­ob­ach­ten, Aus­bil­den und Tes­ten. Die ers­te ist prä­ven­ti­ver Na­tur: Das Netz wird be­ob­ach­tet, es wird ge­warnt und es wer­den Rat­schlä­ge er­teilt, wie man sich vor­beu­gend schüt­zen kann. Da bei ei­ner Atta­cke je­de Se­kun­de zählt, sind Trai­ning und Vor­be­rei­tung von ent­schei­den­der Wich­tig­keit, um im ge­ge­be­nen Fall rich­tig zu re­agie­ren. Es sei wie bei ei­nem Feu­er: Je län­ger es an­hält, des­to mehr Scha­den rich­tet es an.

Das C3 bie­tet da­her un­ter­schied­li­che Me­tho­den zum Üben an. So kön­nen bei­spiels­wei­se der Di­rek­tor und die Se­kre­tä­rin ei­nes klei­nen Be­triebs in ei­nem be­son­de­ren Raum üben, wie sie im Fal­le ei­nes Fal­les re­agie­ren wür­den: Wo nach Hil­fe fra­gen? Wie kom­mu­ni­zie­ren? Wo lie­gen die Te­le­fon­num­mern? Wen in­for­mie­ren?

Ein Ri­si­ko in ei­ne Chan­ce ver­wan­deln

Auch grö­ße­re Un­ter­neh­men kön­nen im C3 mit ih­ren IT-Teams an­tre­ten und sich im Rah­men ei­ner Si­mu­la­ti­on mit Cy­ber­at­ta­cken bom­bar­die­ren las­sen. So kön­nen Schwach­stel­len ge­fun­den und aus­ge­bes­sert wer­den. Zu­dem steht das neue Kom­pe­tenz­zen­trum Un­ter­neh­men wie zum Bei­spiel Start-ups zur Ver­fü­gung, um neu ent­wi­ckel­te In­ter­net­platt­for­men auf Si­cher­heit zu prü­fen. Dies kann dem Start-up hel­fen, po­ten­zi­el­le In­ves­to­ren und Kun­den von der Zu­ver­läs­sig­keit und der Si­cher­heit ih­rer Platt­form zu über­zeu­gen.

Die­se Di­enst­leis­tung sieht Staats­se­kre­tä­rin Fran­ci­ne Clo­se­ner als wich­ti­gen Stand­ort­fak­tor für Lu­xem­burg. „Wir sind ei­nes der ers­ten Län­der über­haupt, die so et­was an­bie­ten.“In die­sem Sin­ne ist das C3 der Ver­such, aus ei­nem Ri­si­ko ei­ne Chan­ce zu ma­chen. Im­mer­hin ist der Be­reich der In­ter­net­si­cher­heit ein wirk­lich schnell wach­sen­der Sek­tor. „Und wir wol­len zu ei­ner Re­fe­renz in Eu­ro­pa wer­den“, sag­te Clo­se­ner.

Das C3 wen­det sich da­bei nicht an Pri­vat­per­so­nen, son­dern eher an pri­vat­wirt­schaft­li­che Fir­men und staat­li­che In­sti­tu­tio­nen. Die Di­enst­leis­tun­gen sind kos­ten­pflich­tig. Das C3 soll sich lang­fris­tig selbst fi­nan­zie­ren kön­nen. Der­zeit zählt das Zen­trum drei bis vier Mit­ar­bei­ter – nächs­tes Jahr sol­len wei­te­re drei bis vier hin­zu­kom­men.

Im „C3“geht es dar­um, spie­le­risch die rich­ti­gen Re­fle­xe zu er­ler­nen, denn im Fall ei­ner Atta­cke zählt je­de Se­kun­de

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