Un­ru­he am An­lei­hen­markt

Tageblatt (Luxembourg) - - Unternehmen -

An der Mai­län­der Bör­se dreh­te der ita­lie­ni­sche Leit­in­dex ges­tern 0,5 Pro­zent ins Mi­nus, nach­dem er am Vor­mit­tag zeit­wei­se noch 1,1 Pro­zent im Plus ge­le­gen hat­te. Die Sor­gen um die Schul­den­dis­zi­plin der sich an­bah­nen­den An­ti-Es­ta­blish­ment-Ko­ali­ti­on hol­ten die In­ves­to­ren wie­der ein.

Am Ren­ten­markt mar­kier­ten die Ren­di­ten der zehn­jäh­ri­gen ita­lie­ni­schen An­lei­hen mit 2,18 Pro­zent ein Drei-Mo­nats-Hoch. Der Ri­si­ko­auf­schlag zu den zehn­jäh­ri­gen Bun­des­an­lei­hen ver­grö­ßer­te sich auf 156 Ba­sis­punk­te – An­fang der Wo­che lag der so­ge­nann­te Spre­ad noch bei 130 Punk­ten.

Vie­le An­le­ger sind in Sor­ge, weil die po­ten­zi­el­len Part­ner Le­ga und 5 Ster­ne Steu­er­sen­kun­gen und hö­he­re So­zi­al­aus­ga­ben in Mil­li­ar­den­hö­he ver­spro­chen ha­ben. Und das, ob­wohl Ita­li­en nach Grie­chen­land be­reits die zweit­höchs­te Staats­ver­schul­dung in der Eu­ro­zo­ne auf­ge­türmt hat. Un­ter den An­le­gern set­ze sich all­mäh­lich die An­sicht durch, dass ein sol­ches Bünd­nis, so­fern ei­ne Ei­ni­gung wirk­lich ge­lin­ge, so­wohl in­nen- als auch eu­ro­pa­po­li­tisch er­heb­li­che Ri­si­ken ber­ge, heißt es in ei­ner Kurz­stu­die der DZ Bank.

Vor­schlag nicht um­setz­bar

Gleich­zei­tig un­ter­strich das sta­tis­ti­sche In­sti­tut Eu­ro­s­tat, dass ei­ne Nicht­be­rück­sich­ti­gung der von der EZB ge­hal­te­nen ita­lie­ni­schen Staats­an­lei­hen bei der Be­rech­nung des Schul­den­stan­des des Lan­des nicht mög­lich ist. Auf die Fra­ge, ob ein ent­spre­chen­der Vor­schlag der mög­li­chen neu­en Re­gie­rungs­ko­ali­ti­on in Ita­li­en um­setz­bar wä­re, ant­wor­te­te Eu­ro­s­tat-Spre­cher Tim Al­len am Don­ners­tag: „Die Ant­wort lau­tet: Nein.“In Ita­li­en ha­ben sich die Chefs der po­pu­lis­ti­schen 5-Ster­ne-Be­we­gung und der rechts­ex­tre­men Le­ga nach In­for­ma­tio­nen von In­si­dern auf ein Re­gie­rungs­pro­gramm ver­stän­digt. Aus ih­ren Rei­hen kommt der Vor­schlag, die von der Eu­ro­päi­schen Zen­tral­bank (EZB) ge­hal­te­nen Staats­an­lei­hen aus der Be­rech­nung des Schul­den­stan­des her­aus­zu­rech­nen. Die­ser wür­de da­durch von aktuell 130 auf et­wa 120 Pro­zent des Brut­to­in­lands­pro­duk­tes sin­ken.

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