„déi Lénk“sieht schwarz

KOM­MU­NAL­WAH­LEN DP und CSV kom­men sich nä­her

Tageblatt (Luxembourg) - - Stad - Phil­ip­pe Ham­mel­mann AN­ZEI­GE

Die ers­ten Son­die­rungs­ge­sprä­che zwi­schen der DP und der CSV ha­ben am Mitt­woch­abend be­gon­nen. Ganz lang­sam wol­len sich bei­de Par­tei­en nä­hern. Von ei­ner Ko­ali­ti­on sei man aber noch weit ent­fernt.

Ein­deu­ti­ger Sie­ger bei den Wah­len vom ver­gan­ge­nen Sonn­tag ist in der Haupt­stadt die CSV. Sie konn­te zwei Sit­ze hin­zu­ge­win­nen und ist nun mit sie­ben Sit­zen im Ge­mein­de­rat ver­tre­ten. 25,03 Pro­zent der Ein­woh­ner ha­ben die CSV ge­wählt. Stärks­te Par­tei bleibt trotz leich­tem Ver­lust aber noch im­mer die DP mit 30,04 Pro­zent.

Auf Nach­fra­ge des Ta­ge­blatt er­klärt Bür­ger­meis­te­rin Ly­die Pol­fer, dass die ers­ten Son­die­rungs­ge­sprä­che sehr ru­hig und kon­struk­tiv ver­lau­fen sei­en. „Wir ha­ben uns dar­über ge­ei­nigt, wie wir nun vor­ge­hen wer­den. Sechs Ter­mi­ne wur­den für die an­ste­hen­den Ta­ge ver­ein­bart. Vor­erst wol­len wir mit dem The­ma Fi­nan­zen be­gin­nen, dann mit dem Woh­nungs­bau, der Mo­bi­li­tät und an­schlie­ßend das The­ma Ju­gend zu­sam­men mit der CSV be­spre­chen“, so Pol­fer.

Über mög­li­che Pos­ten für den Bür­ger­meis­ter oder Schöf­fen ha­ben bei­de Par­tei­en noch nicht ge­spro­chen. Erst wol­le man ei­nen pro­gram­ma­ti­schen Kon­sens fin­den und an­schlie­ßend über die ein­zel­nen Pos­ten ver­han­deln. „Wir wol­len uns Zeit las­sen, um die ge­mein­sa­men Punk­te der bei­den Wahl­pro­gram­me zu ana­ly­sie­ren. Seit zwölf Jah­ren war die CSV nicht mehr Teil des Schöf­fen­ra­tes und des­we­gen ge­hen wir sehr sach­lich in den Ge­sprä­chen vor“, er­läu­tert Pol­fer. Auf die Fra­ge, wann der nächs­te Schöf­fen­rat be­kannt ge­ge­ben wird, woll­te sie nicht ant­wor­ten, be­ton­te aber, dass es si­cher vor Jah­res­en­de sein wird.

„déi Lénk“konn­te ihr Re­sul­tat et­was ver­bes­sern. Sie hat 0,3 Pro­zent zu­ge­legt und wur­de von 6,8 Pro­zent der Ein­woh­ner ge­wählt. Die Par­tei ist mit zwei Sit­zen im Ge­mein­de­rat ver­tre­ten. Da­vid Wa­gner er­klär­te dem Ta­ge­blatt ge­gen­über: „Wenn es zu ei­ner DP-CSV-Ko­ali­ti­on kommt, se­he ich schwarz für die kom­men­den sechs Jah­re. Wenn wir das Wah­l­er­geb­nis po­li­tisch ana­ly­sie­ren, stellt sich deut­lich her­aus, dass sich die DP und die CSV im Wahl­pro­gramm sehr äh­neln.“Laut dem „déi Lénk“-Ab­ge­ord­ne­ten sei die DP die Par­tei der Groß­grund­be­sit­zer und die CSV ei­ne klei­ne DP. „Dass es zu ei­ner Ko­ali­ti­on zwi­schen den bei­den kom­men könn­te, macht uns nicht glück­lich, auch wenn sie ein­deu­tig über die Mehr­heit der Stim­men ver­fü­gen“, so Wa­gner. Wa­gner er­klärt zu­dem, dass er vor al­lem mit der Woh­nungs­bau­po­li­tik der bei­den Par­tei­en ein Pro­blem ha­be. „In den ver­gan­ge­nen zwölf Jah­ren, un­ter der Re­gie­rung von DP und 'déi gréng', wur­den zwar kei­ne we­sent­li­chen Pro­jek­te um­ge­setzt, doch ich be­fürch­te, dass sich in den kom­men­den sechs Jah­ren nichts in punc­to er­schwing­li­cher Wohn­raum än­dern wird“, be­män­gelt der Po­li­ti­ker.

„déi Lénk“sieht auch ein Pro­blem dar­in, dass in der Haupt­stadt nur rund 37.000 Leu­te ge­wählt ha­ben. Die Zahl der po­ten­zi­el­len Wäh­ler sei aber viel grö­ßer ge­we­sen. „Wir sind der Mei­nung, dass die Klau­sel der Frist von fünf Jah­ren, die ein Nich­tLu­xem­bur­ger im Land woh­nen muss, um stimm­be­rech­tigt zu sein, viel zu hoch ist“, meint Wa­gner ab­schlie­ßend.

Ly­die Pol­fer (DP) und Ser­ge Wil­mes (CSV) wol­len die Ko­ali­ti­ons­ver­hand­lun­gen lang­sam an­ge­hen

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