Zur Per­son

Tageblatt (Luxembourg) - - Eurozone -

Wie so ziem­lich je­der hoch­ka­rä­ti­ge fran­zö­si­sche Po­li­ti­ker ist auch der So­zia­list Pier­re Mosco­vici (60) ein „én­ar­que“: Das Mit­glied der „Par­ti so­cia­lis­te“(PS) stu­dier­te – wie Frank­reichs ehe­ma­li­ger Prä­si­dent und Par­tei­kol­le­ge François Hol­lan­de – an der Eli­te­hoch­schu­le ENA. Mosco­vici hat nicht nur ei­nen Mas­ter in Wirt­schafts­wis­sen­schaf­ten und Po­li­tik­wis­sen­schaft, er ab­sol­vier­te auch ein post­gra­dua­les Stu­di­um in Wirt­schafts­wis­sen­schaf­ten und Phi­lo­so­phie. Er dien­te Hol­lan­de als Wahl­kampf­lei­ter, der es ihm dank­te, in­dem er ihn 2012 zum Wirtschafts- und Fi­nanz­mi­nis­ter er­nann­te. Er un­ter­stütz­te Hol­lan­de zu­dem im Streit mit der deut­schen Bun­des­kanz­le­rin in der De­bat­te um den Fis­kal­pakt. Mosco­vici hat­te das Amt bis 2014 in­ne, be­vor er EU-Wirtschafts- und Wäh­rungs­kom­mis­sar wur­de. Im Jahr 2009 schrieb und pu­bli­zier­te er das Es­say „Mis­si­on im­pos­si­ble? Com­ment la gau­che peut batt­re Sar­ko­zy en 2012“. 2011 leg­te er mit „Dé­fai­te in­ter­d­i­te. Plai­doy­er pour une gau­che au ren­dez-vous de l’his­toire“nach. Mosco­vici war von 1994 bis 1997 und von 2004 bis 2007 Mit­glied so­wie Vi­ze­prä­si­dent des Eu­ro­pa­par­la­ments. In sei­ner Frei­zeit spielt er Schach und fährt Ski. Der fran­zö­si­sche EU-Kom­mis­sar stammt aus ei­ner jü­di­schen Fa­mi­lie lin­ker In­tel­lek­tu­el­le. Sein Va­ter ist der in Ru­mä­ni­en ge­bo­re­ne So­zi­al­psy­cho­lo­ge Ser­ge Mosco­vici (1925-2014), der mit der Kom­mu­nis­ti­schen Par­tei Ru­mä­ni­ens sym­pa­thi­sier­te und nach dem Zwei­ten Welt­krieg nach Frank­reich floh. Mosco­vicis Mut­ter ist die pol­ni­sche Psy­cho­ana­ly­ti­ke­rin Ma­rie Brom­berg (19322015). Sein Pri­vat­le­ben ge­lang­te zu­letzt vor al­lem we­gen sei­ner jün­ge­ren Le­bens­ge­fähr­tin­nen an die Öf­fent­lich­keit.

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