Neu­es Ur­teil ges­tern ver­öf­fent­licht

FLGYM Pro­test bei der „Com­mis­si­on lu­xem­bour­geoi­se pour l’ar­bi­tra­ge dans le sport“

Tageblatt (Luxembourg) - - Turnen -

Heu­te Abend steht die Exis­tenz des dritt­größ­ten Sport­ver­ban­des in Lu­xem­burg auf dem Spiel. Seit nun­mehr fast vier Mo­na­ten liegt das Ge­sche­hen bei der FLGym brach. Wie es hier­zu kam und wel­che neu­en Ent­wick­lun­gen es ges­tern noch gab, er­fah­ren Sie nach­fol­gend.

Be­reits seit ge­rau­mer Zeit sorgt die Dis­zi­plin der Rhyth­mi­schen Sport­gym­nas­tik, die sich in den letz­ten Jah­ren in ei­nem ra­san­ten Tem­po wei­ter­ent­wi­ckel­te, für Un­ru­he. Vor al­lem die zwei größ­ten Ver­ei­ne, die „Ryth­mo-Cats“und die „Eco­le de GRS“, lie­gen seit je­her im Clinch. Fes­te Struk­tu­ren hin­sicht­lich die­ser Dis­zi­plin gibt es bei der FLGym bis­her nicht. Wich­ti­ge Fra­gen, wie bei­spiels­wei­se die Grün­dung ei­nes Na­tio­nal­ka­ders, sind noch im­mer nicht ge­klärt. Oh­ne die­se not­wen­di­gen Struk­tu­ren kommt es im­mer wie­der zu Strei­tig­kei­ten. Im letz­ten Jahr kam es so auch zu ei­nem ers­ten grö­ße­ren Eklat, da die De­le­ga­ti­on für die al­ler­ers­te Teil­nah­me Lu­xem­burgs an ei­ner Ju­nio­ren-EM (Te­am­wett­be­werb) in der Rhyth­mi­schen Sport­gym­nas­tik kurz­fris­tig zu­rück­ge­zo­gen wur­de. Der Vor­stand der FLGym sah sich da­mals zu die­sem Schritt ge­zwun­gen, da zwi­schen den bei­den Ver­ei­nen kei­ne Ei­ni­gung über die Zu­sam­men­set­zung der De­le­ga­ti­on ge­fun­den wer­den konn­te. Seit­dem klag­te der Klub „Ryth­mo-Cats“mehr­fach vor dem lu­xem­bur­gi­schen Sport­ge­richt CLAS („Com­mis­si­on lu­xem­bour­geoi­se pour l'ar­bi­tra­ge dans le sport“) ge­gen die FLGym. Auch ein neu­er Tech­ni­scher Di­rek­tor – Rai­ner Weis­haar ver­ließ den Ver­band im Ja­nu­ar 2016 – wur­de bis­her nicht ein­ge­stellt.

De­mis­sio­nen

Im Mai ent­schied sich der da­mals noch 13-köp­fi­ge Vor­stand der FLGym mit knap­per Mehr­heit da­zu, die erst 15-jäh­ri­ge Elena Smir­no­va zur Welt­meis­ter­schaft der Rhyth­mi­schen Sport­gym­nas­tik nach Pesa­ro (30. Au­gust bis 3. Sep­tem­ber) zu schi­cken (6:5 Stim­men, zwei Mit­glie­der fehl­ten). Auch auf ei­ne De­le­ga­ti­on wur­de sich ge­ei­nigt. Als Prä­si­dent Je­an Goe­bel die­se je­doch oh­ne Zu­stim­mung al­ler Mit­glie­der kurz vor dem de­fi­ni­ti­ven An­mel­de­schluss än­dern ließ und das Bud­get mit 20.000 Eu­ro das Er­wart­ba­re deut­lich über­schritt, reich­te es meh­re­ren Mit­glie­dern. Es setz­te ei­ne wah­re De­mis­si­ons­wel­le ein, bei der am En­de sie­ben Mit­glie­der, u.a. Ge­ne­ral­se­kre­tär Sil­vio Sa­gra­mo­la so­wie Kas­sie­rer Jo­sé Macha­do, zu­rück­ge­tre­ten wa­ren. Mit nur noch sechs wei­te­ren Mit­glie­dern war der Vor­stand der FLGym nicht mehr funk­ti­ons­fä­hig, denn laut Sta­tu­ten sind hier­für acht Per­so­nen nö­tig. Ein au­ßer­or­dent­li­cher Kon­gress muss­te dem­nach ein­be­ru­fen wer­den.

War­te­lis­te und CCD

Iou­lia Bon­nier und Pol Tur­pel (bei­de Ryth­mi­ca-Lux) soll­ten laut FLGym von ei­ner Re­ser­ve­lis­te in den Vor­stand nach­rü­cken und die­sen so­mit wie­der auf die nö­ti­gen acht Mit­glie­der er­hö­hen. Bei der letz­ten Ge­ne­ral­ver­samm­lung im März er­hiel­ten bei­de je­doch nicht ge­nug Stim­men (Bon­nier 7, Tur­pel 11, da­bei wä­ren 17 nö­tig ge­we­sen). Hät­ten bei­de ge­nü­gend Stim­men er­hal­ten, wä­ren sie di­rekt in den Vor­stand ge­wählt wor­den, da noch zwei Pos­ten un­be­setzt wa­ren. Vie­le Ver­ei­ne sa­hen des­we­gen ein Nach­rü­cken als nicht ge­recht­fer­tigt an. Auch gab es Un­stim­mig­kei­ten, wann der Vor­stand der FLGym ge­nau we­ni­ger als acht Mit­glie­der hat­te. Die Li­ber­té Nie­der­korn be­rief das „Co­mité de con­trô­le et de di­sci­pli­ne“(CCD) ein, das hier­über ur­tei­len soll­te. Die­ses be­fand, dass der Vor­stand seit dem 15. Ju­ni nicht mehr voll funk­ti­ons­fä­hig sei und so­mit ein au­ßer­or­dent­li­cher Kon­gress ein­be­ru­fen wer­den müs­se. Par­al­lel hier­zu for­der­ten 19 Ver­ei­ne in ei­nem Brief eben­falls ei­nen au­ßer­or­dent­li­chen Kon­gress mit Neu­wah­len.

CLAS

Iou­lia Bon­nier leg­te am 14. Au­gust ge­gen das Ur­teil des CCD Ein­spruch bei der CLAS ein. Ges­tern wur­de nun das Ur­teil vom 9. Ok­to­ber ver­öf­fent­licht. Laut die­sem be­saß das CCD nicht die Kom­pe­ten­zen, um über die re­gu­lä­re Zu­sam­men­set­zung des Vor­stan­des ur­tei­len zu kön­nen, und hät­te eben­falls kei­nen au­ßer­or­dent­li­chen Kon­gress ein­be­ru­fen dür­fen. Bon­nier und Tur­pel dürf­ten zu­dem in den Vor­stand auf­ge­nom­men wer­den.

Die au­ßer­or­dent­li­che Ge­ne­ral­ver­samm­lung wird trotz­dem heu­te Abend statt­fin­den. Laut Sta­tu­ten wird ei­ne sol­che ein­be­ru­fen, wenn ein Fünf­tel al­ler Mit­glieds­ver­ei­ne die­se in ei­nem Brief for­dern. Da 19 von 46 Klubs ei­nen sol­chen Brief un­ter­schrie­ben ha­ben, dürf­ten Punkt 13 und 14 der Ta­ges­ord­nung so­mit auch statt­fin­den. Hier geht es um die Ab­set­zung des ak­tu­el­len Vor­stan­des. Bis die­ser Punkt heu­te Abend aber er­reicht ist, dürf­ten be­reits vie­le Dis­kus­sio­nen statt­ge­fun­den ha­ben. J.Z.

Wird sich der Vor­stand auch nach dem heu­ti­gen Abend noch an der Macht hal­ten kön­nen?

Newspapers in German

Newspapers from Luxembourg

© PressReader. All rights reserved.