Air Ber­lin: Die Luft­han­sa schlägt zu

Tageblatt (Luxembourg) - - Luftfahrt -

Die Luft­han­sa setzt zum Hö­hen­flug an: Mit der Über­nah­me gro­ßer Tei­le des in­sol­ven­ten Kon­kur­ren­ten Air Ber­lin baut die Kra­nich-Li­nie ih­re Markt­füh­rer­schaft in Deutsch­land wei­ter aus. Im Ta­ges­ver­lauf soll­ten die Ver­trä­ge un­ter­zeich­net wer­den, kün­dig­te Luft­han­saChef Cars­ten Sp­ohr ges­tern in Ber­lin an. „Wir wer­den heu­te ei­nen ech­ten Mei­len­stein se­hen in der Ge­schich­te Luft­han­sa und Ber­lin.“Schließ­lich sei die Luft­han­sa 1926 in Ber­lin ge­grün­det wor­den.

Und Cars­ten Sp­ohr hat schon das nächs­te Ziel vor Au­gen: Soll­te es ei­nen Neu­start bei der eben­falls plei­te ge­gan­ge­nen Alita­lia ge­ben, wä­re die Luft­han­sa an Ge­sprä­chen in­ter­es­siert, sag­te Sp­ohr zu Reu­ters.

Bör­sia­ner ju­bel­ten. Die Luft­han­sa-Ak­tie klet­ter­te auf den höchs­ten Stand seit fast 17 Jah­ren.

Die schon län­ger da­hin­sie­chen­de Air Ber­lin ist seit Mit­te Au­gust plei­te. Wo­chen­lang hat­te Sp­ohr hin­ter den Ku­lis­sen in­ten­siv ver­han­delt.

Nun steht fest: Die Luft­han­sa will mit 81 der zu­letzt gut 130 Flug­zeu­ge der Air-Ber­lin-Flot­te ih­re Bil­lig­toch­ter Eu­ro­wings aus­bau­en, um sie für den Wett­be­werb mit der iri­schen Rya­nair und der bri­ti­schen Ea­sy­Jet zu stär­ken. Rya­nair-Chef Micha­el O’Lea­ry schimpf­te sehr früh im Ver­kaufs­pro­zess, Luft­han­sa und die Bun­des­re­gie­rung hät­ten ein ab­ge­kar­te­tes Spiel be­trie­ben. Auch un­ter­le­ge­ne In­ter­es­sen­ten wie der Luft­fahrt-Un­ter­neh­mer Hans Ru­dolf Wöhrl kri­ti­sier­ten, die Luft­han­sa wer­de zu ei­nem Mo­no­po­lis­ten im Hei­mat­markt.

Ob der Kauf den Wett­be­werb be­schnei­det, hat nach der Ver­trags­un­ter­schrift die EU-Kom­mis­si­on zu prü­fen. Cars­ten Sp­ohr setzt dar­auf, dass die Be­hör­de bis Jah­res­en­de grü­nes Licht gibt.

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