Im War­te­stand: Al­ba­ni­en und Ma­ze­do­ni­en

Tageblatt (Luxembourg) - - Westbalkan -

Brüs­sel hält Al­ba­ni­en und Ma­ze­do­ni­en für reif ge­nug, um Bei­tritts­ver­hand­lun­gen zu be­gin­nen. Die Ent­schei­dung da­für müss­te aber von al­len EU-Part­nern ab­ge­seg­net wer­den – si­cher ist das kei­nes­wegs.

Selbst bei bal­di­gem Ver­hand­lungs­be­ginn wä­re vor 2030 kaum mit ei­nem Bei­tritt der bei­den Nach­barn zu rech­nen: Zu groß schei­nen noch de­ren De­fi­zi­te. Al­ba­ni­en ist seit 2009 Mit­glied der NA­TO und er­hielt 2014 den Sta­tus ei­nes Bei­tritts­kan­di­da­ten. Zwar weist das Land seit Jah­ren ein so­li­des Wachs­tum auf. Doch nicht nur der gro­ße Ent­wick­lungs­rück­stand sorgt für Skep­sis. Auch der kor­rup­te Jus­tiz­ap­pa­rat und die ge­schäfts­tüch­ti­ge Po­li­ti­ker­kas­te ha­ben dem „Ko­lum­bi­en Eu­ro­pas“den frag­wür­di­gen Auf­stieg zu Eu­ro­pas größ­ten Can­na­bis-Pro­du­zen­ten be­schert.

Et­was bes­se­re Aus­sich­ten wer­den Ma­ze­do­ni­en ein­ge­räumt, das be­reits seit 2005 als Bei­tritts­kan­di­dat fir­miert. Doch we­gen des Streits um den Lan­des­na­men mit Grie­chen­land hat At­hen bis­lang so­wohl den NA­TO-Bei­tritt als auch die EU-An­nä­he­rung der Nach­barn blo­ckiert. Auch der na­tio­na­lis­ti­sche Kon­fron­ta­ti­ons­kurs des frü­he­ren Pre­miers Ni­ko­la Gruev­ski hat­te das Land lan­ge iso­liert – und des­sen EU-In­te­gra­ti­on auf Eis ge­legt. Seit dem Macht­wech­sel vor Jah­res­frist ist in­des neue Be­we­gung in den Na­mens­streit mit At­hen ge­kom­men: Soll­ten sich die Streit­häh­ne wie er­hofft noch in die­sem Jahr auf ei­nen Kom­pro­miss ver­stän­di­gen, wird in Skop­je grü­nes Licht für den NA­TO-Bei­tritt und die EUBei­tritts­ver­hand­lun­gen er­war­tet.

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