„Das An­ge­bot an Im­mo­bi­li­en bleibt nach wie vor hin­ter der Nach­fra­ge zu­rück“

Tageblatt (Luxembourg) - - Advertorial - Wie ist die La­ge auf dem lu­xem­bur­gi­schen Im­mo­bi­li­en­markt? Und wie „ge­sund“schät­zen Sie den Be­ruf des Im­mo­bi­li­en­mak­lers ein? Glück­wün­sche auch für die Steu­er­re­form 2017? Was er­war­ten Sie von der „Wo­che des Woh­nens“?

Je­an-Paul Scheu­ren, Vor­sit­zen­der der Im­mo­bi­li­en­kam­mer des Groß­her­zog­tums Lu­xem­burg, be­für­wor­tet ei­ne Fort­set­zung der steu­er­li­chen Maß­nah­me be­tref­fend die Ein­tra­gungs­ge­büh­ren („droits d’en­re­gis­tre­ment“).

Je­an-Paul Scheu­ren: Es gibt kei­nen Grund zur Kla­ge: Die Nach­fra­ge nach Im­mo­bi­li­en ist wei­ter­hin un­ge­bro­chen, auch in die­sem Jahr. Und da die Ver­käu­fe im letz­ten Quar­tal üb­li­cher­wei­se noch zu­le­gen, dürf­te 2017 ein gu­tes Jahr für die­se Bran­che wer­den. Für ge­wöhn­lich wech­seln jähr­lich et­wa 6.300 Im­mo­bi­li­en ih­ren Be­sit­zer. Die Prei­se dürf­ten wie­der et­was ge­stie­gen sein, was im We­sent­li­chen dar­auf zu­rück­zu­füh­ren ist, dass das An­ge­bot an Ob­jek­ten noch im­mer hin­ter der Nach­fra­ge zu­rück­bleibt.

Na­tür­lich ist dies ein Wirt­schafts­be­reich, der sich wei­ter­ent­wi­ckelt. Wir kön­nen von et­wa 480 ak­ti­ven Im­mo­bi­li­en­agen­tu­ren in Lu­xem­burg spre­chen. Si­cher­lich ist dies ver­gli­chen mit der Flä­che des Groß­her­zog­tums ei­ne ho­he Zahl … Aber man darf auch nicht au­ßer Acht las­sen, dass all­jähr­lich et­wa 100 neue Agen­tu­ren ent­ste­hen, wäh­rend eben­so vie­le wie­der ver­schwin­den. Dies zeigt, dass es ei­nen har­ten Wett­be­werb gibt. Die Im­mo­bi­li­en­kam­mer des Groß­her­zog­tums (CIGDL) ver­sucht zu er­rei­chen, dass sich die Bran­che zu stren­gen mo­ra­li­schen Stan­dards ver­pflich­tet. Dies be­inhal­tet u.a. die Ver­ab­schie­dung ei­ner Char­ta der Best Prac­tices durch un­se­re Mit­glie­der. Wir ach­ten aber auch dar­auf, dass nicht der Ein­druck ent­steht, die­ser Be­ruf wür­de „je­der­mann“of­fen­ste­hen. Dies ist ein be­son­de­rer Job. Die Ein­rich­tung ei­nes neu­en Zweigs „Im­mo­bi­li­en­be­ru­fe“im Rah­men des Fach­di­ploms BTS („Bre­vet de tech­ni­ci­en su­pé­ri­eur“) im Ly­cée Jo­sy Bart­hel Ma­mer in die­sem Sep­tem­ber geht in die­se Rich­tung. Zwölf Schü­ler ha­ben sich be­reits für die­sen Zweig ent­schie­den. Sie wer­den ler­nen, was ei­nen gu­ten Im­mo­bi­li­en­mak­ler aus­zeich­net (Kennt­nis des Mark­tes, der Bran­che, der Bau­ma­te­ria­li­en, der Ar­ten von Ge­bäu­den, der Ar­chi­tek­tur, des recht­li­chen Rah­mens von Trans­ak­tio­nen), wer­den aber auch die neu­en Aspek­te des Be­rufs vor dem Hin­ter­grund der zu­neh­men­den Di­gi­ta­li­sie­rung ken­nen­ler­nen. Durch die Ein­füh­rung die­ses neu­en BTS-Zweigs er­hält der Be­ruf ei­ne Un­ter­stüt­zung, ja so­gar An­er­ken­nung von­sei­ten der Re­gie­rung. Der Staat stellt Mit­tel für die­se kost­spie­li­ge und per­so­nell sehr ein­ge­schränk­te Aus­bil­dung be­reit: Hier­zu be­glück­wün­sche ich ihn.

Teils, teils. Durch die Be­gren­zung die­ser Re­form auf 18 Mo­na­te hat­te der Markt nicht aus­rei­chend Zeit, sich an­zu­pas­sen.

Die Re­form der Ein­tra­gungs­ge­büh­ren hat das An­ge­bot be­lebt, je­doch nicht so stark wie er­war­tet. Ins­be­son­de­re die Bür­ger hat­ten nicht ge­nug Zeit, zu be­grei­fen, wel­che Vor­tei­le ih­nen dies bie­tet.

Da­her wä­re ich ge­neigt, die Re­gie­rung um ei­ne Ver­län­ge­rung die­ser Maß­nah­me zu bit­ten. Frank­reich, das ge­ra­de ein ähn­li­ches Ge­setz ver­ab­schie­det hat, hat des­sen Dau­er auf 3 Jah­re fest­ge­setzt, was mir sinn­vol­ler er­scheint.

Auch die Pri­vat­leu­te müs­sen da­zu an­ge­regt wer­den, die in ih­rem Be­sitz be­find­li­chen Grund­stü­cke zu ver­kau­fen. Fast 87% der ver­füg­ba­ren Bau­grund­stü­cke sind heu­te in Be­sitz von Pri­vat­leu­ten. Dies wä­re ei­ne Mög­lich­keit, den Sied­lungs­druck zu ver­rin­gern.

Die­se wird ins­be­son­de­re Ge­le­gen­heit bie­ten, die von der Im­mo­bi­li­en­kam­mer ein­ge­rich­te­te Im­mo­bi­li­en­bör­se bei Pri­vat­leu­ten und Mak­lern be­kann­ter zu ma­chen. Dies ist ei­ne neu­ar­ti­ge Form der Zu­sam­men­ar­beit zwi­schen Im­mo­bi­li­en­mak­lern. Der Ver­kauf ei­ner Im­mo­bi­lie, für die ein Mak­ler ein ex­klu­si­ves Man­dat be­sitzt, wird al­len Part­nern an­ge­bo­ten, die Mit­glied die­ser Bör­se sind. Für den Kun­den ist die­ses Sys­tem un­sicht­bar, er be­hält den­sel­ben An­sprech­part­ner, aber sein Haus, sei­ne Im­mo­bi­lie oder sei­ne Woh­nung ist Teil des ge­mein­sa­men Port­fo­li­os und hat da­durch grö­ße­re Chan­cen, schnell ei­nen Käu­fer zu fin­den. Die Pro­vi­si­on wird ge­teilt, ent­spre­chend ei­ner vor­ab ge­schlos­se­nen Ver­ein­ba­rung. Al­les ist so­mit von An­fang an trans­pa­rent.

Je­an-Paul Scheu­ren

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