Die Nach­züg­ler: Ko­so­vo und Bos­ni­en und Her­ze­go­wi­na

Tageblatt (Luxembourg) - - Westbalkan -

Ob und wann die Nach­züg­ler im Kan­di­da­ten­feld der EU bei­tre­ten wer­den, steht in den Ster­nen: Spöt­ter un­ken, dass sich die EU längst auf­ge­löst ha­ben wer­de, be­vor mit ei­ner Auf­nah­me der Sor­gen­kin­der Ko­so­vo und Bos­ni­en und Her­ze­go­wi­na zu rech­nen sei. Ko­so­vo macht nicht nur das Sperr­feu­er Ser­bi­ens und Russ­lands zu schaf­fen, die des­sen Auf­nah­me in zahl­rei­che in­ter­na­tio­na­le Or­ga­ni­sa­tio­nen blo­ckie­ren. Auch fünf EUMit­glie­der ha­ben

Ko­so­vo nicht an­er­kannt: Vor al­lem Spa­ni­en tritt als Fol­ge der Ka­ta­lo­ni­en-Kri­se stets kom­pro­miss­lo­ser ge­gen­über Pris­ti­na auf. Zwar ver­moch­te Ko­so­vo 2016 im­mer­hin ein As­so­zi­ie­rungs­ab­kom­men ab­zu­schlie­ßen. Aber die EU-An­nä­he­rung von Eu­ro­pas Ar­men­haus wird auch durch haus­ge­mach­te Pro­ble­me und die hei­mi­sche Po­li­ti­ker­kas­te ge­bremst. Wäh­rend in­zwi­schen selbst Ge­or­gi­er und Ukrai­ner oh­ne Vi­sa ins Schen­gen-Reich rei­sen, ste­hen sich die Ko­so­va­ren noch stets vor den Kon­su­la­ten die Bei­ne in den Bauch. Ein zer­ris­se­nes Land steht sich selbst im Weg: Bei Bos­ni­en und Her­ze­go­wi­na ist es das Er­be des Bos­ni­en­kriegs (19921995), das die EU-An­nä­he­rung er­schwert. Das beim Frie­den von Day­ton ge­schmie­de­te Staats­la­by­rinth hat sich als kaum re­gier­bar er­wie­sen. Zwar hat auch Sa­ra­je­vo 2015 das As­so­zi­ie­rungs­ab­kom­men über die Büh­ne ge­bracht. Doch ob bei Ver­fas­sungs­än­de­run­gen, Volks­zäh­lun­gen oder Be­ant­wor­tung von EU-Fra­ge­bö­gen: Bos­ni­ens Po­lit­ba­ro­ne schei­nen kaum zur ko­ope­ra­ti­ven Lö­sungs­su­che be­reit. Statt­des­sen hal­ten sie für den Macht­er­halt eth­ni­sche Vor­be­hal­te am Kö­cheln. Bos­ni­en sei ein „Staat nach Maß der Par­tei­en“, kon­sta­tiert der Eu­roB­lic in Ban­ja Lu­ka: Die­se hät­ten seit Kriegs­en­de nur „ih­re völ­li­ge Un­fä­hig­keit de­mons­triert, sich auf ir­gend­ei­ne Re­form oder ir­gend­ein Ge­setz zu ei­ni­gen“.

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